Sándor Márai : Die Glut

Die Glut

Sándor Márai

Die Glut

Originalausgabe: Budapest 1942 Die Glut Übersetzung: Christina Viragh Piper Verlag, München 1999
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Während ihrer Kadettenausbildung befreunden sich Henrik und Konrad. Auch als Henrik heiratet, bleiben sie in enger Verbindung. Bis eines Tages Konrad scheinbar unvermittelt seinen Dienst quittiert und "in die Tropen" verschwindet. Henrik wittert Verrat: Er unterstellt seinem Freund Ehebruch mit seiner Frau ...
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Kritik

An der Oberfläche des Romans "Die Glut" von Sandór Márai geht es um eine Dreiecksgeschichte, dahinter um Werte wie Treue, Ehre und Wahrheit.
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Schon seit ihrer Kadettenausbildung während der Zeit, als Österreich-Ungarn untergeht, verbinden Freundschaft und Treue den späteren General Henrik und den Offizier Konrad. Auch als der General Krisztina heiratet, bleiben sie in enger Verbindung. Bis eines Tages Konrad scheinbar unvermittelt seinen Dienst quittiert und „in die Tropen“ verschwindet. Henrik wittert Verrat: Er unterstellt seinem Freund Ehebruch mit seiner Frau. Außerdem ist er überzeugt, Konrad habe ihn während einer Jagd erschießen wollen.

41 Jahre lang wartet Henrik auf seinen Freund. (Krisztina ist inzwischen gestorben; ihre letzten acht Lebensjahre hat sie von ihrem Mann getrennt verbracht.) All die Jahre über haben ihn diese Vorkommnisse beschäftigt.

Jetzt verspricht er sich Aufklärung: Konrad hat nämlich seinen Besuch angekündigt. Einen Abend und eine Nacht dauert das Gespräch in kammerspielhafter Atmosphäre, das von dem dominierenden General nahezu als Monolog geführt wird. Alle früher so nicht wahrgenommenen Unvollkommenheiten und Ressentiments ihrer Verbindung kommen zur Sprache. Krisztinas Tagebuch, das diese auch zu einem Kommunikationsmittel mit ihrem Mann deklarierte — sie schrieb da ihre Kritik, Wünsche und Gedanken hinein, die sie ihm persönlich nicht zu sagen wagte, und er sollte das erklärtermaßen lesen — könnte Aufschluss über das Verhältnis zu Konrad geben. Die Männer werfen es ungeöffnet ins Kaminfeuer. Die Glut der Ungewissheit und der Enttäuschung sowie die Hoffnung auf Aufklärung haben den General bis ins hohe Alter am Leben gehalten. Am Ende ihres Treffens muss er feststellen: Es gibt keine Wahrheit (aber auch keine Entlarvung und keinen Racheakt).

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Das Buch „Die Glut“ erschien erstmals 1942. Als es 1999 in Deutschland neu aufgelegt wurde, entwickelte es sich schnell zum Bestseller.

Sándor Márai (geboren 1900 im oberungarischen Kaschau) emigrierte 1948, weil er als unabhängiger Konservativer den Kommunismus ablehnte, und war seither nicht mehr in Budapest. 1989, nach 41 (!) Jahren des Wartens auf eine mögliche Rückkehr, hat er sich an seinem letzten Wohnsitz in San Diego umgebracht.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Irene Wunderlich 2002

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