Sea of Love

Sea of Love

Sea of Love

Originaltitel: Sea of Love - Regie: Harold Becker - Drehbuch: Richard Price - Kamera: Ronnie Taylor - Schnitt: David Bretherton - Musik: Trevor Jones - Darsteller: Al Pacino, Ellen Barkin, John Goodman, Lorraine Bracco, Michael Rooker, Richard Jenkins, William Hickey, Paul Calderon, Gene Canfield, Larry Joshua, Christine Estabrook u.a. - 1989; 110 Minuten

Inhaltsangabe

In einem vornehmen Apartmenthaus fühlt sich eine der Bewohnerinnen nachts durch laute Musik von nebenan gestört. Sie klopft an die Zimmertür. Die ist nur angelehnt. Die Musik – "Sea of Love" – kommt vom Plattenspieler. Auf dem Bett liegt ein nackter Mann mit dem Bauch nach unten. Er wurde durch einen Kopfschuss getötet ...
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Kritik

Bei "Sea of Love" handelt es sich um einen spannender Erotikthriller über einsame Großstadtmenschen von Harold Becker.
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Der New Yorker Polizist Frank Keller (Al Pacino) feiert gerade sein 20-jähriges Dienstjubiläum. Seine Frau hat er an den Kollegen Gruber (Richard Jenkins) verloren, der seit sechs Jahren mit ihm in derselben Abteilung arbeitet. Es kommt vor, dass er um 3 Uhr nachts betrunken zum Telefon greift und seine Exfrau sprechen möchte, angeblich weil er wegen einer Blinddarmentzündung ihre Hilfe benötigt.

In einem vornehmen Apartmenthaus fühlt sich eine der Bewohnerinnen nachts durch laute Musik von nebenan gestört. Sie klopft an die Zimmertür. Die ist nur angelehnt. Die Musik – „Sea of Love“ – kommt vom Plattenspieler. Auf dem Bett liegt ein nackter Mann mit dem Bauch nach unten. Er wurde durch einen Kopfschuss getötet.

Kurz danach wird Frank Keller, der die Ermittlungen durchführt, von einem Kollegen namens Sherman (John Goodman) angesprochen, der in seinem Revier einen ähnlichen Fall bearbeitet. Noch einmal sieht Frank Keller sich in dem Apartment des Ermordeten um. Da läutet es an der Tür: Eine junge Frau mit Luftballons steht da, die sich aufgrund einer Kontaktanzeige mit dem Toten verabredet hatte. Kontaktanzeigen finden Keller und Sherman auch von dem anderen Opfer, und beide Männer hatten die aufgegebenen Texte gereimt. Wurden sie von einer der Frauen, die sie dadurch kennen lernten, nach dem Geschlechtsverkehr erschossen?

Es gab noch ein drittes gereimtes Inserat in der entsprechenden Zeitungsausgabe. Keller und Sherman suchen den Auftraggeber auf. Er hat Familie und schwört, sich mit keiner der Damen, die seine Anzeige beantworteten, verabreden zu wollen. Am nächsten Tag wird er ebenfalls erschossen. Wieder läuft auf dem Plattenspieler „Sea of Love“.

Die beiden Polizisten setzen selbst eine Kontaktanzeige in die Zeitung. Der Reim stammt von Kellers verstorbener Mutter. Mit den Damen, die sich melden, verabredet sich Keller in einem Restaurant. Er gibt sich als Mitarbeiter einer Druckerei aus. Unter dem Hemd trägt er ein Mikrofon, vor dem Gebäude steht ein Abhörwagen der Polizei, am Nachbartisch sitzen Kriminalbeamte, und Sherman versucht als Kellner die benutzten Gläser der Damen sicherzustellen, damit die Fingerabdrücke überprüft werden können.

Eine der Damen heißt Helen (Ellen Barkin). Sie behauptet, an Liebe auf den ersten Blick zu glauben, bei Frank Keller jedoch nichts zu verspüren und verlässt das Lokal, ohne ihr Glas berührt zu haben.

Ein Zeuge (Michael Rooker) meldet sich bei der Polizei und gibt an, er habe zur fraglichen Zeit in der Nähe des Tatorts einen verdächtigen jungen Mann mit Afrolocken gesehen, der durch den Keller eines Supermarktes weggelaufen sei. Als Frank Keller die Mitarbeiter des Geschäfts befragt, begegnet er Helen, die hier einkauft. Sie verbringen den Abend gemeinsam in einer Bar. Sie fragt ihn, ob das Gedicht in der Kontaktanzeige von einer Frau gewesen sei. Helen arbeitet als Verkäuferin in einem Schuhgeschäft und ist ebenfalls geschieden. Auf ihre Tochter Sara passt ihre Mutter auf, die für ein paar Tage bei ihr wohnt. Helen kommt mit in Franks Wohnung. Als sie ins Bad geht, entdeckt er in ihrer offenen Handtasche eine Pistole. Hat er sich ausgerechnet in die Mörderin verliebt? Hat sie es jetzt auf ihn abgesehen? Er holt seine eigene Waffe heraus, und sobald Helen wieder ins Zimmer kommt, überwältigt er sie. Bei dem Gegenstand in der Handtasche handelt es sich um eine Starterpistole. Langsam erholt sich Helen von dem Schrecken. „Verfluchte Großstadt. Was die aus uns macht!“, schimpft Frank.

Am nächsten Tag erfährt er von seinem Kollegen, dass keiner der inzwischen gesammelten Fingerabdrücke mit einer der Spuren an den Tatorten übereinstimmt. Sherman erinnert Keller daran, dass eine der Frauen ihr Glas nicht anfasste.

Frank geht in das Schuhgeschäft, in dem Helen arbeitet.

Zwei Kleinganoven fühlen sich von seinem Blick provoziert und vermuten, dass er ein „Bulle“ ist. Verwundert sieht Helen ihn an. Da hält er ihr seine Marke vors Gesicht und schimpft frustriert, nachdem sie jetzt wisse, dass er Polizist sei, wolle sie bestimmt nichts mehr von ihm wissen. Ohne ihre Antwort abzuwarten, dreht er sich um und verlässt den Laden. Aber sie läuft ihm auf die Straße nach und macht ihm klar, dass er keinen Grund habe, sie so zu behandeln. „Lüg‘ mich nie wieder an“, mahnt sie ihn. „Das hasse ich.“

Am Abend ruft Frank sie von einer Telefonzelle aus an und verabredet sich mit ihr in dem Supermarkt. Auf seine Bitte hin trägt sie nur einen schwarzen Mantel und nichts darunter. Sie nimmt ihn mit in ihre Wohnung. Am anderen Morgen steht er vor ihr auf und durchsucht ihre Platten. „Sea of Love“ ist darunter. Bevor er geht, öffnet sie die Tür zum Kinderzimmer einen Spalt und zeigt ihm ihre schlafende Tochter. „Oh, niedlich“, meint er höflich. Diese Prüfung hat er nicht bestanden.

Beim Abendessen in einem Restaurant will er ihr vorschlagen, mit ihrer Tochter zu ihm in seine Wohnung zu ziehen. Doch er scheut sich, ihr das zu sagen. Um seine Unsicherheit zu überspielen, trinkt er schon vor dem Essen ein paar Gläser. Er kritisiert Helen, weil sie auf Kontaktanzeigen antwortete. Als sie entgegnet, er habe sogar welche aufgegeben, wischt er ihr Argument vom Tisch: Das könne man nicht vergleichen. Bei ihm sei es Dienst gewesen; er habe bei den Verabredungen sogar eine Abhörwanze getragen. Da läuft sie fort.

Um 1 Uhr nachts läutet er an ihrer Wohnungstür. Er fleht sie an, ihn nicht allein zu lassen, er könne ohne sie nicht einschlafen. Während sie ins Nebenzimmer geht, um ihrer Mutter Bescheid zu sagen, entdeckt er Zeitungsseiten mit den angestrichenen Kontaktanzeigen der drei Mordopfer. Als sie ihm sagt, ihre Mutter schlafe und sie wolle eigentlich auch allein sein, ist er froh, dass er sich verabschieden kann: „Du hörst von mir.“

Noch in der Nacht taucht Helen bei ihm in seinem Apartment auf. „Du hörst von mir“, beschwert sie sich. „Ist das deine Art, Frauen abzuschütteln?“ Als sie „Sea of Love“ auflegt, greift er nach ihrer Handtasche, wirft die Signalpistole in eine Zimmerecke und bietet ihr seine Dienstwaffe an. „Bringen wir’s hinter uns!“ Was mit den anderen Männern war, will er wissen. Sie beteuert verstört, nur mit einem von ihnen geschlafen zu haben. Frank wirft sie hinaus.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Gleich darauf läutet es an seiner Tür. Draußen ist der angebliche Zeuge, der die Polizei auf den jungen Mann mit dem Afrolook hinwies. Er dringt in die Wohnung ein, schlägt Frank nieder und zwingt ihn mit vorgehaltener Pistole, sich aufs Bett zu legen: „Zeig‘ mir, wie du es mit meiner Frau gemacht hast!“ Es handelt sich um Helens Exmann Terry. Es kommt zu einem heftigen Kampf, in dessen Verlauf er aus dem Fenster in die Tiefe stürzt.

Wie die Polizei herausfindet, beschattete er Helen seit acht Monaten und erschoss die Männer, die er für ihre Liebhaber hielt. Helen sagt aus, sie habe ihn fast ein Jahr lang nicht gesehen und gehofft, er sei endgültig aus ihrem Leben verschwunden.

Einige Zeit später treffen sich Keller und Sherman in einer Bar. Frank hat seit sieben Wochen keinen Alkohol mehr getrunken und bestellt auch jetzt ein Soda mit Limone. Mehrmals versuchte er, Helen wiederzusehen, aber sie wollte nichts von ihm wissen, und er kann es ihr nicht verübeln.

Noch einmal wartet er vor dem Schuhgeschäft auf sie. Sie sperrt ab, erblickt ihn, dreht sich aber grußlos um und geht los. Frank läuft ihr nach und redet so lange auf sie ein, bis sie bereit ist, es noch einmal mit ihm zu versuchen.

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Bei „Sea of Love“ handelt es sich um einen ebenso stilvollen wie spannenden Erotikthriller über einsame Großstadtmenschen. Männer werden nach dem Koitus getötet, und der ermittelnde Polizeibeamte verliebt sich ausgerechnet in die mutmaßliche Mörderin: Das ist wie in Paul Verhoevens drei Jahre später gedrehtem Shocker „Basic Instinct“. Richard Price (Drehbuch) und Harold Becker (Regie) geben in „Sea of Love“ zugleich ein illusionsloses Bild von der Tristesse einer Großstadt wie New York, in der viele Menschen allein sind. Hervorzuheben sind außerdem die schauspielerischen Leistungen vor allem von Al Pacino, Ellen Barkin und John Goodman.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002 / 2008

Charlotte Link - Die Täuschung
Charlotte Link springt in "Die Täuschung" zwischen mehreren Handlungssträngen hin und her. Über 160 Seiten vor dem Ende entlarvt sie den Mörder und beschäftigt sich von da an v. a. mit den Motiven der Hauptfiguren.
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