Kerstin Decker : Lou Andreas-Salomé

Lou Andreas-Salomé
Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich Originalausgabe: Propyläen Verlag, Berlin 2010 ISBN 978-3-549-07384-1, 363 Seiten List Taschenbuch, Ullstein Buchverlage, Berlin 2012 ISBN: 978-3-548-61107-5, 363 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Kerstin Decker entwirft in ihrem Buch "Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich" mit viel Empathie und auf der Grundlage profunder Kenntnisse das Bild einer eigenwilligen Intellektuellen, die bereits vor der Wende zum 20. Jahrhundert die bürgerlichen Konventionen missachtete und sich durch nichts von ihrem Weg abbringen ließ. Berühmte Männer wie Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke und Sigmund Freud bewunderten diese außerordentliche Frau und pflegten besonders enge Beziehungen mit ihr ...
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Kritik

Kerstin Decker schreibt literarisch anspruchsvoll. Das Porträt, das sie in "Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich" entwirft, ist farbig und lebendig. Außerdem weist es Tiefe auf.

Lou Andreas-Salomé (kurze Biografie)

Die Philosophin und Kolumnistin Kerstin Decker (* 1962) entwirft in ihrem Buch „Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich“ mit viel Empathie und auf der Grundlage profunder Kenntnisse das Bild einer eigenwilligen Intellektuellen, die bereits vor der Wende zum 20. Jahrhundert die bürgerlichen Konventionen missachtete und sich durch nichts von ihrem Weg abbringen ließ. Berühmte Männer wie Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke und Sigmund Freud bewunderten diese außerordentliche Frau und pflegten besonders enge Beziehungen mit ihr.

Die meisten Biografien fangen mit der Geburt an und schreiten dann chronologisch vorwärts. Kerstin Decker wählt einen originelleren Einstieg: Sie beginnt ihre Darstellung mit der ersten Begegnung Lou von Salomés mit Friedrich Nietzsche am 24. April 1882 in der Peterskirche in Rom. Zu diesem Zeitpunkt ist sie bereits 21 Jahre alt.

„Lob des Eigensinns“, „Lob des Daseins“ und „Lob des Alters“ lauten die Überschriften der drei verschieden langen Teile des Buches „Lou Andreas-Salomé. Der bittersüße Funke Ich“. Kerstin Decker schreibt nicht trocken akademisch, sondern literarisch anspruchsvoll. Das Porträt, das die kluge Autorin von Lou Andreas-Salomé zeichnet, ist farbig und lebendig. Außerdem weist es Tiefe auf. Allerdings führen die lockere Erzählweise und die Zeitsprünge dazu, dass sich mitunter zumindest nicht auf Anhieb erschließt, in welchem Jahr eine Szene spielt.

Nur ganz nebenbei sei auf kleine Unstimmigkeiten hingewiesen. So heißt es auf Seite 42, Lou von Salomé habe sich 1880 konfirmieren lassen, um einen Pass zu bekommen und Russland verlassen zu können. Aber die Konfirmation fand nicht in Russland, sondern in den Niederlanden statt. Auf Seite 178f erzählt Kerstin Decker, Lou Andreas-Salomé sei in Paris mit Frieda von Bülow zusammen für eine erkrankte Blumenverkäuferin eingesprungen. Tatsächlich half ihr dabei nicht Frieda von Bülow, sondern deren Schwester Sophie.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012
Textauszüge: © Ullstein Buchverlage / Propyläen Verlag

Lou Andreas-Salomé (kurze Biografie)

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