Die letzte Verführung

Die letzte Verführung

Die letzte Verführung

Die letzte Verführung - Originaltitel: The Last Seduction - Regie: John Dahl - Drehbuch: Steve Barancik - Kamera: Jeffrey Jur - Schnitt: Eric L. Beason - Musik: Joseph Vitarelli - Darsteller: Linda Fiorentino, Peter Berg, Bill Pullman, J. T. Walsh, Bill Nunn, Brian Varady, Dean Norris, Herb Mitchell, Donna Wilson, Mik Scriba u.a. - 1994; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Nachdem sie ihrem Ehemann Clay die bei einem Drogendeal eingenommenen 700 000 Dollar gestohlen hat, verdreht die eiskalte New Yorkerin Bridget Gregory in der Provinz einem Versicherungssachbearbeiter den Kopf, sodass er sich ahnungslos zum Instrument ihres Mordplans gegen Clay machen lässt.
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Kritik

Weder das Drehbuch, noch die Kameraführung oder die Darsteller des film noir "Die letzte Verführung" von John Dahl sind herausragend, aber der Plot ist richtig schön sarkastisch.
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Als Managerin in einer New Yorker Firma, die Kunden per Telefon akquiriert, mobbt Bridget Gregory (Linda Fiorentino) die ihr unterstellten Männer, die nicht genügend Erfolg haben. Ihren Ehemann Clay Gregory (Bill Pullman), der illegal mit Drogenrezepten handelt, überredet sie zu einem großen Coup. Als er mit den 700 000 Dollar, die er für einen Koffer voll Rauschgift kassiert hat, nach Hause kommt, geraten sie kurz in Streit und Clay ohrfeigt Bridget. Er entschuldigt sich, will noch duschen und dann etwas Besonderes mit ihr unternehmen, um den Erfolg zu feiern. Doch während er im Bad ist, verschwindet Bridget mit dem Geld.

Auf dem Weg nach Chicago wird sie bei einem Zwischenstopp in Beston von einem Mann angemacht, der sich gerade von seiner Frau in Buffalo scheiden lässt, den Kleinstadtmief satt hat und davon träumt, mal in einer richtigen Großstadt wie New York zu leben. Er heißt Mike Swale (Peter Berg) und arbeitet als Schadenssachbearbeiter bei einer Versicherung in Beston. Zuerst lässt Bridget ihn kalt abblitzen, dann überlegt sie es sich, folgt ihm in seine Wohnung und verbringt die Nacht mit ihm.

Ausgerechnet bei der Interstate Versicherung, für die auch Mike arbeitet, findet sie einen Job als Direktorin. Weil sie beim Einstellungsgespräch erzählt, ihr Ehemann habe sie geschlagen und verfolge sie, verhilft ihr der neue Chef zu einer anderen Identität als „Wendy Kroy“, unter der sie sich in Beston ein Haus mietet.

Das Geld versteckt sie erst einmal. Erst wenn sie von Clay geschieden ist und er keine Ansprüche mehr stellen kann, will sie es ausgeben. Mit der Scheidung beauftragt sie telefonisch ihren Anwalt Frank Griffith (J. T. Walsh), dem sie auch nicht verheimlicht, dass sie Clay eine Menge Geld vorenthalten möchte.

Clay findet sich mit dem Verlust des Geldes nicht ab, zumal er davon auch Schulden bei einem Gangster bezahlen wollte, der ihm nun ein paar Finger brechen lässt, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Er beauftragt den Privatdetektiv Harlan (Bill Nunn), Bridget zu suchen und weil er ihre Vorlieben kennt, rät er ihm, nach Wen(dy) Kroy zu suchen, der Umkehrung von „New York“.

Als Harlan sie in Beston ausfindig macht und zu ihr ins Auto steigt, bringt sie ihn während der Fahrt dazu, seine Hose zu öffnen und setzt dann das Auto, das nur auf der Fahrerseite mit einem Airbag ausgestattet ist, gegen einen Baum. Harlan kommt dabei ums Leben; Bridget wird nur leicht verletzt und kann vor der Polizei glaubhaft machen, dass der Mann sie sexuell belästigte und sie deshalb die Kontrolle über das Fahrzeug verlor.

Den neuen Privatdetektiv (Walter Addison), der sich vor ihrem Haus in Beston auf die Lauer legt, trickst Bridget mühelos aus.

Mike gegenüber schwärmt Bridget von der Idee, reiche Männer ausfindig zu machen, die ihre Frauen betrügen, den frustrierten Ehefrauen die Ermordung ihrer Männer anzubieten und sie zum Abschluss einer Lebensversicherung für das Opfer zu überreden. Nach einiger Zeit tut sie so, als habe sie in Florida einen gewissen Lance Collier im Auftrag seiner Ehefrau Mary Beth umgebracht und zeigt Mike einen Koffer voll Geld, den sie angeblich dafür bekam. Geduldig bearbeitet sie den naiven Provinzler, der glaubt, in der aufregenden New Yorkerin seine Traumfrau gefunden zu haben, bis er seine Bedenken aufgibt und bereit ist, es ihr nachzumachen. Das Opfer wohne in New York und heiße Cahill, erklärt sie ihm, und dann geht sie mit ihm minuziös den Mordplan durch. Sie gibt ihm Schlüssel für das Apartment, in das er eindringen soll und schärft ihm ein, nach der Tat das Licht auszuschalten.

Als Mike das gefesselte und geknebelte Opfer vor sich sitzen hat, bringt er es nicht fertig, den Mann zu erstechen, von dem er nicht ahnt, dass es sich um Bridgets Ehemann Clay Gregory handelt. Der durchschaut plötzlich, dass Bridget hinter dem Mordanschlag steckt und macht Mike auf ein Foto aufmerksam, auf dem er und Bridget zu sehen sind. Mike begreift, dass Bridget ihn nicht liebt, sondern nur für ihre Pläne brauchte. Als Clay von Mike erfährt, dass auf dem Briefkasten statt Gregory Cahill steht, vermutet er, dass auch Bridget in der Stadt ist und die Schilder vertauscht hat.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Tatsächlich wartet Bridget vor dem Haus, bis das Licht in Clays Apartment ausgeht. Daraufhin geht sie in die Wohnung hinauf – wo sie von Clay und Mike empfangen wird. Trotz der Überraschung reagiert sie kühl und überlegt. Nachdem sie Clay mit einem Mundspray umgebracht hat, erklärt sie Mike, seine Rolle sei es nun, sie zu vergewaltigen. Sie zieht die Jacke aus, wirft sie auf den Boden und beschimpft ihn als „Bauernschwuchtel“, weil sie herausgefunden hat, dass es sich bei seiner Ehefrau Trish (Serena) in Buffalo um einen Transvestiten handelte. Durch eine geballte Ladung von Aggression und Erotik bringt sie ihn dazu, über sie herzufallen – während sie die Telefonnummer der Polizei wählt. Die Beamtin, die den Anruf entgegennimmt (Michelle Davison), hört Gestöhne und eine Frau, die schreit: „Du hast meinen Mann umgebracht!“ Sie ermittelt Nummer und Adresse und schickt einen Streifenwagen hin.

Mike wird festgenommen. Die Polizei findet eine Pistole und ein Messer bei ihm. Er habe Clay Gregory getötet und dann dessen Ehefrau Bridget vergewaltigt, lautet die Anklage. Als er beteuert, die Wohnungsschlüssel von Bridget bekommen zu haben, klärt ihn sein Verteidiger darüber auf, dass es sich um nachgemachte Schlüssel handelt, auf denen keine anderen als Mikes Fingerabdrücke gefunden wurden. Da fällt Mike das ausgetauschte Schild am Briefkasten ein und er weist seinen Verteidiger darauf hin.

Bridget hat auch daran gedacht: Im Fond einer Stretchlimousine verbrennt sie das Schildchen mit dem Namen Cahill.

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Weder das Drehbuch, noch die Kameraführung oder die Darsteller des film noir „Die letzte Verführung“ von John Dahl sind herausragend, aber der Plot ist richtig schön sarkastisch: Eine femme fatale aus New York, die für Geld über Leichen geht und gelernt hat, mit ihrer selbstsicheren erotischen Ausstrahlung Männer zu manipulieren, bedient sich für ihre mörderischen Pläne eines Versicherungssachbearbeiters in der Provinz, der sie für die Frau seines Lebens hält und davon träumt, mit ihr in eine aufregende Großstadt wie New York zu ziehen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

John Dahl: Unforgettable. Im Augenblick des Todes

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Bohumil Hrabal hat seinen Schelmenroman "Ich habe den englischen König bedient" im Duktus des mündlichen Erzählens geschrieben, und der Protagonist flunkert auch gehörig. Pech und Glück, Klamauk und Poesie liegen hier nah beieinander.
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Bohumil Hrabal

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