Der Anschlag

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Der Anschlag

Der Anschlag - Originaltitel: The Sum Of All Fears - Regie: Phil Alden Robinson - Drehbuch: Paul Attanasio und Daniel Pyne, nach dem Roman "Das Echo aller Furcht" von Tom Clancy - Kamera: John Lindley - Schnitt: Neil Travis - Musik: Jerry Goldsmith - Darsteller: Ben Affleck, Morgan Freeman, James Cromwell, Liev Schreiber, Alan Bates, Philip Baker Hall, Ron Rifkin, Bruce McGill, Ciaran Hinds, Bridget Moynahan u.a. - 2001; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Mit dem Material aus einer nach dem Yom-Kippur-Krieg vergessenen israelischen Plutoniumbombe löst eine rechtsradikale Terrorgruppe in einem Sportstadion in Baltimore eine atomare Explosion aus. Wie von den Terroristen beabsichtigt, glaubt der US-Präsident an einen Anschlag des neuen sowjetischen Staatschefs und ordnet einen Gegenschlag an. Verzweifelt versucht der CIA-Analytiker Jack Ryan, durch die Aufklärung des Attentats im letzten Augenblick einen Dritten Weltkrieg zu verhindern.
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Kritik

Der Politthriller "Der Anschlag" – nach Tom Clancys Roman "The Sum Of All Fears" – zeigt die Gefahren, die durch vorschnelle Reaktionen in Panik geratener politischer Machthaber entstehen können. Doch es geht in diesem Film weniger um eine message, als um action und spannende Unterhaltung.
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Im Yom-Kippur-Krieg (1973) wurde über den Golanhöhen ein israelischer Militärjet abgeschossen, der mit einer Plutoniumbombe unterwegs war. Niemand scheint sich um die halb im Wüstensand steckende Kernwaffe zu kümmern. Zwanzig Jahre später stoßen palästinensische Schrotthändler auf die inzwischen ganz vom Sand zugedeckte Bombe. Ohne zu ahnen, um was es sich handelt, verkaufen sie ihren Fund für ein paar hundert Dollar. Auf diese Weise gelangt der Neonazi Richard Dressler (Alan Bates) in den Besitz der Atombombe.

Es herrscht noch der Kalte Krieg, und das Verhältnis zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR befindet sich gerade in einer besonders kritischen Phase, weil der russische Staatschef gestorben ist und die Regierung in Washington seinen Nachfolger Nemerov (Ciaran Hinds) noch nicht einordnen kann. Die meisten Berater des US-Präsidenten Robert („Bob“) Fowler (James Cromwell) – Verteidigungsminister David Becker (Philip Baker Hall), Sicherheitsberater Gene Revell (Bruce McGill), Staatssekretär Sidney Owens (Ron Rifkin) – halten ihn für einen Hardliner.

Dressler nützt die politische Lage aus und bereitet an der Spitze einer internationalen rechtsradikalen Terrororganisation eine nukleare Explosion beim Superbowl in Baltimore vor. Er kann damit rechnen, dass die Amerikaner die Sowjets für den Anschlag verantwortlich machen und zurückschlagen. Das wäre der Beginn des Dritten Weltkriegs. Dressler ist überzeugt, dass Hitler besser daran getan hätte, Russen und Amerikaner aufeinander zu hetzen, statt selbst an allen Fronten Krieg zu führen. Nun sieht er eine Chance, Hitlers Fehler zu korrigieren.

Der bedächtige CIA-Chef William Cabot (Morgan Freeman) setzt nach dem Machtwechsel in Moskau auf den achtundzwanzigjährigen Historiker Jack Ryan (Ben Affleck), der zwar unerfahren ist, aber Nemerov als Einziger kennt und einschätzen kann. Überraschend wird Ryan von Cabot aufgefordert, mit ihm nach Moskau zu fliegen. Während des Flugs muss er noch eine Verabredung mit seiner Freundin Cathy Muller (Bridget Moynahan) absagen, doch als er dem perfiden Rat Cabots folgt und ihr sagt, er sei für die CIA unterwegs, glaubt sie ihm nicht.

Cabot und Ryan fällt in Moskau auf, dass drei bedeutende russische Atomwissenschaftler spurlos verschwunden sind. Dressler, für den sie arbeiten, ist der CIA stets einen Schritt voraus und zündet schließlich die Bombe, wie geplant. Cabot wird dabei getötet. US-Präsident Fowler (James Cromwell) überlebt – und ist überzeugt, dass es sich um einen von Nemerov befohlenen Anschlag auf die USA gehandelt hat. Deshalb ordnet er einen atomaren Gegenschlag an. Weil die Russen aufgrund der Ereignisse damit rechnen, lässt Nemerov sich ebenfalls den Koffer mit dem Auslösemechanismus für Atomwaffen kommen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Ryan macht sich Sorgen um Cathy, die als Chirurgin in einem Krankenhaus in Baltimore arbeitet, aber er hat keine Zeit, sich um sie zu kümmern. Fieberhaft versuchen er und der CIA-Agent John Clark (Liev Schreiber) nach den tatsächlichen Bombenlegern, um einen Dritten Weltkrieg im letzten Augenblick zu verhindern. Eine Untersuchung von Bodenproben in Baltimore ergibt, dass das explodierte Plutonium 1968 von der CIA aus den USA nach Israel geschafft worden war. Weil Ryan nicht an den mit seinen engsten Beratern in der „Air Force 1“ über dem Land kreisenden Präsidenten herankommt, schickt er Nemerov eine Botschaft. Die US-Regierung wisse, schreibt er, dass die Atombombe in Baltimore nicht von den Sowjets, sondern von Terroristen gezündet wurde. Die Nachricht wird in der „Air Force 1“ mitgelesen. Als Fowler davon erfährt, widerruft er dreißig Sekunden vor dem Aufsteigen der mit atomaren Sprengköpfen bestückten Raketen den Befehl zum Angriff.

Während Fowler und Nemerov ein amerikanisch-sowjetisches Abkommen unterzeichnen, werden Dressler und seine Männer von Geheimagenten umgebracht.

Cathy hat die atomare Explosion unbeschadet überlebt und zahlreiche Opfer im Krankenhaus medizinisch versorgt.

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Nach „The Hunt for Red October“ („Jagd auf Roter Oktober“), „Patriot Games“ („Die Stunde der Patrioten“) und „Clear and Present Danger“ („Das Kartell“) wurde auch Tom Clancys 1991 veröffentlichter Roman „The Sum Of All Fears“ („Das Echo aller Furcht“) verfilmt. Wieder geht es um den Helden Jack Ryan, der die Welt sozusagen im Alleingang rettet. Während die Figur in „Jagd auf Roter Oktober“ von Alec Baldwin und in den beiden folgenden Verfilmungen von Harrison Ford gespielt wurde, tritt in der Filmversion von „The Sum Of All Fears“ („Der Anschlag“) Ben Affleck auf. Aus Rücksicht auf die aktuelle politische Situation wurde die islamistische durch eine rechtsradikale Terroristenorganisation ersetzt. Die Handlung spielt zwar zu Zeiten des Kalten Krieges, aber als der vor dem Anschlag vom 11. September 2001 vorwiegend in Montreal gedrehte Film am 2. Juni 2002 ins Kino kam, korrespondierte er mit der neuen Angst vor dem Terrorismus.

Phil Alden Robinsons Politthriller „Der Anschlag“ zeigt Gefahren, die durch Atomwaffen in der Hand von Terroristen und vorschnelle Reaktionen in Panik geratener politischer Machthaber entstehen. Doch es geht in diesem Film weniger um eine message, als um action und spannende Unterhaltung. „Der Anschlag“ ist gut gefilmt, hervorragend besetzt und gekonnt inszeniert, aber für meinen Geschmack wurde zu wenig auf die Plausibilität der Handlung geachtet.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Sándor Márai - Die Möwe
Die konstruierte, manierierte Geschichte, in der Wahn und Wirklichkeit kaum zu unterscheiden sind, besteht im Grunde nur aus einem stundenlangen Gedankenaustausch der beiden Hauptfiguren.

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