Sehnsucht

Sehnsucht

Sehnsucht

Originaltitel: Sehnsucht - Regie: Ciro Cappellari - Drehbuch: Tobias Stille - Kamera: Michael Hammon - Schnitt: Bettina Böhler - Musik: Alex Hacke - Darsteller: Katharina Schüttler, Misel Maticevic, Christian Lessiak, Judith Strössenreuter, Hans-Michael Rehberg, Karin Ugowski, Anna Stieblich, Katharina Spiering, Manfred Andrae, Christoph Krix u.a. - 2003; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Die 26-jährige Psychologiestudentin Lisa und der zehn Jahre ältere Arzt Alexander verlieben sich auf den ersten Blick. Nach kurzer Zeit stellt Lisa fest, dass es sich bei Alex um einen Alkoholkranken handelt. Sie ist bereit, ihm bei der Überwindung der Alkoholabhängigkeit zu helfen. Mehrere Versuche scheitern, aber Lisas Liebe motiviert Alex schließlich, sich um professionelle Hilfe zu bemühen, denn er möchte sie nicht verlieren.
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Kritik

Auch wenn "Sehnsucht" keine realistische Vorstellung von einem Alkoholkranken vermittelt, ist die Erkenntnis richtig, dass Alkoholkranke in der Regel von ihren Freunden nicht geheilt werden können, sondern professioneller Behandlung bedürfen.
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Die sechsundzwanzigjährige Psychologiestudentin Lisa (Katharina Schüttler) steht kurz vor dem Examen und jobbt mit ihrer Kollegin Ina (Judith Stößenreuter) in einer Videothek in Berlin. Kurz nachdem ihr Partner Tom sie gerade aus der Wohnung geworfen hat, stürzt sie beim Training an der Kletterwand ab, weil sie eine Anweisung des mit ihr befreundeten Kommilitonen und Sportlehrers Peter (Christian Lesiak) missachtet. Der Arzt, der sich im Krankenhaus um ihren Rippenbruch kümmert, ist Mitte dreißig. Bei einer Visite bemerkt er, dass Lisa den Roman „Die Glut“ von Sandór Márai liest und zitiert daraus spöttisch: „Glaubst du, dass der Sinn des Lebens in der Leidenschaft besteht? Und gilt sie vielleicht gar nicht einer Person, sondern nur der Sehnsucht selbst?“

Zufällig zog der Arzt – er heißt Alexander Heppner (Misel Maticevic) – vor fünf Wochen in ein Loft gegenüber von Lisas Mietwohnung. Er lädt sie ein, aber sie gibt vor, wegen der Prüfungsvorbereitungen keine Zeit zu haben. Als er jedoch ein paar Tage später Flaschen in den Container wirft, nimmt Lisa rasch ein paar leere und halb ausgetrunkene Flaschen und geht ebenfalls hinunter. Es ist sein freier Tag. Alex nimmt Lisa mit in seine Wohnung, wo sie sich die Kleider vom Leib reißen und übereinander herfallen. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick.

Während einer Operation beginnt Alex so zu zittern und zu schwitzen, dass ein anderer Arzt übernehmen muss und Alex erst einmal krank geschrieben wird. Er geht in eine Kneipe und betrinkt sich mit einer Blondine, die er an der Theke kennen lernt, aber er begleitet sie nicht nach Hause, sondern torkelt allein heim. Lisa findet ihn am Morgen in seiner Wohnung, deren Tür offen steht. Er liegt angezogen und mit aufgeschürfter Stirn auf einer Couch. Um hochzukommen, muss er erst einen Whisky trinken. Lisa stellt entsetzt fest, dass sie es mit einem Alkoholkranken zu tun hat. Entschlossen sammelt sie alle Spirituosen und Bierdosen ein und wirft sie weg, doch als Alex merkt, was sie getan hat, will er Ersatz besorgen. Lisa stellt sich ihm in den Weg, aber er stößt sie zur Seite. Kurz darauf findet sie ihn in einem Geschäft, wo er noch vor der Kasse aus einer Bierdose trinkt.

Auf der Straße bittet Alex Lisa, ihm dabei zu helfen, vom Alkohol loszukommen. Nach seinen Anweisungen besorgt sie Medikamente und bleibt bei ihm.

Am Abend vor ihrer schriftlichen Prüfung geht Lisa nach Hause, weil sie am Morgen früh aufstehen muss und deshalb in ihrer eigenen Wohnung schlafen möchte. Weil sie jedoch eine Mappe bei ihm liegen ließ, kehrt sie noch einmal um. Mit dem Zweitschlüssel, den er ihr gab, sperrt sie auf. Da stößt sie auf eine leere Schnapsflasche und stellt fest, dass Alex fort ist. Sie wartet die ganze Nacht vergeblich auf ihn.

Als sie von der Prüfung nach Hause kommt, winkt er von seinem Loft und sie findet einen Strauß roter Rosen vor ihrer Tür. Demonstrativ nimmt sie die Blumen und wirft sie vor seinen Augen in die Mülltonne.

Wieder gelingt es Alex, Lisa zu überreden, ihm beizustehen. Sie begleitet ihn zu den Anonymen Alkoholikern, aber als er in der Gesprächsrunde über sein Problem sprechen soll, läuft er fort.

Daraufhin schlägt er eine Entziehung in seiner Wohnung unter Lisas Aufsicht vor. Er bemüht sich, vom Alkohol loszukommen. Zwischendurch sucht er im Bad nach seinem Rasierwasser, das Lisa glücklicherweise weggeworfen hat. Dann ertappt sie ihn auf dem Flachdach mit einer Kiste Schnaps. Die habe er gerade erst zufällig entdeckt, lügt er. Als er die Flasche noch einmal ansetzt, packt Lisa zornig einen herumliegenden Schürhaken und schlägt ihn damit nieder.

Lisa möchte seine Eltern kennen lernen: Diana und Herbert Heppner (Karin Ugowski, Hans-Michael Rehberg). Der Gastgeber bittet seinen Sohn vor dem Essen, eine Flasche Wein aufzumachen, aber Alex sträubt sich und Lisa erklärt seinen Eltern, dass er auf Entzug ist. Seine Eltern sind schockiert, und der Besuch endet bereits vor dem Beginn des Essens.

Alex sieht ein, dass das Vorhaben, allein mit Lisas Beistand seine Alkoholabhängigkeit zu überwinden, keinen Erfolg haben kann. Deshalb meldet er sich für eine Entziehungskur in einer professionellen Einrichtung an und beauftragt eine Spedition, seine Wohnungseinrichtung abzuholen und vorübergehend einzulagern.

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Ciro Cappellari zeigt in seinem Fernsehfilm „Sehnsucht“ auf undramatische Weise, wie eine Psychologiestudentin versucht, den von ihr geliebten Mann ohne professionelle Hilfe aus seiner Alkoholabhängigkeit zu befreien. Das gelingt zwar nicht, aber Lisas Liebe motiviert Alex, sich für eine Entziehungskur in einer entsprechenden Einrichtung anzumelden, denn er möchte sie nicht verlieren. Sucht und Sehnsucht treffen in dieser Beziehung aufeinander. Auch wenn weder das Drehbuch noch Misel Maticevic eine realistische Vorstellung von einem Alkoholkranken vermitteln, ist die Erkenntnis richtig, dass Alkoholkranke in der Regel von ihren Freunden nicht geheilt werden können, sondern professioneller Behandlung bedürfen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Alkoholkrankheit

Douglas Hofstadter - Ich bin eine seltsame Schleife
Obgleich dem Buch "Ich bin eine seltsame Schleife" die Genialität des vorherigen ("Gödel, Escher, Bach") fehlt, ist es doch lesenswert, denn Douglas Hofstadter versteht sich darauf, schwierige Zusammenhänge verständlich darzustellen, und er gibt viele Denkanstöße.
Ich bin eine seltsame Schleife

Douglas Hofstadter

Ich bin eine seltsame Schleife

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