Inhaltsangabe und Buchbesprechung:
Milan Kundera schreibt selbst keine Romane mehr. Stattdessen hat er mit seinen Büchern "Die Kunst des Romans" (1986), "Verratene Vermächtnisse" (1993) und "Der Vorhang" (2005) ein eigenes Genre geschaffen, "irgendwo zwischen Romanseitenzerpflücken, Blütenverlesen, Buchrändervollschreiben
und unterhaltsamem Spazierenführen der Gedanken quer durch die europäische Literatur" (Joseph Hanimann, "Süddeutsche Zeitung", 14. Dezember 2005).
Der Romancier müsse in jedem seiner Werke eine bis dahin unbeachtete wesentliche Facette der menschlichen Existenz aufzeigen, konstatiert Milan Kundera. Wenn er in "Der Vorhang" die Landschaft europäischer Romane durchstreift, vermeidet er die übliche nationale Einteilung. Auch wenn die Kapitelüberschriften einen Anschein von Systematik vermitteln, besteht der Reiz des Buches gerade im Fragmentarischen: In kurzen Essays und Analysen, Notizen, Anekdoten, Szenen und persönlichen Bekenntnissen vertritt und veranschaulicht Milan Kundera seine unorthodoxen Gedanken über einige bedeutende Romane der europäischen Literaturgeschichte.
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