Indira Gandhi


Jawaharlal Nehru führte an der Seite Mahatma Gandhis den Aufstand gegen die britische Kolonialherrschaft in Indien und wurde deshalb mehrmals eingesperrt. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit übernahm er die indische Regierung und führte sie bis zu seinem Tod.

Seine Tochter, die das alles aus nächster Nähe miterlebt hatte, trat gut eineinhalb Jahre später, im Januar 1966, die Nachfolge an: Indira Gandhi war die zweite Regierungschefin einer demokratischen Republik – nach Sirimavo Bandaranaike in Ceylon und noch vor Golda Meïr in Israel.

Drei Jahre nach einer Wahlniederlage im Frühjahr 1977 triumphierte sie über ihre politischen Gegner und kehrte an die Spitze der Regierung zurück.

Ihr jüngerer Sohn Sanjay Gandhi, der die von ihrem Großvater Motilal und ihrem Vater Jawaharlal Nehru begründete „Dynastie“ fortsetzen sollte, starb 1980 bei einem Flugzeugabsturz. Indira Gandhi wurde am 31. Oktober 1984 von zwei Leibwächtern erschossen. Ihr älterer Sohn Rajiv Gandhi, der an ihrem Todestag als Nachfolger vereidigt worden war, kam 1991 bei einem Bombenattentat ums Leben.


Indira Gandhi:
Das Attentat

Leseprobe aus
Dieter Wunderlich: WageMutige Frauen. 16 Porträts aus drei Jahrhunderten
Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2004 / Piper Taschenbuch, München 2008 (5. Auflage: 2011)

Am 31. Oktober 1984 steht Indira Gandhi, wie gewohnt, um 6 Uhr auf. Ihr erster Termin an diesem Tag ist ein BBC-Interview um 8.30 Uhr mit dem berühmten Filmschauspieler Peter Ustinov.

Dieter Wunderlich: WageMutige Frauen © Piper Verlag 2008

Sie wählt einen handgewebten safrangelben Sari mit schwarzen Bordüren und verzichtet wegen der Fernsehkamera aus Eitelkeit auf die kugelsichere Weste, die sie immer häufiger unter der Kleidung trägt. Aufgrund technischer Schwierigkeiten wird das Interview um fünfzig Minuten verschoben. Um 9.10 Uhr verlässt Indira Gandhi mit zwei Mitarbeitern und zwei Leibwächtern das Haus, um auf einem von Bougainvillea gesäumten Gartenweg zu ihrem Büro hinüberzugehen. Die Sonne scheint bereits so intensiv, dass einer der Begleiter einen Schirm über sie hält. Zwei Sikhs bewachen die Pforte am gegenüberliegenden Gebäude. Der ältere der beiden zieht seine Pistole. Indira Gandhi ruft: »Was machen Sie da?« Fünf Schüsse treffen sie in den Unterleib und in die Brust. Der zweite Sikh steht wie gelähmt zwei Schritte daneben, bis der andere ihn anbrüllt. Erst dann feuert er fünfundzwanzig Schuss aus seiner Maschinenpistole ab. Einer der Männer, die mit der Premierministerin gekommen sind, stürzt sich auf die Attentäter, wird aber zu Boden gestreckt. Die anderen starren Indira Gandhi an, wie sie unter den Schüssen zuckt und sich ruckartig dreht, bevor sie zusammenbricht.

Quelle: Dieter Wunderlich, WageMutige Frauen. 16 Porträts aus drei Jahrhunderten
© Pustet Verlag, Regensburg 2004
Als Piper-Taschenbuch überall im Buchhandel

Boris Akunin - Fandorin
Wenn man "Fandorin" liest, glaubt man zunächst nicht, dass der Kriminalroman 1998 veröffentlicht wurde, denn Boris Akunin hat das Geschehen im Jahr 1876 angesiedelt, evoziert die damalige gesellschaftliche Situation in Russland und imitiert auch stilistisch eine 120 Jahre alte Schreibweise.
Fandorin

Boris Akunin

Fandorin

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.