Männer sind auch nur Frauen

Männer sind auch nur Frauen

Männer sind auch nur Frauen

Männer sind auch nur Frauen - Originaltitel: L'homme est une femme comme les autres - Regie: Jean-Jacques Zilbermann - Drehbuch: Jean-Jacques Zilbermann und Gilles Taurand, nach einer Story von Joële Van Effenterre und Jean-Jacques Zilbermann - Kamera: Pierre Aïm - Schnitt: Monica Coleman - Darsteller: Antoine de Caunes, Elsa Zylberstein, Gad Elmaleh, Michel Aumont, Maurice Bénichou, Judith Magre, Catherine Hiegel, Stéphane Metzger, Edwin Gerard, Noëlla Dussart, Jean-François Dérec, Sacha Santon, Gilles Atlan, Irene Zilbermann, Jesse Joe Walsh u.a. - 1998; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Der junge homosexuelle Klarinettist Simon Eskanazy lebt in Paris. Sein Onkel, ein reicher Bankier, der nicht möchte, dass der jüdische Familienname ausstirbt, bietet ihm viel Geld für eine Hochzeit. Zum Schein lässt Simon sich darauf ein und heiratet die von seinem Klarinettenspiel begeisterte amerikanische Sängerin Rosalie, die zu einer orthodoxen jüdischen Großfamilie in New York gehört. Simon verliebt sich wirklich in sie und gesteht ihr die Wahrheit. Obwohl beide versuchen, trotz allem eine glückliche Ehe zu führen, ist ihre Beziehung zum Scheitern verurteilt.
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Kritik

Jean-Jacques Zilbermann hat die Tragikomödie "Männer sind auch nur Frauen" recht konventionell inszeniert. Sehenswert ist der Film, weil es sich um eine leichthin erzählte, unterhaltsame Geschichte handelt.
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Salomon Eskanazy (Michel Aumont), ein jüdischer Bankier in Paris, macht sich Sorgen um die Familie, denn der einzige Nachkomme mit dem Namen Eskanazy ist schwul. Deshalb bietet er Simon Eskanazy (Antoine de Caunes) 10 Millionen Francs unter der Bedingung, dass er heiratet und stellt ihm darüber hinaus sein Stadtpalais als Erbe in Aussicht. Simons Mutter ist begeistert von dem Angebot und drängt ihren Sohn, es anzunehmen. Er soll wenigstens zum Schein heiraten und könne sich dann ja wieder scheiden lassen. Aber Simon sträubt sich – bis ihm die Bank seines Onkels weitere Kredite verweigert, die Überweisung für seine Miete platzen lässt und eines Abends sein Wohnungsschlüssel nicht mehr passt, weil der Vermieter das Schloss auswechseln ließ. Glücklicherweise ist er in Begleitung einer amerikanischen Gesangsstudentin, die ihn gerade ansprach, weil sie von seinem Klarinettenspiel bei der Hochzeitsfeier seines Cousins David (Gad Elmaleh) hingerissen war: Rosalie Baumann (Elsa Zylberstein). Die junge Frau nimmt Simon bei sich auf, stellt aber klar, dass sie die Vorschriften des orthodoxen Judentums befolgt und jungfräulich in die Ehe gehen will.

Durch die Bekanntschaft mit Rosalie ändert Simon seine Meinung, denn das hübsche, unerfahrene Mädchen könnte er sich als Braut seiner Scheinhochzeit gut vorstellen. Um sie dafür zu gewinnen, möchte er seine Klarinette zurückhaben, die er David zur Hochzeit schenkte, aber der hat das Familienerbstück bereits verkauft. Als Rosalie erfährt, dass die Klarinette bei einer Auktion angeboten wird, ersteigert sie das Instrument für Simon, damit er für sie spielen kann.

Nach einiger Zeit fliegt Rosalie mit ihrem neuen Freund nach New York, um ihn ihren Eltern vorzustellen. Weil Simon nicht gläubig ist, weiß er sich in der orthodoxen Familie nicht richtig zu benehmen, aber er gewinnt Rosalies Eltern (Maurice Bénichou, Catherine Hiegel), Geschwister, Nichten und Neffen mit seinem Klarinettenspiel. Rosalies achtzehnjähriger Bruder Daniel (Stéphane Metzger) verliebt sich sogar in den schönen Besucher und vertraut ihm an, dass er schwul ist, seine Schläfenlocken künstlich sind und er davon träumt, die Familie zu verlassen und nach seinem Gusto zu leben. Simon schluckt drei Schlaftabletten, um nicht aus der Rolle zu fallen und sich auf eine Affäre mit Daniel einzulassen.

Unmittelbar vor der Hochzeitszeremonie verrät Simon seiner Braut, dass er noch nie mit einer Frau geschlafen habe. Rosalie kann es kaum glauben, aber sie freut sich darüber, dass er genauso unberührt in die Ehe geht wie sie. Da gesteht Simon ihr die Wahrheit. Rosalie ist so verliebt, dass sie sich nicht von der Hochzeit abbringen lässt und darauf hofft, ihren Mann im Lauf der Zeit umpolen zu können.

Onkel Salomon behauptet plötzlich, die Abmachung habe nicht für die Hochzeit, sondern fürs erste Kind gegolten, aber Simon verzichtet auf das Geld.

Obwohl Rosalie geduldig ist und Simon sich wirklich bemüht, erregt ihn ein weiblicher Körper einfach nicht. Als David sich von Nathalie (Noëlla Dussart) scheiden lassen will, werden die beiden Männer von ihren Frauen verdächtigt, ein homosexuelles Verhältnis zu haben. Schließlich hält Rosalie es nicht mehr aus und kehrt zu ihrer Familie in New York zurück.

Einige Monate später reist Simon ihr nach und besucht eines ihrer Klezmer-Konzerte. Als sie danach mit ihrem Pianisten zum Taxi läuft, passt Simon sie ab, aber sie erklärt ihm, das Kapitel ihrer Ehe sei für sie endgültig abgeschlossen. Simon lacht, während sie ihn zum Abschied umarmt, und als sie ihn nach dem Grund fragt, verrät er ihr, er habe eine Erektion. Aber es ist zu spät: Rosalie fährt mit ihrem Pianisten davon.

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In Frankreich schauten sich 1998 mehr Leute „L’homme est une femme comme les autres“ („Männer sind auch nur Frauen“) an als beispielsweise „Titanic“. In Deutschland schaffte es die französische Tragikomödie von Jean-Jacques Zilbermann allerdings nicht ins Kino; eine synchronisierte Fassung hatte erst am 14. August 2006 Premiere bei Arte.

Es geht in „Männer sind auch nur Frauen“ um einen homosexuellen Franzosen, der aus Berechnung eine von seinem Klarinettenspiel begeisterte Amerikanerin heiratet, sich jedoch wirklich in sie verliebt und seiner Braut die Wahrheit gesteht. Obwohl beide versuchen, trotz allem eine glückliche Ehe zu führen, ist es ihnen nicht möglich: Am Ende müssen sie sich das Scheitern ihrer Beziehung eingestehen. Da Simon ein ungläubiger Jude aus Paris ist und Rosalie einer orthodoxen jüdischen Großfamilie in New York angehört, prallen in dem Film nicht nur Homo- und Heterosexualität aufeinander, sondern auch diese beiden sehr verschiedenen Milieus.

Jean-Jacques Zilbermann hat „Männer sind auch nur Frauen“ recht konventionell inszeniert. Optisch und stilistisch gibt der Film nicht viel her. Sehenswert ist er, weil es sich um eine leichthin erzählte, unterhaltsame Geschichte handelt.

Synchronisation: Andreas W. Schmid (Buch und Dialogregie), Robert Missler (Simon), Coline Fontanges (Rosalie), Christian Stark (David). Die Sopranistin Rosalie Becker doubelte den Gesang, und Giora Feidman spielte die Klarinette.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

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