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Dieter Wunderlich:
Buchtipps & Filmtipps

Hintergrundinformationen zu Buchtipps & Filmtipps von Dieter Wunderlich

 
   
 

Françoise Sagan

1935 – 2004 / Biografie


 


Françoise Sagan (eigentlich: Françoise Quoirez) wurde am 21. Juni 1935 als Tochter eines französischen Großindustriellen in Südfrankreich geboren und später in Klosterinternaten erzogen. "Spuren der klassischen Tragödie im wirklichen Leben", wählte sie 1952 im Fach Französisch als Prüfungsthema für ihr Abitur. Das Literaturstudium an der Sorbonne brach sie vorzeitig ab, aber im Alter von achtzehn Jahren verfasste sie innerhalb weniger Wochen ihren ersten Roman: "Bonjour tristesse". Die Startauflage betrug 4200. Rasch musste nachgedruckt werden, denn "Bonjour tristesse" erwies sich als Bestseller, von dem innerhalb von fünf Jahren vier Millionen Exemplare in Dutzenden von Sprachen verkauft wurden.

Weil die großbürgerlichen Eltern auf einem Pseudonym bestanden hatten, nannte sich die Autorin "Sagan". (Prinzessin Boson de Sagan ist eine Figur in "Du Côté du Guermantes" von Marcel Proust.) Nach "Bonjour tristesse" schrieb Françoise Sagan nicht nur weitere Romane – darunter: "Lieben Sie Brahms?" –, sondern auch Theaterstücke, Ballettszenarien und Drehbücher, Reiseberichte und Chansons. Ihre Romanfiguren können sich die Erfüllung ihrer Wünsche finanziell leisten, aber sie leiden unter der Sinnlosigkeit des Daseins. Sie versuchen, die Langeweile durch Erotik und Alkohol zu vertreiben, schrecken jedoch vor jeder tieferen Beziehung zurück und bleiben deshalb einsam und unzufrieden.

François Mauriac bezeichnete Françoise Sagan als "kleines, charmantes Monster". Seine Tochter Florence, Juliette Gréco, Jean-Paul Sartre und François Mitterrand zählten zu ihren Freunden. Mit ihrem rebellischen Freiheitsverlangen und ihrer selbstzerstörerischen Lebensgier wurde Françoise Sagan zur Kultfigur. Sie gehörte zu den Stars, die Saint Tropez zum Treffpunkt des Jet Set machten. Das viele Geld, das sie verdiente, gab sie mit vollen Händen aus und stürzte sich in Schulden. Ihre Leidenschaft für teure, schnelle Cabrios hätte sie 1957 bei einem schweren Unfall beinahe das Leben gekostet.

Obwohl Françoise Sagan eng mit dem Tänzer Jacques Chazot und dem Schriftsteller Bernard Frank befreundet war, heiratete sie 1958 den zwanzig Jahre älteren Verleger Guy Schöller, aber nach zwei Jahren ließ sie sich scheiden, und ihre zweite Ehe mit dem amerikanischen Keramik-Designer Robert ("Bob") Westhoff hielt auch nicht länger, obwohl das Paar einen Sohn bekam. Im Winter 1971 verliebte sich Françoise Sagan in die Modeschöpferin Peggy Roche, die bald darauf bei ihr einzog und mit ihr zusammenlebte, bis sie 1991 starb.

Françoise Sagan war alkoholkrank, drogenabhängig und spielsüchtig. Wegen Drogenbesitzes wurde sie 1990 zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Fünf Jahre später verurteilte ein Gericht Françoise Sagan zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung, weil sie zusammen mit Bekannten Kokain konsumiert hatte. Ein Jahr auf Bewährung bekam sie auch 2002, diesmal jedoch wegen Steuerhinterziehung: In ihren Steuererklärungen hatte sie 830 000 Euro verschwiegen, die ihr von Elf Aquitaine aufgrund ihrer engen Freundschaft mit Staatspräsident François Mitterrand gezahlt worden waren. Der Ölkonzern hatte sich davon Vorteile versprochen.

Hoffnungslos überschuldet, musste Françoise Sagan 2002 ihr Herrenhaus in Honfleur an der Seine-Mündung versteigern lassen. Ingrid Mechoulam, die Witwe eines Milliardärs, die seit 1985 mit Françoise Sagan befreundet war, erwarb das Anwesen und ließ die verarmte Schriftstellerin weiter dort wohnen.

Am 24. September 2004 starb Françoise Sagan nach langer Krankheit in Honfleur an einer Lungenembolie.


Bücher von Dieter Wunderlich



Françoise Sagan: Bibliografie (Auswahl)

Diane Kurys drehte die Filmbiografie "Bonjour Sagan".

© Dieter Wunderlich 2004 / 2010

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