Ein Badeunfall

Ein Badeunfall

Ein Badeunfall

Originaltitel: Ein Badeunfall – Regie: Fritz Umgelter – Drehbuch: Karl Wittlinger – Kamera: Kurt Junek – Schnitt: Dorothee Maass – Musik aus "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart, "Fürst Irgor" von Alexander Borodin und "Voice in the Wilderness" von Ernest Bloch – Darsteller: Christine Merthan, Christian Quadflieg, Ulli Fessl, Eduard Wildner, Christine Böhm, Guido Wieland u.a. – 1976; 80 Minuten

Inhaltsangabe

Die Cellistin Jutta Kersten, die von ihren Eltern ein größeres Vermögen geerbt hat, hält den mittellosen Theaterarchitekten René Flottbeck für die große Liebe ihres Lebens. Auf die Warnungen ihrer Freundin Ingrid Hoch, René sei ein Don Juan und habe es nur auf ihr Geld abgesehen, hört sie nicht. Jutta ahnt nicht, dass Ingrid genau weiß, wovon sie spricht, weil sie selbst eine Affäre mit René hat ... Handlung, Inhalt, Inhaltsangabe, Zusammenfassung

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Kritik

Wer die großen Gesten und die dramatische Mimik der Hauptdarsteller in dem von Fritz Umgelter inszenierte Fernsehspiel "Ein Badeunfall" sieht, erkennt, wie sich die Schauspielkunst seit den 70er-Jahren weiterentwickelt hat.
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Die Cellistin Jutta Kersten (Christine Merthan), deren Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen und ihr ein größeres Vermögen hinterließen, hält den mittellosen 27-jährigen Theaterarchitekten René Flottbeck (Christian Quadflieg) für die große Liebe ihres Lebens. Auf die Warnungen ihrer Freundin Ingrid Hoch (Ulli Fessl), René sei ein Don Juan und habe es nur auf ihr Geld abgesehen, hört sie nicht. Jutta ahnt nicht, dass Ingrid, die im Orchester Querflöte bläst und mit dem Jurastudenten Felix Keller (Eduard Wildner) liiert ist, sehr genau weiß, wovon sie spricht, weil sie selbst eine Affäre mit René hat. Auch die im Konzerthaus beschäftigte Kellnerin Uschi Wenz (Christine Böhm) ist eine Geliebte Renés.

Während einer Probe krümmt Jutta sich vor Schmerzen. Der Arzt Dr. Fall (Guido Wieland) hatte ihr bereits geraten, sich den Blinddarm herausnehmen zu lassen, aber sie wollte bei den Proben nicht fehlen. Jetzt bringt René sie ins Krankenhaus, und sie wird operiert.

Am nächsten Tag hören René und Ingrid zufällig, wie Dr. Fall von einer Operation erzählt, bei der sich unerwartet herausstellte, dass die Patientin unheilbar an Krebs erkrankt ist und höchstens noch zwei Monate leben wird, was er ihr aber nicht sagen wird. Ort und Zeit lassen keinen Zweifel zu, dass es um Jutta geht.

Kurz nachdem René Jutta aus dem Krankenhaus abgeholt hat, heiraten sie und packen für einen achtwöchigen Urlaub in Jugoslawien.

Ingrid, die ihren Verdacht bestätigt sieht, dass René es auf Juttas Vermögen abgesehen hat, erfährt während der Abwesenheit des Paares, dass Dr. Fall nicht von Jutta sprach, sondern von einer anderen Frau, die inzwischen bereits starb. Weil sie befürchtet, dass René seine Frau töten wird, wenn er merkt, dass sie nicht an einer Krankheit stirbt, schreibt sie Jutta einen Brief und klärt sie über alles auf.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Jutta erhält den Brief, während René mit dem von ihr gemieteten Motorboot unterwegs ist. Am nächsten Morgen überredet sie ihn, so lange mit ihr aufs Meer hinauszufahren, bis keine anderen Boote mehr zu sehen sind. Sie halten an und spielen mit einem Ball im Wasser. Während René vom Boot wegschwimmt, um den Ball zu holen, klettert Jutta zurück an Bord, zieht die Schiffsleiter ein und fährt gerade immer so weit, dass er keine Chance hat, das Boot zu erreichen: Ihre Liebe ist in Hass umgeschlagen, und sie schaut zu, wie René ertrinkt.

Nach diesem angeblichen Badeunfall kehrt sie zurück und spielt wieder mit Ingrid im Orchester.

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Die Geschichte, die Karl Wittlinger (Drehbuch) und Fritz Umgelter (Regie) in dem Fernsehspiel „Ein Badeunfall“ erzählen, ist denkbar einfach. Dass jemand sterben wird, ist nicht nur aufgrund des Titels zu erwarten, sondern auch weil von Anfang an immer wieder ein Motorboot und eine in der Nähe schwimmende Person eingeblendet werden und diese Szene mit einem bedrohlich klingenden Musikthema untermalt ist. Wer ums Leben kommt, lässt sich aus dramaturgischen Gründen vorhersehen.

Durch den Vergleich mit aktuellen Filmen erkennt man, wie sich die Schauspielkunst im Kino bzw. im Fernsehen seit den Siebzigerjahren weiterentwickelt hat. Während erstklassige Darsteller heute mit kleinen Gesten und minimaler aber facettenreicher Mimik starke Gefühle nuanciert ausdrücken, agieren Christine Merthan, Christian Quadflieg und Ulli Fessl in „Ein Badeunfall“ noch mit großen Bewegungen und dramatischen Gesichtsausdrücken, um grob anzudeuten, was in den Figuren vorgeht.

Der Fernsehfilm „Ein Badeunfall“ wurde im März 1976 erstmals ausgestrahlt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

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