Die Freundin der Tochter

Die Freundin der Tochter

Die Freundin der Tochter

Originaltitel: Die Freundin der Tochter – Regie: Josh Broecker – Drehbuch: Doris J. Heinze alias Marie Funder-Donoghue – Kamera: Eckhard Jansen – Schnitt: Fritz Busse – Musik: Ulrich Reuter – Darsteller: Katrin Saß, Edgar Selge, Susanne Bormann, Esther Zimmering, Petra Zieser, Sebastian D. Fischer, John Keogh, Matthias Brenner, Kai Albrecht, Thorsten Ranft u.a. – 2009; 85 Minuten

Inhaltsangabe

Eines Tages erfährt die 56-jährige Cello-Schülerin Hannah, dass Charlotte, die Freundin ihrer Tochter Pia, ein Verhältnis mit einem sehr viel älteren verheirateten Mann hat und das Wochenende mit ihm in München verbringen wird. Am selben Abend kündigt Hannahs zwei Jahre jüngerer Eheman an, er müsse am Wochenende an einem wichtigen Kongress in München teilnehmen. Da begreift Hannah, dass der Mann, mit dem sie seit 24 Jahren verheiratet ist, sie betrügt ...
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Kritik

Das Ehedrama "Die Freundin der Tochter" dreht sich nicht um den Seitensprung, sondern um die Reaktion der betrogenen Ehefrau, die mit ihrem zielstrebigen Kampf ein gutes Beispiel gibt und von Katrin Saß überzeugend gespielt wird.
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Die sechsundfünfzigjährige Cello-Schülerin Hannah (Katrin Saß) lebt mit ihrem zwei Jahre jüngeren Ehemann Paul (Edgar Selge) in Berlin. Ihre Tochter Pia (Susanne Bormann) ist zwar vor kurzem mit Charlotte (Esther Zimmering), einer Freundin, zusammen in eine eigene Wohnung gezogen, trifft sich jedoch häufig mit ihrer Mutter. So erfährt Hannah auch, dass Charlotte ein Verhältnis mit einem sehr viel älteren Mann hat, der sich nicht zwischen ihr und seiner Ehefrau entscheiden kann. Das nächste Wochenende will er mit ihr in München verbringen – und seiner Frau etwas von einem Kongress vorlügen.

Paul, der schon seit Monaten außergewöhnlich viele Überstunden zu machen vorgibt, erzählt Charlotte kurz darauf, er müsse auf einem Kongress in München einen Vortrag halten, das sei sehr wichtig für seine Karriere. Da begreift Hannah, dass der Mann, mit dem sie seit vierundzwanzig Jahren verheiratet ist, sie betrügt. Sie schlägt vor, mit nach München zu kommen, aber Paul erklärt ihr, er müsse bis in die Nacht hinein arbeiten und könne sich nicht zum sie kümmern.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Statt sich zu bemitleiden, geht Hannah in die Offensive: Als sie von Pia erfährt, dass Charlotte Schwedisch lernt, besucht sie denselben Kurs, um sie kennenzulernen. Sie nennt sich Laura und schleicht sich in das Vertrauen der unsicheren jungen Frau, die zunehmend Rat bei ihr sucht und ihr schließlich ein Foto ihres Geliebten Paul zeigt. Während Pia mit ihrem neuen Freund Erik (Sebastian David Fischer) einen mehrtägigen Motorrad-Ausflug unternimmt, rät Hannah ihrer Rivalin, Paul zu einem Abendessen in die Wohnung einzuladen, und weil Charlotte nicht kochen kann, übernimmt sie das und bereitet Pauls Lieblingsessen zu: Boeuf à la mode.

Spät abends erhält Hannah einen Anruf von Charlotte, die sich bei ihr bedankt und ihr erzählt, das Essen sei ein voller Erfolg gewesen. Weil Paul allerdings so viel aß und mit ihr zwei Flaschen Wein trank, versagte er anschließend im Bett.

Minuten später schließt Paul die Türe auf und wundert sich, dass seine Frau noch auf ist und ein Abendkleid trägt. Sie gratuliert ihm zum Hochzeitstag. Vor lauter Arbeit habe er gar nicht aufs Datum geachtet, entschuldigt er sich, auch heute sei wieder ein Tag gewesen, an dem er nicht einmal Zeit zum Essen gehabt habe. Da führt Hannah ihn zum festlich gedeckten Tisch. Es gibt Boeuf à la mode und anschließend zur Feier des Tages auch noch Kuchen.

Die doppelte Essensportion und der übermäßige Alkoholgenuss setzen Paul so zu, dass er am nächsten Morgen verschläft und zu spät ins Büro kommt.

An diesem Tag kommen Pia und Erik vorzeitig von ihrem Ausflug zurück. In der gemeinsamen Wohnung von Pia und Charlotte stehen noch das Geschirr und die Gläser vom Vorabend herum. Pia hebt einen Schal vom Boden auf, der genauso aussieht, wie das Weihnachtsgeschenk, das sie ihrem Vater machte und der nach dem Aftershave riecht, das Paul benutzt. Da begreift Pia, dass es sich bei Charlottes Liebhaber um ihren Vater handelt. Entsetzt läuft sie aus dem Haus.

Erik und Charlotte suchen sie. Verzweifelt bittet Charlotte ihre vermeintliche neue Freundin Laura um Hilfe. Hannah trifft sich mit ihr und klärt sie über ihre wahre Identität auf.

Inzwischen sucht Pia ihren Vater im Büro auf und stellt ihn zur Rede.

Spät am Abend schließt Hannah zu Hause die Tür auf. Paul ist bereits da und meint verschämt, er habe befürchtet, dass sie nicht mehr zurückkomme. Die beiden fallen sich in die Arme.

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Doris J. Heinze alias Marie Funder-Donoghue (Drehbuch) und Josh Broecker (Regie) fokussieren in dem Ehedrama „Die Freundin der Tochter“ nicht auf die Liebesaffäre, sondern auf die Reaktion der betrogenen Ehefrau. Die Handlung hätte eigentlich nur für einen einstündigen Film gereicht und enthält kaum Überraschungen. Die fehlende Spannung wird allerdings durch eine gute Portion Humor ausgeglichen. Sehenswert ist „Die Freundin der Tochter“, weil die selbstbewusste, zielstrebige und kämpferische, von Katrin Saß überzeugend gespielte Protagonistin ein gutes Vorbild abgibt.

Bei der Erstausstrahlung des Films „Die Freundin der Tochter“ wurde „Marie Funder-Donoghue“ als Drehbuchautorin angegeben. Inzwischen weiß man, dass das Skript von Doris J. Heinze verfasst worden war, der Fernsehfilmchefin des NDR. Der Sender entließ sie im August 2009 fristlos, weil sie Drehbücher angenommen hatte, die von ihrem Ehemann unter dem Pseudonym Niklas Becker geschrieben worden waren.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2009

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