Romuald Karmakar: Der Totmacher
mit Götz George, Jürgen Hentsch u.a.
      Kritik:
Mit den kargen Mitteln eines Kammerspiels inszenierte Romuald Karmakar ein packendes, vielschichtiges und nuanciertes Porträt eines Serienmörders. Götz George und Jürgen Hentsch in ihren bedeutendsten Rollen: "Der Totmacher". Rezension, Filmkritik
 

Der Totmacher

 
 
Inhalt:
Medizinalrat Prof. Dr. Ernst Schultze versucht sich in mehreren Sitzungen ein Bild von dem in einer Irrenanstalt eingesperrten Serienmörder Fritz Haarmann zu machen, um ein psychiatrisches Gutachten über ihn erstellen zu können. Inhaltsangabe, Handlung





Originaltitel: Der Totmacher - Regie: Romuald Karmakar - Drehbuch: Romuald Karmakar und Michael Farin, nach Protokollen der gerichtspsychiatrischen Untersuchung im Fall Fritz Haarmann - Kamera: Fred Schuler - Schnitt: Peter Przygodda - Darsteller: Götz George, Jürgen Hentsch, Pierre Franckh, Hans-Michael Rehberg, Matthias Fuchs - 1995; 110 Minuten
   



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Romuald Karmakar: Der Totmacher

Inhaltsangabe:

Fritz Haarmann wurde am 15. April 1925 in Hannover enthauptet. Der ehemalige Metzger hatte 24 junge Männer ermordet und ihre Leichen zerstückelt.

In dem Film "Der Totmacher" ist zu sehen, wie sich Medizinalrat Prof. Dr. Ernst Schultze (Jürgen Hentsch) in mehreren Sitzungen ein Bild von dem in einer Irrenanstalt eingesperrten Serienmörder (Götz George) zu machen versucht, um ein psychiatrisches Gutachten über ihn erstellen zu können. Die Selbstgerechtigkeit des Wissenschaftlers (und des Zuschauers) wankt in der Konfrontation mit dem ungehobelten Mann, der seine erotischen Sehnsüchte mit Strichjungen zu befriedigen versuchte. Wenn er einen von ihnen in der sexuellen Erregung umbrachte und am nächsten Morgen neben der Leiche aufwachte, kochte er erst einmal Kaffee, bevor er den Körper in tagelanger Arbeit zerlegte und die Stücke aus dem Haus schaffte. Über die Gesichter der Toten legte er ein Taschentuch, weil er den Anblick der Augen nicht ertragen konnte. Eine Bestie, gewiss, aber auch ein hilfloser Debiler, ein gutmütiger Mensch, der eigentlich niemand etwas zu Leide tun möchte. Ihm gegenüber ein Psychiater, dessen Gefühle zwischen Abscheu und Mitleid wechseln.

Filmkritik:

Dieses fast zwei Stunden lange Kammerspiel wurde in einer Amtsstube gedreht; die Dialoge entstammen weitgehend den Gerichtsprotokollen vom August und September 1924; Bücher von Dieter Wunderlich es gibt keine Rückblenden, kein Blut, nichts, nur den Mörder, den Psychiater und den Stenographen. Mit diesen kargen Mitteln gestaltete der Münchner Regisseur Romuald Karmakar einen packenden Film, in dem der Mensch in seiner Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit gezeigt wird. Unglaublich sensibel, nuanciert und intensiv verkörpert Götz George den Serienmörder Fritz Haarmann. Es ist seine bisher beste Rolle. Bei der Biennale in Venedig wurde er dafür 1995 mit einem "Goldenen Löwen" ausgezeichnet.

Romuald Karmakar wurde am 15. Februar 1965 als Sohn einer Französin und eines Iraners in Wiesbaden geboren und erhielt die französische Staatsbürgerschaft. Nach einem fünfjährigen Aufenthalt in Athen kehrte er 1982 nach Deutschland zurück und legte zwei Jahre später in München die Reifeprüfung ab. Der Durchbruch als Filmregisseur gelang ihm 1995 mit "Der Totmacher".

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Kommentar: © Dieter Wunderlich 2002

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