Jacques Tati: Tatis Schützenfest
mit Jacqaues Tati u.a.
     
Kritik:

Jacques Tati ist mit "Schützenfest" ein poetischer, liebevoller und urkomischer Film gelungen.

Filmkritik

 

Tatis Schützenfest

 
  Inhalt:

In "Tatis Schützenfest" kommt es durch Fortschritt und Rationalisierung in einem Dorf zur Katastrophe, denn da bleiben die persönlichen Beziehungen auf der Strecke.

Inhaltsangabe, Handlung




Tatis Schützenfest - Originaltitel: Jour de fête - Regie: Jacques Tati - Drehbuch: Jacques Tati, Henri Marquet und René Wheeler - Kamera: Jacques Mercanton und Marcel Franchi - Schnitt: Marcel Moreau - Musik: Jean Yatove - Darsteller: Jacques Tati, Paul Franceur, Guy Decomble, Santa Relli, Maine Vallée, Roger Rafal, Jacques Beauvais u.a. - 1947; 85 Minuten

   


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Jacques Tati: Tatis Schützenfest

Inhaltsangabe:

François (Jacques Tati), der linkische Briefträger in dem verträumten Dorf St.-Sévère-sur-Indre, begeistert sich plötzlich für den Fortschritt: Nachdem er im Kinozelt auf dem Schützenfest in einem Film gesehen hat, dass die Post in den USA mit Flugzeugen befördert wird, nimmt er sich keine Zeit mehr für ein Gläschen Wein oder ein Schwätzchen im Bistro, denn das Motto lautet von nun an: "Rapidité!" Auf seinem klapprigen Fahrrad hetzt er durchs Dorf und erfindet waghalsige Kunststücke, um Zeit zu sparen. Die anderen Dorfbewohner schütteln den Kopf, wenn sie ihn rasen sehen.

Filmkritik:

In "Tatis Schützenfest" kommt es durch Fortschritt und Rationalisierung in einem Dorf zur Katastrophe, denn da bleiben die persönlichen Beziehungen auf der Strecke. Tatis Kritik richtet sich wohl auch gegen die Amerikanisierung des Lebens, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa einsetzte. Bücher von Dieter Wunderlich Den Film inszenierte er als ein Geflecht von Miniaturgeschichten rund um den Postboten François.

Jacques Tatischeff wurde 1908 in Frankreich geboren, als Sohn eines Kunstrestaurators, Enkel eines russischen Grafen und mit italienischen, niederländischen und französischen Vorfahren. In den Dreißigerjahren trat er als angeblich betrunkener Pausenkellner in einem Pariser Nachtclub auf und zog als Pantomime durch Kabaretts, Varietés und Zirkuszelte. 1947 drehte er seinen ersten Kurzfilm: "Die Schule der Briefträger".

Mit "Tatis Schützenfest" ist ihm ein poetischer, liebevoller und urkomischer Film gelungen, der 1949 bei den Filmfestspielen in Venedig und im Jahr darauf mit dem Grand Prix du Cinema ausgezeichnet wurde.

Übrigens drehte Jacques Tati auf farbigem Versuchsmaterial, das ihm die Firma Thomson kostenlos zur Verfügung stellte. Zum Glück hatte der Kameramann auf einer parallelen Schwarz-Weiß-Version bestanden, denn als man merkte, dass von dem Farbmaterial keine Kopien für die Kinos hergestellt werden konnten, kam der Streifen wenigstens in Schwarz-Weiß heraus. Eine teilweise handkolorierte Fassung brachte Jacques Tati 1964 in die Kinos. Erst 1995 gelang es seiner Tochter Sophie Tatischeff und dem Kameramann François Ede, mit elektronischen Mitteln Farbkopien des Originalmaterials zu rekonstruieren. Allerdings fehlen in dieser Version zwei Szenen.

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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