Hintergrundinformationen zu Buch- und Filmtipps von Dieter Wunderlich |
|||
Der Code des Lebens: DNA (DNS) |
|||
Gen und Chromosom1868 war der Schweizer Biochemiker Johann Friedrich Miescher im Zellkern (nucleus) auf eine Substanz gestoßen, die er "Nukleinsäure" genannt hatte. Die Nukleinsäure – und nicht etwa das Eiweiß der Chromosomen – trägt die Erbinformation. Der deutsche Physiologe Albrecht Kossel vermutete das. Bewiesen wurde es von Oswald T. Avery 1944. Eiweißumhüllte Nukleinsäure-Moleküle bilden die Chromosomen, und die Einheiten der Vererbung – für die Wilhelm Johannsen 1909 den Begriff "Gen" eingeführt hatte – sind nichts anderes als bestimmte Abschnitte, funktionelle Einheiten der Nukleinsäure. DNA (DNS)
Als Träger des genetischen Codes wurde die Desoxyribonukleinsäure (DNS; englisch: Desoxiribo Nucleic Acid, DNA) identifiziert. Wie bei allen Nukleinsäuren handelt es sich dabei um eine hochpolymere organische Verbindung. Anhand der Röntgen-Beugungsbilder des Londoner Physikers Maurice H. F. Wilkins gelang es 1953 dem Engländer Francis H. C. Crick und dem Amerikaner James D. Watson, die Feinstruktur der DNA aufzuklären.
Entstehung des Lebens
Woher stammt dieser Code des Lebens? Der Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen gewann in den Siebzigerjahren die Überzeugung, dass sich Vorläufer der Nukleinsäuren spontan bildeten. Eigen schrieb das Vorwort für die deutsche Ausgabe des Bestsellers des französischen Medizin-Nobelpreisträgers Jacques Monod: "Zufall und Notwendigkeit". Der hält die Entstehung des Lebens für nichts anderes als einen höchst unwahrscheinlichen Zufall. "Ist der einzelne und als solcher wesentlich unvorhersehbare Vorfall aber einmal in die DNA-Struktur eingetragen, dann wird er mechanisch getreu verdoppelt und übersetzt; er wird zugleich vervielfältigt und auf Millionen oder Milliarden Exemplare übertragen. Der Herrschaft des bloßen Zufalls entzogen, tritt er unter die Herrschaft der Notwendigkeit [...]" |
|
© Dieter Wunderlich 2005 / 2006
Evolutionstheorie |