Madonna


Weil sie aggressiv und unkonventionell war, irritierte sie ihre Mitschüler an der Highschool. Mit 20 Jahren zog sie nach New York, ließ sich zur Tänzerin ausbilden und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Mit Ehrgeiz, Willenskraft und Disziplin trieb Madonna ihre Karriere voran. Schon bei ihrer ersten Welttournee gab sie sich nicht mit einem Rockkonzert zufrieden, sondern kreierte eine spektakuläre Multimedia-Bühnenshow.

Tabellarische Biografie: Madonna


Madonna: »Ich bin tough, ehrgeizig, und ich weiß genau, was ich will«

Leseprobe aus
Dieter Wunderlich: Unerschrockene Frauen. Elf Porträts
Piper Verlag, München 2013

Um sich auf die nächste Welttournee vorzubereiten, machte Madonna bis zu fünf Stunden am Tag Gymnastik. Diese Disziplin zeugt von ihrer außerordentlichen Tatkraft und Zielstrebigkeit, aber Madonna wies noch auf einen anderen Zusammenhang hin: »Ich habe einen eisernen Willen, und mein ganzer Wille dient schon immer dazu, ein schreckliches Gefühl der Unzulänglichkeit niederzuringen […]. Ich kämpfe ständig gegen diese Angst. Ich überwinde einen dieser Anfälle und entdecke mich selbst als ein besonderes menschliches Wesen, und dann komme ich zur nächsten Etappe und denke, dass ich mittelmäßig und uninteressant bin. Und ich finde einen Weg, mich da herauszuarbeiten. Wieder und wieder.« »Ich bin tough, ehrgeizig, und ich weiß genau, was ich will. Wenn mich das zu einer Zicke macht – ok.« Mit Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Willenskraft und Disziplin baute Madonna sich zum Weltstar auf. Sie wollte »intellektuellen Respekt und gewaltigen kommerziellen Erfolg«.

Mit der technischen Ausstattung der »Blond Ambition«-Welttournee, die im April 1990 in Japan begann und im August in Nizza endete, setzte sie neue Maßstäbe. Die Ausrüstung füllte 18 Lastwagen, und für den Bühnenaufbau waren hundert 100 Arbeiter erforderlich. Madonna trug ausgefallene, von dem Pariser Modeschöpfer Jean Paul Gaultier kreierte Outfits wie zum Beispiel ein Korsett mit zwei spitz endenden Ausstülpungen vor den Brüsten. Der Modedesigner behauptete später, er habe 350 Aspirin-Tabletten und 1500 Skizzen benötigt, bis Madonna mit dem Entwurf zufrieden gewesen sei. […]

[…]

Im Oktober 2006 flogen Madonna und Guy Ritchie nach Malawi. Dort spendete die Sängerin 1,6 Millionen britische Pfund zur Unterstützung von Waisenkindern und fuhr mit ihrem Mann von der Hauptstadt Lilongwe zu einem 30 Kilometer entfernten Waisenhaus, in dem sich mehr als 250 Kinder in fünf Schlafsälen drängten. Das Ehepaar wollte den ein Jahr alten Jungen David adoptieren, dessen Mutter kurz nach der Geburt gestorben war und dessen Vater Yohame Banda den Säugling ins Waisenhaus gebracht hatte. Seine anderen drei Kinder waren tot. Später berichtete Madonna über ihre Begegnung mit dem 32-Jährigen im Gerichtssaal: »Klar, wenn Sie dem Vater gegenüber sitzen, ist es wirklich

Dieter Wunderlich: Unerschrockene Frauen. © Piper Verlag 2013

herzzerreißend. Er blickte die ganze Zeit auf den Boden, und ich hatte Mitleid mit ihm. Ich sagte: ›Ich fühle mit Ihnen, und ich möchte, was für David am besten ist. […] Ich kann ihnen einfach Geld geben, und Sie können ihn selbst aufziehen.‹ Und er sagte nein. Aber er schaute immer noch wie ein geprügelter Hund, das bedrückte mich. Es war sehr verwirrend, und ich bin sicher, dass er sehr durcheinander war.«

Nach den Gesetzen des Landes mussten potenzielle Adoptiveltern ein Kind erst einmal 18 Monate lang im Land betreuen, bis sie es mit über die Grenze nehmen durften. Dem berühmten Paar gewährte das zuständige Gericht in Lilongwe jedoch eine Ausnahme. Das wurde von Kinderhilfsorganisationen heftig kritisiert. Kurz nachdem Madonna und ihr Mann das Kind in einer Privatmaschine außer Landes gebracht hatten, hieß es in den Medien, Yohame Banda sei davon ausgegangen, nicht einer Adoption, sondern nur einer vorübergehenden Pflegschaft zuzustimmen. Das Oberlandesgericht in Lilongwe bestätigte Madonna jedoch im Mai 2008 als Davids Adoptivmutter.

Dass Madonna und Guy Ritchie dem kleinen Jungen aus einem der ärmsten Länder der Welt als erstes Geschenk angeblich ein Schaukelpferd für 5000 Pfund kauften, goss natürlich Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Aber Madonna fühlte sich dadurch eher bestätigt: »Es gibt einen Teil von mir, der es heimlich genießt, Leute zu verärgern, denn ich weiß, dass man oft die richtigen Dinge tut, wenn man die Leute verärgert.« In The Oprah Winfrey Show, zu der sie diesmal aus London zugeschaltet worden war, verteidigte sie sich und beteuerte: »Ich wollte in ein Land der Dritten Welt – ich war nicht sicher, wo – und einem Kind ein Leben ermöglichen, das sonst vielleicht keines gehabt hätte.«

Leseprobe aus Dieter Wunderlich: Unerschrockene Frauen. Elf Porträts

© Piper Verlag, München 2013
Quellenangaben und Fußnoten wurden in dieser Leseprobe weggelassen, sind jedoch im Buch zu finden.
Nicht von Madonna stammendes Zitat:
Lucy O’Brien: Madonna. Like an Icon. Die Biographie,
Übersetzung: Winfried Czech, Frauke Meier, Goldmann Verlag 2008, S. 179

Madonna (tabellarische Biografie)

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