The Salton Sea

The Salton Sea

The Salton Sea

Originaltitel: The Salton Sea - Regie: D. J. Caruso - Drehbuch: Tony Gayton - Kamera: Amir M. Mokri - Schnitt: Jim Page - Musik: Thomas Newman (Trompetensolo: Gil Evans) - Darsteller: Val Kilmer, Vincent D'Onofrio, Adam Goldberg, Luiz Guzmán, Doug Hutchison, Anthony LaPaglia, Glenn Plummer, Peter Sarsgaard, Deborah Kara Unger, Chandra West, B. D. Wong u.a. - 2002; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Ahnungslos geraten der Jazztrompeter Tom Van Allen und seine Ehefrau Liz in ein Heimlabor von Drogendealern, gerade als zwei Vermummte hereinstürmen und alle erschießen. Nur Tom überlebt das Massaker, aber er wird nicht damit fertig, dass er seiner Frau nicht helfen konnte und versackt in der Drogenszene von Los Angeles, bis er nicht mehr weiß, wer er ist. Dann beginnt er, für zwei Drogenfahnder als Spitzel zu arbeiten. Aber was hat er wirklich vor?
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Kritik

"The Salton Sea" ist ein intelligent aufgebauter Drogenthriller mit teilweise grotesken Szenen und Dialogen. Nicht nur Drehbuch und Inszenierung überzeugen, sondern beispielsweise auch Kameraführung, Soundtrack und Darsteller.
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Glücklich und unbeschwert verbringen der Jazztrompeter Tom Van Allen (Val Kilmer) und seine Ehefrau Liz (Chandra West) ein paar Tage im Süden Kaliforniens. Sie übernachten am Strand des Salton Sea im Imperial Valley. Der 70 Meter unter dem Meeresspiegel liegende See hat keinen Abfluss, und wegen der Verdunstung ist der Salzgehalt höher als der des Meerwassers. Als Tom und Liz sich am nächsten Tag verfahren und nach dem Weg fragen, geraten sie ahnungslos in das Heimlabor von Drogendealern, die aus Hustensaft und anderen Zutaten kristallines Methamphetamin („Crystal“) herstellen. Während Tom noch rasch die Toilette aufsucht, treten zwei Männer mit Gesichtsmasken die Tür ein und eröffnen das Feuer aus ihren automatischen Waffen. Durch ein Loch in der Wand sieht Tom hilflos mit an, wie Liz – die das Massaker beinahe überlebt hätte – zum Schluss von einem der beiden Killer durch einen Kopfschuss aus wenigen Zentimetern Entfernung getötet wird.

Nach dem Tod seiner Frau versackt Tom in der Drogenszene von Los Angeles, bis er nicht mehr weiß, wer er ist.

Ein rotes Haar, das bei Liz gefunden wurde, bringt ihn auf die Spur des Mörders. Um die beiden Drogenfahnder Gus Morgan (Doug Hutchison) und Al Garcetti (Anthony LaPaglia) auf sich aufmerksam zu machen, fährt er ihnen von hinten auf den Streifenwagen. Er nennt sich Danny Parker, verheimlicht nicht seine Drogenabhängigkeit und beginnt für die beiden Cops als Spitzel zu arbeiten, das heißt, er verrät ihnen, wo sie Drogendealer festnehmen können. Doch als einer der Drahtzieher in der Drogenszene einen Wink bekommt, dass Danny ein Polizeispitzel ist, gerät er in Lebensgefahr.

Statt dem Rat der beiden Cops zu folgen und L. A. zu verlassen, besorgt Danny sich eine Pistole und nimmt mit Hilfe seines ebenfalls drogensüchtigen Freundes „Jimmy der Finne“ (Peter Sarsgaard) Kontakt mit dem sadistisch-verspielten Drogenboss „Pu der Bär“ (Vincent D’Onofrio) auf, der so heißt, weil ihm aufgrund des exzessiven Schniefens von Kokain die Nase amputiert werden musste. Danny bietet ihm die Vermittlung eines Drogengeschäftes für 250 000 Dollar an.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Morgan und Garcetti hören Danny jedoch ab und zwingen ihn, bei dem geplanten Deal mit ihnen zusammenzuarbeiten. Sie folgen ihm zur nächsten Verhandlung mit „Pu der Bär“, ziehen Masken vors Gesicht und dringen in die Villa das Drogenbosses ein, während es zwischen den Gangstern und Danny zu einer Schießerei kommt. Die beiden Cops finden Danny scheinbar tot unter den anderen am Boden liegend vor und suchen ungerührt die Räume nach Überlebenden ab. Danny trug jedoch eine schusssichere Weste und tat nur so, als sei er tot. Er steht auf, greift sich eine Pistole, erschießt Garcetti, streckt den rothaarigen Morgan durch einen Schuss nieder und hält ihm die Pistole an den Kopf, wie dieser es bei Liz gemacht hatte. Aber Danny bringt es nicht fertig, abzudrücken. Plötzlich reißt Morgan ein Messer aus dem Stiefel und greift Danny an. Der tötet ihn im Kampf.

Nachdem er Liz gerächt hat, will er sich selbst erschießen, aber er drückt wieder nicht ab.

In seiner Wohnung wird er überfallen, und zwar von Quincy (Luis Guzmán), dem Geliebten seiner Nachbarin Colette (Deborah Kara Unger), der er mehrmals Hilfe anbot, wenn sie von Quincy geschlagen wurde. Das war jedoch nur inszeniert, um an Danny heranzukommen: Quincy arbeitet für den Drogenboss, der herausfand, dass Danny ein Polizeispitzel war, und Colette musste mitspielen, weil die Gangster ihr Kind in der Gewalt haben. Nachdem Quincy Danny niedergeschossen hat und das Apartment zu brennen anfängt, zerrt er Colette mit sich und überlässt Danny den Flammen.

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Zu Beginn des Films „The Salton Sea“ sitzt Danny in seinem brennenden Apartment auf dem Boden und spielt Trompete. Aus dem Off spricht er währenddessen zu den Zuschauern, sagt, dass er nicht wisse, wer er in Wirklichkeit sei und fordert sie auf, es herauszufinden. Dann beginnt er, seine Geschichte zu erzählen, aber nicht chronologisch, sondern er beginnt mit seiner Spitzeltätigkeit, und die Ermordung seiner Frau sehen wir erst nach einiger Zeit in einer Rückblende. Nach und nach erschließt sich, warum Tom Van Allen alias Danny Parker sich an die beiden Drogenfahnder heranmachte und was er vorhatte. Überraschende Wendungen sorgen bis zum Schluss für Spannung.

Der intelligente Aufbau von „The Salton Sea“ erinnert ein wenig an „Memento“ und der virtuos-zynische Umgang mit grotesker Gewalt an „Pulp Fiction“, aber D. J. Caruso (Regie) und Tony Gayton (Drehbuch) haben einen ganz eigenständigen Film mit einer besonderen Atmosphäre geschaffen. Nicht nur Drehbuch und Inszenierung überzeugen, sondern beispielsweise auch Kameraführung, Soundtrack und Darsteller.

Trotzdem kam „The Salton Sea“ zwar in den USA (am 26. April 2002) ins Kino, nicht jedoch in Deutschland. Hier war der Film – abgesehen von Privataufführungen – erstmals am 14. Juli 2006 bei RTL 2 zu sehen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

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