Die Brücke von Ambreville

Die Brücke von Ambreville

Die Brücke von Ambreville

Die Brücke von Ambreville – Originaltitel: Un pont entre deux rives – Regie: Gérard Depardieu, Frédéric Auburtin – Drehbuch: François Dupeyron, nach dem Roman "Die Brücke von Ambreville" von Alain Leblanc – Kamera: Pascal Ridao – Schnitt: Noëlle Boisson – Musik: Frédéric Auburtin – Darsteller: Carole Bouquet, Gérard Depardieu, Charles Berling, Stanislas Crevillén, Dominique Reymond, Mélanie Laurent u.a. – 1999; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Mina und Georges leben mit ihrem 15-jährigen Sohn Tommy in der Normandie. Als Georges beim Bau der Brücke von Ambreville mitarbeitet, kommt er nur noch am Wochenende nach Hause. Für seine attraktive Frau ist das Leben in der Kleinstadt langweilig. Im Kino lernt sie Matthias kennen, den leitenden Ingenieur beim Brückenbau. Er umwirbt sie, und Mina lässt sich auf eine Affäre mit ihm ein. Der Ehebruch seiner Mutter verstört Tommy, aber dem Vater sagt er nichts. Der findet schließlich selbst heraus, dass Mina ihn betrügt ...
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Kritik

Bei "Die Brücke von Ambreville", der Verfilmung eines Romans von Alain Leblanc durch Gérard Depardieu und Frédéric Auburtin, handelt es sich um eine einfache, leise und feinfühlig erzählte Dreiecksgeschichte mit zwei hervorragenden Hauptdarstellern.
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Mina (Carole Bouquet) und Georges (Gérard Depardieu) leben in den Sechzigerjahren mit ihrem 15-jährigen Sohn Tommy (Stanislas Forlani Crevillén) in einer Kleinstadt in der Normandie. Georges beschäftigte früher drei Mitarbeiter, aber er musste seinen Baubetrieb aufgeben und ist jetzt arbeitslos. Als Mina deshalb die Stelle als Dienstmädchen in einem schlossähnlichen Landhaus annimmt, die Claire Daboval (Dominique Reymond) ihr angeboten hat, ist er ebenso wie Tommy entsetzt. Das sei würdelos, meinen die beiden. Um nicht untätig herumzusitzen, während seine Frau arbeitet, bewirbt Georges sich als Vorarbeiter beim soeben begonnenen Bau der Brücke von Ambreville, obwohl das bedeutet, dass er während der Woche in einer Baracke schlafen muss, weil die Entfernung so groß ist, dass er nur am Wochenende nach Hause fahren kann.

Für eine junge attraktive Frau wie Mina ist das Leben in der Kleinstadt langweilig. Um dem Alltag zu entkommen, flieht sie immer wieder mit ihrem Sohn ins Kino. Dort weint sie über das Schicksal der Filmfiguren. Eines Tages sitzt neben ihr ein Fremder, der sie dann am Ausgang anspricht und zusammen mit Tommy auf einen Drink einlädt. Er heißt Matthias (Charles Berling) und ist als leitender Ingenieur beim Bau der Brücke von Ambreville beschäftigt. Tommy fragt seine Mutter zu Hause, ob sie den Mann wiedersehen werde. Da winkt sie ab: „Wo denkst du hin!“

Das Verhältnis von Mutter und Sohn ist eng und vertrauensvoll. Der Schüler begleitet Mina jeden Tag zum Anwesen der Dabovals und macht dort seine Hausaufgaben.

Bei einer Abendgesellschaft Claire Dabovals entdeckt Mina Matthias unter den Gästen. Bestürzt legt sie nebenan die Schürze ab und will auf der Stelle das Haus verlassen, aber Claire, die davon ausgeht, dass Mina sich von der Arbeit überfordert fühlt, überredet sie zum Weitermachen. Unter dem Vorwand, telefonieren zu wollen, lässt Matthias sich von Mina in die Bibliothek führen. Dort küsst er sie. Schließlich fährt er Mina und ihren Sohn nach Hause – und wartet, bis Tommy zu Bett gegangen ist und Mina wieder zu ihm herauskommt. Den Rest der Nacht verbringen sie in einem Hotelzimmer.

Als Mina sich am frühen Morgen ins Haus zurückschleicht, wartet Tommy bereits auf sie. Er weiß, dass sie mit dem Ingenieur schlief, und dieser Ehebruch seiner Mutter verwirrt ihn. Von da an versucht Mina nicht mehr, ihrem Sohn die Affäre zu verheimlichen.

Es stellt sich heraus, dass Matthias mit den Dabovals verwandt ist und während des Brückenbaus in Ambreville bei ihnen wohnt.

Claire ertappt ihn und Mina bei einem leidenschaftlichen Kuss. Das Verhältnis der beiden irritiert sie, aber sie versichert Matthias ihre Diskretion.

Georges freut sich, wenn er am Wochenende nach Hause fährt. Mina vermeidet es jedoch, mit ihm zu schlafen. Er vermutet deshalb bald, dass sie ihn mit einem anderen Mann betrügt.

Als sie an einem Freitagabend, an dem er früher als gewohnt von der Baustelle zurückkommt, nicht da ist und Tommy behauptet, nichts zu wissen, fährt Georges argwöhnisch zum Anwesen der Dabovals. Durch offene Fenster im Obergeschoss hört er Liebesschreie einer Frau. Zunächst will er nicht glauben, dass es sich um Mina handelt, aber dann begreift er bestürzt, dass sie es mit dem bei seinen Verwandten logierenden Ingenieur treibt. Als sie einige Zeit später herauskommt, stellt er sie zur Rede und meint am Ende, Tommy brauche davon nichts zu erfahren.

Zu Hause wird Georges dann klar, dass Tommy längst Bescheid weiß.

Er will das Haus verkaufen und mit der Familie nach Südfrankreich ziehen, möglichst weit weg von seinem Rivalen.

Zur gleichen Zeit mietet Matthias für Mina ein schönes Haus am Strand.

Tommy hat sich während seiner Aufenthalte im Haus der Dabovals mit der gleichaltrigen Tochter Lisbeth (Mélanie Laurent) angefreundet. Lisbeth verabscheut die heuchlerische Gesellschaft ihrer Mutter. Sie riss schon einmal aus, kam damals aber nur bis Calais. Nun will sie erneut weg, und Tommy, der durch das Verhalten seiner Mutter und die Ehekrise seiner Eltern verstört ist, begleitet sie. Per Anhalter fahren sie los. Ihr erstes Reiseziel ist Le Havre.

Am selben Abend verlässt Mina ihren Mann und wird von Matthias abgeholt.

Einige Zeit später treffen Mina und Georges sich zufällig an einer Tankstelle. Die Kinder sind längst wieder zurück. Mina lebt mit Matthias zusammen. Nachdem sie und Georges freundlich ein paar Worte gewechselt haben, fahren sie in entgegengesetzten Richtungen weiter.

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1996 veröffentlichte Alain Leblanc (* 1951) den Roman „Un pont entre deux rives“ („Die Brücke von Ambreville“, Übersetzung: Anne Büchel, Scherz Verlag 1999). François Dupeyron adaptierte die literarische Vorlage fürs Kino. Regie führten Gérard Depardieu und Frédéric Auburtin.

Bei „Die Brücke von Ambreville“ handelt es sich um eine simple Dreiecksgeschichte, aber sie wird leise und feinfühlig erzählt. Perfekt ist beispielsweise eine Szene wie diese: „Müssen Sie wirklich schon nach Hause?“, fragt Matthias die attraktive Frau, die neben ihm im Kino saß und weinte. Mina antwortet scheinbar unmutig: „Wieso nehmen Sie an, dass ich das nicht möchte?“ In diesem Augenblick weht der Wind den Rock ihres Sommerkleides hoch. Ebenso überzeugend wie die Inszenierung sind auch die schauspielerischen Leistungen vor allem von Gérard Depardieu und Carole Bouquet (die später, von 2003 bis 2005 auch im „richtigen“ Leben ein Paar waren): Ohne große Gesten wechseln sie eindrucksvoll zwischen vielen verschiedenen Gemütszuständen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2014

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