Der Fall Vera Brühne

Der Fall Vera Brühne

Der Fall Vera Brühne

Originaltitel: Vera Brühne / Der Fall Vera Brühne - Regie: Hark Bohm - Drehbuch: Hark Bohm - Kamera: Frank Küpper - Schnitt: Inez Regnier - Musik: Stephan Zacharias - Darsteller: Corinna Harfouch, Uwe Ochsenknecht, Ulrich Noethen, Hans-Werner Meyer, Fritz Wepper, Udo Wachtveitl, Anton Pointecker, Katja Flint, Mavie Hörbiger u.a. - 2001; 285 / 180 Minuten

Inhaltsangabe

1960 wurden in einer Villa am Starnberger See die Leichen des Arztes Dr. Otto Praun und seiner Haushälterin Elfriede Kloo gefunden. Man hatte sie erschossen. Als Mörder verurteilte ein Münchner Gericht die 52-jährige "Lebedame" Vera Brühne und den drei Jahre jüngeren Schlosser Johann Ferbach in einem umstrittenen Indizienprozess zu lebenslangen Zuchthausstrafen ...
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Kritik

Authentischer, akribisch recherchierter Fernsehfilm über einen der umstrittensten Mordprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. "Vera Brühne" ist ein atemberaubendes Drama mit zwei großartigen Hauptdarstellern.
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Über Vera Brühne und den Mordfall

Hark Bohm versichert, er könne jede Szene seines Films durch Gerichtsakten belegen. Er erzählt denn auch nicht eine Version des Mordes, sondern drei, eine von den Ermittlungen der Kriminalpolizei gestützte, dann die Rekonstruktion durch das Gericht und schließlich eine spätere Zeugenaussage. Die Polizei ging zuerst davon aus, Otto Praun habe Elfriede Kloo und dann sich selbst erschossen. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass Vera Brühne im Auto wartete, während Johann Ferbach an der Villa Dr. Prauns läutete, von der Haushälterin eingelassen wurde, sie mit einem Genickschuss und den heimkehrenden Arzt mit zwei Kopfschüssen tötete. Ein Zeuge behauptete schließlich, Otto Praun sei in Geheimdienstaktivitäten verwickelt gewesen und von einem Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes erschossen worden, der danach auch die Haushälterin ermordete, damit sie nichts aussagen konnte.

Der Rechtswissenschaftler Wilhelm Haddenhorst setzte sich mit dem Fall Vera Brühne auseinander, um ein Wiederaufnahmeverfahren zu erzwingen. Mit ihm erfährt der Zuschauer Stück für Stück, was geschehen ist bzw. geschehen sein könnte.

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Aus den unprofessionellen Ermittlungen der Polizei im Fall Vera Brühne und der Verurteilung der beiden Angeklagten aufgrund zweifelhafter Indizien machte Hark Bohm nach akribischen Recherchen einen Fernsehfilm, der den Zuschauer in Atem hält. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Hark Bohm „den Fall nicht als lineare Story, sondern als Netz von Fakten, Fantasien und undeutlichen Erinnerungen ins Bild setzt“ (Eva Marz, Süddeutsche Zeitung, 20. März 2008).

Hin und wieder schneidet Inez Regnier unmittelbar von der echten Vera Brühne und dem echten Johann Ferbach auf die Schauspieler, und da nimmt man keinen Bruch wahr: Corinna Harfouch strahlt das Charisma und die Eleganz von Vera Brühne aus, und Uwe Ochsenknecht spricht und gibt sich wie der einfache rheinländische Verlierertyp Johann Ferbach.

Mit präzisen Gesten lässt die Schauspielerin [Corinna Harfouch] den ganzen Kosmos der inneren Widersprüche ihrer Figur aufscheinen: die mit eleganter Pose überdeckte Unsicherheit, die Blondinenhärte über einem Abgrund von Angst, die gefühlskalte Lebenslust, die mit der Attitüde des Stolzes überspielte Fassungslosigkeit. (Der Spiegel, 20/2001, S. 136)

Einige Jahre nach der Ausstrahlung des fünfstündigen Fernsehfilms „Vera Brühne“ durch Sat.1 erwarb die ARD die Rechte und beauftragte den Regisseur Hark Bohm, sein Werk neu zu schneiden. Auf diese Weise entstand ein Zweiteiler mit insgeamt drei Stunden Länge, der am 14. März 2008 erstmals von Arte und am 21./22. März 2008 im Ersten Programm ausgestrahlt wurde: „Der Fall Vera Brühne“. Die neue Version konzentriert sich weniger auf den Kriminalfall als auf die Figur Vera Brühne, die stets die Form zu wahren versuchte und damit für die Gesellschaft der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft steht.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002 / 2008

Vera Brühne (Kurzbiografie)

Justizirrtümer: Fehlurteile in Mordprozessen

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