Oxygen

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Oxygen

Originaltitel: Oxygen - Regie: Richard Shepard - Buch: Richard Shepard - Kamera: Sarah Cawley - Schnitt: Adam Lichtenstein - Musik: Rolfe Kent - Darsteller: Maura Tierney, Adrien Brody, James Naughton, Terry Kinney, Laila Robins, Paul Calderon, Dylan Baker, Bruno Gioiello u.a. - 1999; 85 Minuten

Inhaltsangabe

Ein Entführer, der für die in einem Erdloch versteckte Ehefrau eines reichen Industriellen ein Lösegeld erpresst, wird gleich nach der Geldübergabe festgenommen. In der Vernehmung spielt er seinen Trumpf aus: Die Entführte droht in wenigen Stunden zu ersticken, aber nur er weiß, wo sie zu finden ist.
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Kritik

"Oxygen" ist ein stilistisch und inhaltlich anspruchsloser, nicht immer plausibler, aber durchaus spannender Psychothriller, in dem Adrien Brody zeigt, dass er ein ausgezeichneter Schauspieler ist.

New York. Harry (Adrien Brody) entführt Frances Hannon (Laila Robins) und lässt ihr von seinem Komplizen im Wald ein Grab schaufeln. Verzweifelt bettelt die Ehefrau eines reichen Industriellen um Gnade. Sie muss sich in das Grab legen, das mit einer Holzplatte abgedeckt und dann zugeschaufelt wird. Eine Videoaufnahme davon erhält Clark Hannon (James Naughton). Er soll mit einer Million Dollar Lösegeld zum Grab des legendären Entfesselungskünstlers Houdini (1874 – 1926) kommen, dann werde man ihm verraten, wo er seine Frau ausgraben könne.

Nach der Geldübergabe weigert Harry sich, Clark Hannon das Versteck zu verraten, aber nach einer wilden Verfolgungsjagd wird er festgenommen.

Im Vernehmungsraum erklärt Harry, er werde nur aussagen, wenn die attraktive Polizeibeamtin, die ihn verfolgte, das Verhör durchführe. Während Detective Madeline Foster (Maura Tierney) geholt wird, nimmt Harry unbemerkt seine Zahnspange heraus und öffnet mit dem Draht seine Handschellen. So kann er sich Madeline mit ausgebreiteten Armen als Houdini-Erbe präsentieren. Aber die Polizisten, die das Verhör durch einen Einwegspiegel vom Nebenraum aus beobachten, stürmen sofort herein und fesseln ihn erneut.

Der rechte Ärmel von Madelines blauer Bluse rutscht hoch, und Harry sieht Brandmale, die offenbar von ausgedrückten Zigaretten stammen und darauf schließen lassen, dass die Polizistin masochistisch veranlagt ist. Er fragt, ob die Brandwunden von ihrem Mann stammen und begreift aufgrund ihres erschrockenen Blickes zum Spiegel, dass ihr Mann nebenan steht und nichts von den Perversionen seiner Frau wissen sollte. Tatsächlich handelt es sich um Captain Tim Foster (Terry Kinney), den Leiter der Abteilung.

Durch seine Beziehungen erreicht Clark Hannon, dass ein FBI-Beamter eingeflogen wird und die seiner Meinung nach inkompetente Polizistin ablöst. Der FBI-Beamte malt Harry aus, wie ein Verurteilter sich fühlen muss, wenn er hingerichtet wird. Aber davon lässt der Entführer sich nicht beeindrucken. Er verlangt stattdessen etwas zu essen und lässt sich dann im Hubschrauber zu einem Waldstück fliegen, auf dem „sie“ – wie er sagt – vergraben sei. Die Beamten schaufeln fieberhaft. Endlich stoßen sie auf Bretter – und entdecken die Hündin der Entführten, die Harry ebenfalls vergraben ließ.

Inzwischen erhält Madeline ein Streichholzbriefchen mit einer Hotelreklame und einer Zimmernummer. Das gab Harry für sie ab, bevor er in den Hubschrauber stieg. In dem Hotelzimmer finden sie und ihr Kollege Jessie (Paul Calderon) die Leiche von Harrys Komplizen. Madeline versteht, was der Verbrecher damit sagen will: Aufgrund dieses Mordes rechnet er mit der Todesstrafe, hat nichts mehr zu verlieren und deshalb auch keinen Grund, zu verraten, wo die Millionärsgattin vergraben ist.

23 Stunden nach der Entführung sitzt Harry wieder im Verhörraum. Er verlangt, mit Madeline allein gelassen zu werden, den Einwegspiegel abzudecken und die Mikrofone abzuschalten. Nur dann werde er ihr verraten, wo Frances Hannon liegt. Um das Leben der Frau zu retten, gehen die Beamten auf die ungewöhnliche Forderung ein, prüfen aber vorsichtshalber noch einmal seine Handschellen und ketten seine Füße am Tisch fest.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
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Tim lässt seine Mitarbeiter zu allen Zahnärzten in der Stadt ausschwärmen. Da Harry eine Zahnspange trug, könnte es sein, dass einer der Zahnärzte ihn anhand eines Fotos wiedererkennt. Tatsächlich erfahren die Polizisten auf diese Weise den richtigen Namen und die Adresse des Verbrechers. In der Wohnung findet Tim Skizzen und Notizen zu einem detaillierten Plan, in dem auch bereits vorgesehen ist, dass Harry nach seiner Festnahme mit einer Polizeibeamtin allein gelassen wird und mit ihr flieht. Sofort ruft Tim sein Revier an. Als die Beamten die Tür des Verhörraums öffnen, sind Harry und Madeline verschwunden. Die Handschellen und Ketten liegen am Boden. Die Abdeckung der Luftschächte wurde herausgerissen.

Auf seine Weise hält Harry das Versprechen, Madeline die Stelle zu verraten, wo Frances Hannon vergraben ist. Er lässt sich von ihr hinbringen, und während er schaufelt, weiht er Madeline in seinen weiteren Plan ein: Er will, dass man ihre Leiche neben der von Frances Hannon findet, wenn er in etwa einer Woche die Polizei anruft.

Frances scheint bereits erstickt zu sein. Plötzlich schlägt sie Harry jedoch eine schwere Taschenlampe auf den Kopf. Er stürzt in das Erdloch. Sie springt heraus. Madeline reißt ihre Pistole heraus und hält ihn damit ihn Schach. Unversehens löst sich ein Schuss und trifft Harry in die Brust. „Jetzt bist du frei“, sind seine letzten Worte.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

Richard Shepard: Mord und Margaritas

Ruth Schweikert - Erdnüsse. Totschlagen
Die schonungslose Offenheit, mit der Ruth Schweikert in "Erdnüsse. Totschlagen" zerrütteten Verhältnisse und verstörten Personen beschreibt sowie der knappe Stil und die einfallsreichen Metaphern machen diese Erzählungen zu lesenswerter Literatur.
Erdnüsse. Totschlagen

Ruth Schweikert

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