Die Thomas Crown Affäre

Die Thomas Crown Affäre

Die Thomas Crown Affäre

Die Thomas Crown Affäre - Originaltitel: The Thomas Crown Affair - Regie: John McTiernan - Drehbuch: Leslie Dixon und Kurt Wimmer, nach dem Drehbuch "Thomas Crown ist nicht zu fassen" von Alan R. Trustman - Kamera: Tom Priestley - Schnitt: John Wright - Musik: Bill Conti - Darsteller: Rene Russo, Pierce Brosnan, Denis Leary, Frankie R. Faison, Faye Dunaway, Ben Gazzara, Esther Cañadas u.a. - 1999; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Manche Leute fahren zum Bungeejumping, um sich einen Kick zu verschaffen. Der ledige, gut aussehende und steinreiche amerikanische Unternehmer Thomas Crown raubt stattdessen aus einem New Yorker Kunstmuseum ein Monet-Gemälde, dessen Wert auf 100 Millionen Dollar geschätzt wird. Die Polizei kann sich nicht erklären, wie der Diebstahl ablief – aber die ebenso smarte wie attraktive Versicherungsdetektivin Catherine Banning ahnt schon bald, wer der Täter ist ...
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Kritik

Um den Konflikt zwischen Geld und Liebe geht es in dieser nicht so ernst gemeinten unterhaltsamen Mischung aus Charme und Erotik, Spannung und Raffinement: "Die Thomas Crown Affäre".


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Manche Leute fahren zum Bungeejumping, um sich einen Kick zu verschaffen. Der ledige, gut aussehende und steinreiche amerikanische Unternehmer Thomas Crown (Pierce Brosnan) nützt stattdessen die Mittagspause, um in einem New Yorker Kunstmuseum den Diebstahl eines Monet-Gemäldes vorzubereiten, dessen Wert auf 100 Millionen Dollar geschätzt wird. An einem außergewöhnlich heißen Sommertag wird dem Museum eine Kiste geliefert, in der sich statt des erwarteten Sarkophags ein lebensgroßes griechisches Tonpferd befindet. Es handelt sich um ein Trojanisches Pferd, denn in seinem Bauch verbergen sich vier wie Museumswärter gekleidete Männer, die schließlich herausklettern, die Klimaanlage ausschalten und vom Lager in die Ausstellung vordringen. Dort fordern sie die Besucher zum Verlassen der Räume auf. Ein Hubschrauber knattert über dem Gebäude. Die echten Museumswärter lösen Alarm aus, evakuieren die Impressionistenausstellung und lassen ein Sicherheitsgitter herunter. Das wird allerdings einen halben Meter über dem Boden von einem abgestellten Aktenkoffer blockiert. Thomas Crown, der sich unter den Besuchern der Kunstausstellung befindet, nützt das Chaos, um unbemerkt unter der Absperrung hindurchzukommen, den Monet von der Wand zu nehmen und ohne Rahmen in eine zweite Aktentasche zu legen. Ungehindert verlässt er das Gebäude – während einige der vermeintlichen Diebe von der Polizei verhaftet werden.

Bei dem Aktenkoffer, an dem sich das Sicherheitsgatter verklemmte, handelt es sich um eine Spezialkonstruktion aus Titan, die einem tonnenschweren Druck standhält. In der Aufzeichnung der in dem Raum mit dem gestohlenen Monet-Gemälde installieren Infrarot-Überwachungskamera sind bereits Minuten vor dem Raub die Menschen nicht mehr von der Umgebung zu unterscheiden; Raum- und Körpertemperatur hatten sich offenbar durch den Ausfall der Klimaanlage zu sehr angeglichen. Die Polizei-Detectives Michael McCann (Denis Leary) und Paretti (Frankie R. Faison) sind irritiert, aber die aus der Schweiz angereiste ebenso smarte wie attraktive Versicherungsdetektivin Catherine Banning (Rene Russo) ahnt schon bald, was wirklich geschehen ist.

Thomas Crown stiftet dem Museum zwei Tage nach dem Raub als Ersatz ein anderes Gemälde, das genau in den leeren Rahmen passt. Während des Festakts spricht Catherine Banning den Unternehmer an und sagt ihm auf den Kopf zu, dass sie ihn für den Dieb hält. Endlich hat Thomas einen ebenbürtigen Gegner gefunden! Ohne zu zögern geht er auf das Katz-und-Maus-Spiel ein und führt Catherine zum Essen aus. Bei einem Besuch im Kunstmuseum zeigt sie ihm ein Gemälde: Sie hätte nicht den Monet, sondern dieses Bild gestohlen, sagt sie.

Eine polizeiliche Hausdurchsuchung bei Thomas Crown verläuft ergebnislos. Catherine dringt mit nachgemachten Schlüsseln auf eigene Faust noch einmal in seine Wohnung ein – und findet einen versteckten Knopf, mit dem sich ein Geheimfach an der Wand öffnet. Da hängt der gestohlene Monet! Sie nimmt das Bild mit und übergibt es der Polizei. Aber ein Sachverständiger findet rasch heraus, dass die Detektivin auf eine Kopie hereingefallen ist.

Catherine gibt nicht auf. Schließlich findet sie heraus, dass die Kopie Merkmale aufweist, die beweisen, dass der Fälscher als Vorlage das Original ohne Rahmen benutzte.

Sie beobachtet fasziniert, wie sich Thomas und dessen Sportsfreunde beim Segeln auf einem Katamaran übernehmen und kentern. Er nimmt sie in einem Segelflugzeug mit, und anschließend fliegen sie in seiner Privatmaschine auf eine Karibikinsel. Als Detective McCann ihr danach Fotos zeigt, die beweisen, dass sich Thomas unmittelbar vor und nach dem Ausflug mit einer jungen Blondine getroffen hat, kann sie ihre Betroffenheit vor den Polizisten kaum verbergen. Sie stellt Thomas zur Rede. Auf diese Weise habe er herausfinden wollen, verteidigt er sich, ob sie nur an dem gestohlenen Bild interessiert sei oder auch etwas für ihn empfinde. Thomas verspricht ihr, den Monet an seinen Platz im Museum zurückzubringen, um mit ihr ein neues Leben anfangen zu können.

Als ihn Catherine in seiner Villa mit der jungen Anna (Esther Cañadas) überrascht, verrät sie den beiden Detectives, dass er das Gemälde zurückbringen will.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Zur festgesetzten Stunde warten McCann und Paretti mit Dutzenden von Polizisten im Museum auf Thomas Crown. Catherine verfolgt das Geschehen auf den Bildschirmen der Überwachungskameras. Thomas betritt die Eingangshalle. Dann setzt er eine Melone auf und sieht damit wie ein Mann auf einem Gemälde von René Magritte aus. McCann und Paretti schicken ihre Polizisten vor, um ihn festzunehmen. Da wimmelt es plötzlich von Herren in grauen Anzügen, die Melonen tragen! Welcher von ihnen ist Thomas Crown? Nebel quillt in die Räume. Alarm wird ausgelöst. Stahlblenden schieben sich schützend vor die Gemälde, bevor die Sprinkleranlage geöffnet wird. Die Blende vor dem von Thomas Crown gestifteten Gemälde verklemmt sich allerdings. Das Wasser läuft über das Bild. Es verschwimmt. Darunter kommt der verloren geglaubte Monet zu Vorschein. Offenbar war das Gemälde nur mit Wasserfarben übermalt worden. Diesmal sind die Polizeidetectives der Versicherungsdetektivin einen Schritt voraus: Sie wissen, dass sowohl die Übermalung als auch die in Thomas Crowns Wohnung gefundene Monet-Kopie von der hoch begabten Fälscherin Anna stammt.

Jetzt aber fehlt das Gemälde, von dem Catherine gesagt hatte, sie zöge es dem Monet vor! Unbemerkt verlässt Thomas Crown das Kunstmuseum. Catherine, die begreift, dass sie grundlos eifersüchtig war, eilt zum vereinbarten Treffpunkt. Dort erwartet sie ein Herr mit Melone und überreicht ihr eine Bildmappe, die das gestohlene Gemälde enthält. Vom Flughafen aus schickt Catherine die Mappe McCann im Polizeipräsidium. An Bord des Flugzeugs beginnt sie zu weinen, weil sie in ihrer Wut Thomas verraten und dadurch wohl verloren hat. Jemand reicht ihr ein Taschentuch. Es ist Thomas. Er sitzt in der Reihe hinter ihr.

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„Die Thomas Crown Affäre“ ist ein Remake der als Klassiker geltenden Krimikomödie „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ von Norman Jewison aus dem Jahr 1968.

Aus dem Banküberfall machte John McTiernan einen Kunstraub. Faye Dunaway, die Hauptdarstellerin von 1968, spielt in seinem Film die Psychiaterin des Unternehmers. Im Remake ist Thomas Crown kein Workaholic wie im Original, sondern ein Spieler, der alles auf die leichte Schulter zu nehmen scheint – bis ihm die richtige Frau begegnet. Verblüffend ist, dass der für seine Actionfilme berühmte John McTiernan nicht – wie Norman Jewison – die raffinierte Durchführung des Diebstahls, sondern die Liebesgeschichte in den Mittelpunkt rückt.

Um den Konflikt zwischen Geld und Liebe geht es in dieser nicht so ernst gemeinten unterhaltsamen Mischung aus Charme und Erotik, Spannung und Raffinement. Ein erotischer Film ist „Die Thomas Crown Affäre“ vor allem durch die Ausstrahlung der bei den Dreharbeiten 45-jährigen Rene Russo.

Die im Film zu sehenden Repliken wurden von Troubelzkoy Paintings Ltd. hergestellt. Das Unternehmen stattete beispielsweise auch „Die Zeit der Unschuld“ von Martin Scorsese aus.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

Norman Jewison: Thomas Crown ist nicht zu fassen

John McTiernan: Jagd auf Roter Oktober
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Louis Begley - Ehrensachen
In seinem Roman "Ehrensachen" ignoriert Louis Begley dramaturgische Regeln und setzt stattdessen auf einen Ich-Erzähler, der vorwiegend beschreibt und Gespräche wiedergibt, statt das Geschehen zu inszenieren.
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