Božena Nemcová

Božena Nemcová wurde am 4. Februar 1820 in Wien als Tochter eines österreichischen Kutschers und einer tschechischen Magd geboren und wuchs in Nordböhmen auf. Im Alter von siebzehn Jahren heiratete sie den Finanzbeamten Josef Nemec. Weil er mehrmal versetzt wurde, lernte das Paar verschiedene Orte in Böhmen und Mähren kennen. So kam Božena Nemcová in den Vierzigerjahren auch nach Prag, wo der Dramatiker Josef Kajetán Tyl ihr schriftstellerisches Talent erkannte und sie entsprechend förderte. Božena Nemcová veröffentlichte von ihr nacherzählte tschechische und slowakische Volksmärchen; 1855/56 folgten die Novellen „Karla“ und „Die wilde Bara“ sowie ihr bedeutendstes Werk, der Roman „Die Großmutter“ („Babicka“) , eines der meistgelesenen Werke der tschechischen Literaturgeschichte.

Wie ihr Vorbild George Sand lehnte Božena Nemcová sich gegen einschränkende Rollenvorschriften für Frauen auf und strebte nach Freiheit und Selbstbestimmung. Das betrachtete nicht nur ihr Ehemann als Skandal. Er versuchte sie deshalb mit allen Mitteln zu unterdrücken.

Am 21. Januar 1862 – zwei Wochen vor ihrem zweiundvierzigsten Geburtstag – starb Božena Nemcová in Prag.

Dagmar Knöpfel porträtiert Božena Nemcová in ihrem Kinofilm „Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern“.

© Dieter Wunderlich 2005

Dagmar Knöpfel:
Durch diese Nacht
sehe ich keinen einzigen Stern

Steve Tesich - Ein letzter Sommer
In seinem Roman "Ein letzter Sommer" gelingt es Steve Tesich, die widersprüchlichen Empfindungen, Hoffnungen und Überlegungen von Jugendlichen in der Adoleszenz eindringlich zu veranschaulichen.
Ein letzter Sommer