Todesschlaf

Todesschlaf

Todesschlaf

Todesschlaf - Originaltitel: Insomnia - Regie: Erik Skjoldbjaerg - Drehbuch: Nikolaj Frobenius und Erik Skjoldbjaerg - Kamera: Erling Thurmann-Andersen - Schnitt: Hakon Överas - Musik: Geir Jenssen - Darsteller: Stellan Skarsgård, Björn Floberg, Gisken Armand, Sverre Anker Ousdal, Maria Bonnevie u.a. - 1997; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Auf einer Müllkippe wird die nackte Leiche der 17-jährigen Schülerin Tania Lorenzen gefunden. Die norwegischen Kriminalbeamten, die mit den Ermittlungen betraut sind, werden von einem erfahrenen Kollegen aus Schweden unterstützt. Weil er unter Schlaflosigkeit leidet und völlig übermüdet ist, unterläuft ihm ein schwer wiegender Fehler, den er verzweifelt zu vertuschen sucht.
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Kritik

Erik Skjoldbjaerg verzichtet auf Effekthascherei und achtet stattdessen auf die Atmosphäre. "Todesschlaf" ist ein packender, düsterer Psychothriller. Stellan Skarsgard spielt die Rolle des überforderten schwedischen Polizisten sehr überzeugend.
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Auf einer Müllkippe wird die nackte Leiche der siebzehnjährigen Schülerin Tania Lorenzen gefunden. Um die norwegischen Kriminalbeamten Erik Witt (Sverre Anker Ousdal) und Hilde Hagen (Gisken Armand) bei den Ermittlungen zu unterstützen, reist ihr erfahrener schwedischer Kollege Jonas Engström (Stellan Skarsgård) an. In seinem Hotelzimmer kann er wegen der Mitternachtssonne und eines defekten Rollos kaum schlafen.

Tania wurde zuletzt auf einer Party gesehen, die sie mitten in der Nacht allein verließ. Offenbar hatte sie sich mit ihrem etwa gleichaltrigen Freund überworfen. In ihrer Wohnung hängen teure Kleider, die sich weder Tania noch ihr Freund hätten leisten können. Jonas Engström vermutet, dass es sich um Geschenke eines älteren Verehrers handelt.

Bei der Autopsie der Leiche stellt sich heraus, dass Tania an einer Hirnblutung gestorben ist. Spuren von Gewalt gibt es ebensowenig wie Hinweise auf ein Sexualverbrechen. Aber jemand hat sorgfältig alle Spuren beseitigt, die Tote nicht nur komplett ausgezogen, sondern ihr auch die Haare gewaschen und die Fingernägel gebürstet.

Die Polizei stellt dem Täter eine Falle: Im Fernsehen wird angedeutet, dass die Polizei in dem angeblich noch nicht gefundenen Rucksack der Toten Hinweise auf den Mörder vermute. Tatsächlich haben Jonas Engström und seine Kollegen den Rucksack längst untersucht. Sie platzieren ihn neben der Hütte, wo sie ihn fanden und legen sich auf die Lauer. Ein Mann nähert sich, nimmt den Rucksack und schickt sich an, ihn zu verbrennen. Als die Polizisten ihn anrufen und auf ihn zulaufen, verschwindet er in der Hütte. Mehrmals fordern die Beamten ihn auf, sich zu ergeben und herauszukommen. Dann dringen sie in die Hütte ein. Dort stoßen sie auf eine Falltür und darunter auf einen unterirdischen Gang, der oberhalb eines Bergsees ins Freie führt. Jonas Engström, Erik Witt und ein jüngerer Kollege verteilen sich und suchen das Gelände ab. Dichter Nebel behindert die Sicht. Plötzlich ist ein Schuss zu hören. Engström findet den jüngeren Polizisten, der am Boden liegt und aus einer Schussverletzung am Unterschenkel blutet. Engström entsichert seine Pistole und läuft in der angegebenen Richtung weiter. Neben ihm prallt eine Kugel am Felsen ab. Schemenhaft sieht er am Seeufer einen Mann und schießt. Der Mann bricht zusammen und bleibt liegen. Engström läuft hin und dreht ihn auf den Rücken. Es ist sein Kollege Erik Witt, der eigentlich in einem anderen Gebiet suchen sollte! Der übermüdete schwedische Kriminalbeamte hat den Falschen erschossen.

Beim Zurückgehen findet Engström eine Pistole. Er nimmt sie heimlich an sich und behauptet, Erik Witt sei von dem entkommenen Mörder getötet worden. Hilde Hagen wird mit der Klärung des Falls beauftragt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie herausfindet, dass die Schussverletzungen Erik Witts und des jungen Polizisten aus zwei verschiedenen Waffen stammen. Um das zu verhindern, erschießt Engström mit der Waffe des Geflüchteten einen Schäferhund, schneidet die Kugel aus dem Fleisch, säubert sie und tauscht sie gegen das Projektil aus seiner eigenen Waffe im Asservatenschrank der Polizei aus.

Engström lenkt den Verdacht auf den jungen Freund Tanias, dringt heimlich in dessen Wohnung ein und versteckt die gefundene Pistole unter dessen Bett – wo sie von seinen Kollegen erwartungsgemäß gefunden wird. Ohne sich mit Hilde Hagen abzusprechen, fragt er die Schülerin Ane (Maria Bonnevie) nach einem älteren Liebhaber ihrer toten Freundin Tania. Widerwillig bestätigt sie seinen Verdacht und gibt zu, dass sie während der Party Tanias Freund von dem älterem Verehrer erzählt habe. Es handelt sich um den Schriftsteller Jon Holt (Björn Floberg). Engström dringt in dessen Wohnung ein und nimmt ein Notizbuch mit. Daraufhin ruft Holt ihn an, verbittet sich weitere „Besuche“ und deutet an, dass er wisse, wie Erik Witt ums Leben kam.

Hilde Hagen ärgert sich darüber, dass Engström auf eigene Faust ermittelt, und in seiner Aussage über Erik Witts Tod fallen ihr Widersprüche auf.

Durch Zufall entdeckt Engström den Schriftsteller in einem öffentlichen Bus. Als er ihm nachzulaufen versucht, wird er von einem Auto angefahren. Er ist nicht ernstlich verletzt, setzt sich auf den Beifahrersitz und fordert den Fahrer auf, den Bus zu verfolgen. An einer Seilbahnstation holt er ihn ein. Auf dem Berg stellt er Jon Holt zur Rede. Die teuren Kleider stammen tatsächlich von dem Autor. Er war in die Schülerin verliebt, und sie bewunderte ihn, aber es handelte sich um eine platonische Beziehung. In der fraglichen Nacht kam sie aufgeregt zu ihm gelaufen, um sich bei ihm auszuweinen. Der kauzige Schrifsteller wollte sie nur trösten, aber der enge Körperkontakt erregte ihn. Nach dem Koitus wollte sie nur noch schlafen – und wachte nicht mehr auf. Um nicht als Mörder in Verdacht zu geraten, beseitigte er die Spuren und legte die nackte Leiche auf der Müllkippe ab. Dann tappte er in die Falle der Polizei und versuchte den Rucksack zu verbrennen. Er sah genau, wie Engström seinen Kollegen erschoss, denn er stand ganz in der Nähe hinter ihm.

Bei einer Befragung Anes stößt Hilde Hagen auf die Spur von Jon Holt und wundert sich, wieso Engström diese Information für sich behalten hat. Mit einem Durchsuchungsbefehl in der Tasche fährt sie zur Wohnung des Schriftstellers. Engström, der sie begleitet, sieht ihn weglaufen. Später macht er sich allein auf die Suche und findet Jon Holt in einer baufälligen Strandhütte. Es kommt zur Auseinandersetzung. Plötzlich bricht Jon Holt durch einen morschen Holzsteg und ertrinkt vor den Augen des Polizisten.

Der Mordfall Tania Lorenzen scheint geklärt zu sein. Die norwegische Polizei bedankt sich bei Jonas Engström. Wieder einmal habe er bewiesen, dass er seinen guten Ruf zu Recht trage. Zum Abschied reicht Hilde Hagen ihm eine Patronenhülse, die sie in der Nähe des Fundorts der Leiche von Erik Witt entdeckte: Sie stammt aus einer schwedischen Polizeiwaffe.

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Ein übermüdeter Polizist erschießt aus Versehen einen Kollegen und versucht verzweifelt, den Fehler zu vertuschen.

In seinem Debütfilm verzichtet der norwegische Regisseur Erik Skjoldbjaerg auf Effekthascherei und achtet stattdessen auf die Atmosphäre. „Todesschlaf“ ist ein packender, düsterer Psychothriller. Stellan Skarsgard spielt die Rolle des überforderten schwedischen Polizisten sehr überzeugend.

Synchronstimmen in „Todesschlaf“: Rainer Schmitt (Jonas Engström), Jan Harloff (Jon Holt), Edgar Hoppe (Erik Witt), Marion Martienzen (Hilde Hagen), Simone Seidenberg (Ane).

Christopher Nolan drehte 2002 in Hollywood ein Remake: Insomnia. Schlaflos.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

Christopher Nolan: Insomnia. Schlaflos

Monika Maron - Stille Zeile Sechs
Obwohl der Inhalt des Romans "Stille Zeile Sechs" von Monika Maron bedrückend ist, machen kluge Gedanken, feinsinnige Beobachtungen und sprachlich geschliffene Formulierungen die Lektüre zu einem Lesevergnügen.
Stille Zeile Sechs

Monika Maron

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