Meerjungfrauen küssen besser

Meerjungfrauen küssen besser

Meerjungfrauen küssen besser

Originaltitel: Mermaids - Regie: Richard Benjamin - Drehbuch: June Roberts, nach dem Roman "Mermaids" von Petty Dann - Kamera: Howard Atherton - Schnitt: Jacqueline Cambas - Musik: Jack Nitzsche - Darsteller: Cher, Bob Hoskins, Winona Ryder, Christina Ricci, Michael Schoeffling u.a. - 1990; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Die flotte Mrs. Flax lebt mit ihren beiden Töchtern allein, das heißt, so ganz allein auch nicht, denn sie läuft so aufreizend herum, dass sie nie lange ohne einen Liebhaber ist. Wird sie seiner überdrüssig, zieht sie mit ihren Kindern weiter. Achtzehn Mal ist das bereits geschehen.
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Kritik

"Meerjungfrauen küssen besser" ist eine amüsant-charmante Komödie über eine allein erziehende Mutter, einen biederen Schuhhändler, der sie heiraten und ihren Kindern ein guter Stiefvater werden möchte sowie eine pubertierende Tochter, die über ihre eigenen Triebe erschrickt.
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Nachdem ihr Mann sie während der ersten Schwangerschaft verlassen hat, lebt die flotte Mrs. Flax (Cher) mit ihren beiden Töchtern Charlotte (Winona Ryder) und Kate (Christina Ricci) allein, das heißt, so ganz allein auch nicht, denn sie läuft so aufreizend herum, dass sie nie lange ohne einen Liebhaber ist. Wird sie seiner überdrüssig, tippt sie mit geschlossenen Augen auf eine Karte der USA und zieht mit ihren Kindern dorthin. 1963 kommen sie zum 18. Mal in eine neue Stadt.

Die fünfzehnjährige Charlotte leidet darunter. Sie wünscht sich, dass ihr Vater zurückkommt, von dem sie nur den abgerissenen Teil eines Fotos besitzt, auf dem der Kopf fehlt. Während sich Mrs. Flax figurbetont kleidet, hüllt sie sich in Strickjacken und stapft in immer denselben Stiefeln herum. Ungeachtet ihrer jüdischen Herkunft richtet sie in jeder Wohnung einen Altar ein, betet und träumt davon, in einem Kloster der Welt zu entsagen. Als sie befürchtet, sich in Joe (Michael Schoeffling), den jungen Fahrer des Schulbusses und Hausdiener des nahen Klosters, verliebt zu haben, sehnt sie sich nach Küssen und Umarmungen, betet aber erschreckt darum, stark genug zu sein, um den Trieben zu widerstehen. Als er sie auf dem Glockenturm des Klosters endlich küsst, konsultiert sie einen Gynäkologen, weil sie befürchtet, davon schwanger geworden zu sein. Ist es der Mutter Gottes nicht ähnlich ergangen?

Die 10-jährige Kate, die ständig mit einer Badekappe herumläuft, gehört zu den besten Schwimmerinnen ihrer Schulklasse und trainiert in der Badewanne das Luftanhalten, um einen Rekord aufstellen zu können.

Beim Schuhekaufen – Charlotte geht zwar mit, weigert sich aber, ihre Stiefel auszuziehen – lernen die drei den Inhaber des Geschäfts kennen. Lou Landsky (Bob Hoskins), ein biederer, lebensfroher Mann, verliebt sich in die extravagante Mrs. Flax, die ihn um eine Kopflänge überragt und zehn Jahre jünger ist. Es dauert nicht lang, dann kümmert er sich wie ein Vater um die beiden Töchter seiner Geliebten. Als Charlotte mit dem Auto ihrer Mutter durchbrennt, holt er sie zurück. Und für Kate richtet er ein Zimmer ein, in dem sie sich wie auf dem Meeresboden fühlen kann.

An Silvester besucht Mrs. Flax im Kostüm einer Meerjungfrau mit Lou einen Kostümball. Lou hat es nicht auf eine Liebesaffäre abgesehen, sondern er wünscht sich eine feste Beziehung und macht Mrs. Flax einen Heiratsantrag, aber die junge Mutter kann sich nicht vorstellen, ihr ungebundenes Leben aufzugeben. Sie möchte mit ihm ins Bett, aber er zieht sich traurig zurück.

Währenddessen hat Charlotte sich geschminkt, ein Kleid ihrer Mutter angezogen und ist in hochhackige Schuhe geschlüft, die ihr viel zu groß sind. Zusammen mit Kate geht sie hinauf ins Kloster. Kate soll am Teich Steine sammeln, während Charlotte rasch auf den Turm steigen will. Wie erhofft, sitzt dort Joe allein und einsam. Sie küssen sich. Endlich passiert es: sie verliert ihre Unschuld.

Geschrei der Klosterschwestern alarmiert sie. Kate ist ausgerutscht und ins Wasser gefallen. Das bewusstlose Kind wird von einer Nonne ans Ufer getragen. Im Krankenhauses treffen schließlich auch die Mutter und Lou ein. Mrs. Flax sieht aus, als könne sie Charlotte etwas antun. Joe fährt sie nach Hause: die Liebesaffäre zwischen ihm und Charlotte ist beendet, bevor sie richtig angefangen hat. Als Mrs. Flax heimkommt, warnt sie ihre Tochter, ihr aus dem Weg zu gehen und beginnt zu packen. Doch nach einer Weile sitzen die beiden nebeneinander und beginnen zu reden.

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Eine allein erziehende Mutter, die weder alt werden, noch ihre Ungebundenheit aufgeben möchte. Ein biederer Schuhhändler, der sich in sie verliebt, ihr ein guter Ehemann und ihren Kindern ein guter Stiefvater sein möchte. Eine Pubertierende, die die sexuelle Freizügigkeit ihrer Mutter missbilligt und über ihre eigenen Triebe erschrickt. Daraus machte Richard Benjamin eine amüsant-charmante Komödie: „Meerjungfrauen küssen besser“.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

Uwe Timm - Vogelweide
Uwe Timm versteht es zwar, assoziativ zwischen Oberflächlichem und Tiefgründigem zu wechseln, aber etwas Straffung hätte dem um das Thema Liebe und Begehren kreisenden Roman "Vogelweide" nicht geschadet.
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