Snatch. Schweine und Diamanten

Snatch. Schweine und Diamanten

Snatch. Schweine und Diamanten

Snatch. Schweine und Diamanten - Originaltitel: Snatch. Pigs and Diamonds - Regie: Guy Ritchie - Drehbuch: Guy Ritchie - Kamera: Tim Maurice-Jones - Schnitt: Jon Harris - Musik: John Murphy - Darsteller: Benicio Del Toro, Dennis Farina, Vinnie Jones, Brad Pitt, Rade Serbedzija, Jason Statham, Alan Ford, Mike Reid, Robbie Gee, Lennie James, Ewen Bremner, Jason Flemyng, William Beck, Andy Beckwith, Ade u.a. - 2000; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Eine Diebesbande raubt in Antwerpen einen Diamanten mit 86 Karat, aber der Stein wird dem Gangster, der ihn seinem Auftraggeber nach New York bringen soll, unterwegs in London abgejagt. Dort verstrickt sich auch ein erfolgloser Boxpromoter unversehens in die unglaubliche Geschichte ...
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Kritik

Guy Ritchie verknüpft in "Snatch" eine Vielzahl von Episoden mit skurrilen Typen und Dialogen zu einer turbulenten und rabenschwarzen Gansterfilmparodie, bei der ein schräger Einfall den nächsten jagt.
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Als orthodoxe Juden verkleidet, rauben der Amerikaner Franky Four Fingers (Benicio Del Toro) und drei Komplizen in der Antwerpener Diamantenbörse neben zahlreichen kleinen Edelsteinen einen lupenreinen Diamanten mit 86 Karat. Unmittelbar nach dem Überfall trennt sich die Bande. Franky bringt die Beute nach London. Die „normalen“ Diamanten soll er bei Doug The Head (Mike Reid), einem Cousin seines amerikanischen Auftraggebers Avi (Dennis Farina), abliefern und dann mit dem einmaligen Stein zu Avi nach New York kommen. In London beschafft Franky sich als Erstes bei dem russischen Waffenhändler Boris The Blade (Rade Serbedzija) einen schweren Revolver und lässt sich dabei überreden, für Boris bei einem anstehenden illegalen Boxkampf eine Wette abzuschließen. Er sei bei den Buchmachern verschuldet, lügt der Russe, der von dem Diamantenraub gehört hat, und könne deshalb nicht selbst bei ihnen auftauchen.

Etwa zur gleichen Zeit sucht der erfolglose Boxpromotor Turkish (Jason Stratham) einen Wohnwagen und schickt seinen Partner Tommy (Stephen Graham) und seinen Klienten Gorgeous George (Adam Fogerty) zu einem Zigeunerlager außerhalb von London. Die beiden kaufen von dem unverständlich nuschelnden irischen Gypsie Mickey O’Neil (Brad Pitt) einen gebrauchten Wohnwagen – bei dem allerdings nach wenigen Metern die Radachse aus ihrer Verankerung herausbricht. Weil Mickey nicht einsieht, warum er den Kaufpreis zurückerstatten soll, schlägt Tommy ihm einen Kampf mit George vor. Einsatz ist das Geld, das Mickey für den schrottreifen Wohnwagen erhielt. Keinen Augenblick zweifelt Tommy daran, dass der Berufsboxer die Siegerprämie einstreichen wird, aber er täuscht sich: Der Zigeuner zerschlägt George den Kiefer.

George kann daher auch nicht in einem zwischen Turkish und Brick Top (Alan Ford) vereinbarten illegalen Boxkampf auftreten, der in wenigen Tagen stattfinden soll. Mit Brick Top ist nicht zu spaßen; der Verbrecherboss pflegt die zerstückelten Leichen seiner Feinde an die Schweine auf seiner Farm zu verfüttern! Es gibt nur eine Lösung: Turkish überredet Mickey, für George einzuspringen, und er schärft dem Zigeuner ein, dass er in der vierten Runde zu Boden gehen soll. Darauf haben nämlich Brick Top und seine Partner viel Geld verwettet.

Franky ahnt nicht, dass Boris die Schwarzen Sol (Lennie James), Vincent (Robbie Gee) und den einfältigen Fahrer Tyrone (Ade) beauftragt hat, ihn in einem ausgerechnet Brick Top gehörenden Wettbüro zu überfallen. Zuerst erwischen Sol und Vincent einen Falschen, aber dann läuft ihnen Franky durch einen Zufall in die Hände. Den Koffer mit dem sensationellen Diamanten hat er sich an den Arm gekettet, und es gelingt seinen Bewachern nicht, das Schloss zu öffnen. Als Boris eintrifft, trennt er ihm deshalb kurzerhand den Arm ab.

Als Avi von dem Verlust des Diamanten erfährt, nimmt er die nächste Maschine von New York nach London und engagiert einen Gangster namens Tony (Vinnie Jones), der vor einiger Zeit sechs Schussverletzungen überlebte, sich mit dem Metall der Kugeln zwei Zähne überkronen ließ und deshalb als „Bullet Tooth Tony“ berühmt ist. Der nimmt dem skrupellosen Russen den Koffer wieder ab.

Aufzeichnungen der Überwachungskamera erlauben es Brick Top, die drei Schwarzen zu identifizieren, die sein Wettbüro überfallen haben. Es ist ein Leichtes für ihn, Sol, Vincent und Tyrone in seine Gewalt zu bekommen. Als er von dem einmaligen Diamanten erfährt, hofft er, die Geiseln gegen den begehrten Stein austauschen zu können.

Mickey tritt zum Boxkampf an – und schlägt seinen Gegner unmittelbar nach der Eröffnung k. o. Zornig erwehrt Brick Top sich seiner aufgebrachten Partner, die wie er viel Geld verloren haben. Er wittert eine Chance, den Verlust auszugleichen, verabredet mit Turkish einen weiteren Kampf, droht aber mit schlimmen Konsequenzen für den Fall, dass Mickey sich wieder nicht an die Abmachung hält, in der vierten Runde zu verlieren.

Als Gegenleistung für seinen zweiten Auftritt verlangt Mickey von Turkish einen riesigen Wohnwagen für seine Mutter. Leider hat sie nicht lange Freude daran, denn um seiner Forderung Nachdruck zu verschaffen, lässt Brick Top den nagelneuen Wohnwagen in Brand stecken, und dabei kommt sie ums Leben.

Als Avi und Tony unversehens mit Boris in einen Schusswechsel geraten, gelingt es den drei Schwarzen, sich mit dem Diamantenkoffer davonzumachen, aber sie werden von dem amerikanischen Gangster und seinem Bodyguard aufgespürt, und in dem dabei ausgelösten Chaos schnappt ein Hund den funkelnden Diamanten aus Avis Hand und springt damit aus dem Fenster.

Obwohl Mickey sich bei der Trauerfeier nach der Beerdigung seiner Mutter bis zur Besinnungslosigkeit betrunken hat, zerrt Turkish ihn am nächsten Tag zu dem verabredeten Boxkampf. Nach der ersten Runde schärft Turkish dem Gipsy noch einmal ein, seinen Gegner nicht k. o. zu schlagen. Daraufhin verteidigt Mickey sich in der nächsten Runde kaum noch und steckt schwere Schläge ein. Wütend fragt Turkish ihn deshalb in der nächsten Pause, wieso er jetzt wie eine Tunte im Ring herumhüpfe statt zu boxen. Prompt schickt Mickey seinen Gegner in der dritten Runde auf die Bretter. Brick Top sieht zu, dass er heil aus der Halle kommt. Außer sich vor Wut schickt er seine mordlustigen Männer zu dem Zigeunerlager, aber die Angegriffenen machen sie nieder, und er selbst wird von einem Auto heraus erschossen.

Als Turkish und Tommy am nächsten Morgen zu dem Zigeunerlager hinausfahren, finden sie es verlassen vor, ahnen jedoch, dass irgendwo zwölf Leichen verscharrt sind. Polizei taucht auf. Was sie hier suchen, werden Turkish und Tommy gefragt. Während Turkish nach einer Antwort sucht, taucht unerwartet der Hund auf, der den Diamanten verschluckte. „Wir wollten mit dem Hund spazieren gehen“, antwortet Turkish. Der Polizeikommissar herrscht ihn an: „Dann nehmen Sie Ihren Hund und verschwinden Sie!“ Tommy fängt das Tier ein, und sie fahren los.

Unterwegs kommen sie an den drei Schwarzen vorbei, die der Polizei erklären sollen, wieso sie eine Leiche mit abgetrenntem Arm in ihrem Kofferraum haben.

Tommy möchte den Hund behalten, und Turkish erklärt sich einverstanden – unter der Bedingung, dass er damit zum Tierarzt geht. Der entfernt aus dem Magen des Hundes den riesigen Diamanten.

„Ist schon irre, was einem in einer einzigen Woche alles passieren kann“, meint Turkish, der uns die unglaubliche Geschichte erzählt hat. Aber sie geht noch weiter, denn als er und Tommy den kostbaren Stein zu einem Händler bringen, greift dieser zum Telefon …

An dieser Stelle endet der Film.

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In „Snatch. Schweine und Diamanten“ verknüpft Guy Ritchie eine Vielzahl von gleichzeitig und nacheinander spielenden Episoden zu einer unglaublich rasanten, turbulenten und rabenschwarzen Gansterfilmparodie, in der ein verquerer Einfall den nächsten jagt. Wenn ein Quartett vermeintlicher Juden im Kaftan und mit Schläfenlocken durch die Korridore der Diamantenbörse in Antwerpen schlürft, um einen Diamanten mit 86 Karat zu rauben und dabei in Jiddisch über Gott und die Welt schwadroniert, erinnert das an Jules Winnfield und Vincent Vega in „Pulp Fiction“, die sich vor einem vierfachen Auftragsmord noch im Treppenhaus des Mietshauses, in dem die Opfer wohnen, ungerührt über Gewicht und Qualität von Hamburgern in Amsterdam unterhalten. Skurril wie bei Quentin Tarantino sind auch Guy Ritchies Dialoge. Hin und wieder friert das Bild kurz ein, und an anderen Stellen werden Erinnerungsfetzen beinahe stroboskopisch kurz eingeblendet; einige Kampfszenen sehen wir in extremer Zeitlupe. Bis in die kleinsten Nebenrollen hinein ist „Snatch“ mit schrägen Typen besetzt, und der Höllenspaß ist auch noch launig mit passender Musik untermalt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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