Die Herzogin

Die Herzogin

Die Herzogin

Die Herzogin. Im Glanz des Adels, im Schatten der Liebe – Originaltitel: The Duchess – Regie: Saul Dibb – Drehbuch: Jeffrey Hatcher, Anders Thomas Jensen, Saul Dibb, nach dem Buch "Die Herzogin von Devonshire. Das Leben einer leidenschaftlichen Frau" von Amanda Foreman – Kamera: Gyula Pados – Schnitt: Masahiro Hirakubo – Musik: Rachel Portman – Darsteller: Keira Knightley, Ralph Fiennes, Charlotte Rampling, Hayley Atwell, Dominic Cooper u.a. – 2008; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Lady Georgiana Spencer, eine lebensfrohe 16-Jährige, lässt sich freudig auf die von ihrer Mutter arrangierte Eheschließung mit William Cavendish ein, dem neun Jahre älteren 5. Herzog von Devonshire, denn in ihrer Naivität und Gutmütigkeit erwartet sie, dass er sie liebt. Aber der verbitterte und unnahbare Patriarch reduziert sie auf die Aufgabe, einen Erben zu gebären und spielt seine Vorrechte gnadenlos aus. Er macht ihre einzige Freundin zu seiner Mätresse und erzwingt eine dauerhafte Ménage à trois ...
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Kritik

"Die Herzogin", die Verfilmung einer Biografie von Amanda Foreman durch Saul Dibb, dreht sich um eine konfliktreiche Ménage à trois im 18. Jahrhundert. Sehenswert ist er v.a. wegen der prächtigen Kostüme, der sorgfältigen Ausstattung und der prächtigen Bilder.
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Althorp Estate, April 1774. Während die 16-jährige Georgiana Spencer (Keira Knightley) im Park herumtollt und mit Charles Grey (Dominic Cooper) flirtet, wird sie zu ihrer Mutter gerufen. Lady Spencer (Charlotte Rampling) eröffnet ihr, dass sie soeben mit William Cavendish, Duke of Devonshire (Ralph Fiennes), eine eheliche Verbindung vereinbart habe: Der kinderlose Herzog will Georgiana heiraten, um mit ihr einen Erben zu zeugen. Die Hochzeit findet am Tag vor Georgianas 17. Geburtstag statt, und Georgiana zieht zu ihrem Ehemann nach Devonshire House in London.

Als er sie in der Hochzeitsnacht entkleidet, sagt er: „Ich werde nie verstehen, warum Frauenkleider so kompliziert sind.“ Georgiana erwidert: „Vielleicht sind sie unsere Art, uns auszudrücken. Männer haben viele Möglichkeiten, sich zu verwirklichen; wir haben nur Hüte und Kleider.“

Georgiana beklagt sich bei ihrer Mutter darüber, dass der Herzog keine Gespräche mit ihr führe, sondern nur daran interessiert sei, möglichst rasch einen Sohn zu zeugen. Lady Spencer fragt spöttisch zurück, worüber ihre Tochter den glaube, dass der Herzog mit ihr reden könne.

Bei einem Dinner der Whigs, an der auch der Herzog und die Herzogin teilnehmen, hält der Politiker Charles Fox (Simon McBurney) eine Tischrede und erkundigt sich dann bei Georgiana nach ihrer Meinung dazu. Sie zeigt großes Interesse und argumentiert mit Fox über den Inhalt der Rede – bis ihr Mann aufsteht und den Saal verlässt. Besorgt darüber, sein Missfallen erregt zu haben, eilt sie ihm nach.

Einmal sieht die Herzogin ein Dienstmädchen, das nackt aus dem Schlafzimmer des Herzogs rennt.

Ein paar Jahre später lässt er ein dreijähriges Mädchen namens Charlotte (Eva Hrela, Poppy Wigglesworth) hereinführen und erklärt seiner Frau, das Kind gehöre jetzt zur Familie. Es sei ihre Aufgabe, sich in der Mutterrolle zu üben. Georgina ahnt, dass Charlotte vom Herzog mit einer Dienstmagd gezeugt wurde, aber sie nimmt das Kind wie eine eigene Tochter an.

Endlich wird auch Georgiana schwanger. Aber zur Enttäuschung des Herzogs bringt sie eine Tochter zur Welt. Obwohl Kinder von Aristokraten üblicherweise von Ammen versorgt werden, stillt die Herzogin ihre Tochter Georgiana („Little G“; Mercy Fiennes Tiffin) selbst.

Sechs Jahre später fahren der Herzog und die Herzogin zur Kur nach Bath.

Zur Familie gehört inzwischen noch eine Tochter: Harriet („Hariyo“; Emily Cohen). Georgiana hatte außerdem zwei Fehlgeburten.

In Bath freundet sie sich mit Lady Elizabeth („Bess“) Foster (Hayley Atwell) an, die seit einem Jahr von ihrem Ehemann und den drei Söhnen getrennt lebt. Sie behauptet, ihr Ehemann habe sie geschlagen und verweigere ihr jeden Kontakt mit den Kindern. Weil Bess in Bath zur Miete lebt und abzusehen ist, dass ihr das Geld ausgeht, bringt Georgiana ihren Mann dazu, die Freundin in Devonshire House aufzunehmen.

Georgiana ist froh, eine Vertraute zu haben. Sie sucht aber auch weiterhin das Gespräch mit den Whig-Politikern Charles Fox und Richard Sheridan (Aidan McArdle). Charles Grey hat inzwischen sein Studium in Cambridge abgeschlossen und einen Sitz im Parlament erkämpft. Sein langfristiges Ziel ist es, Premierminister zu werden. Bess macht Georgiana darauf aufmerksam, dass Charles in sie verliebt sei und drängt sie, sich auf eine Affäre mit ihm einzulassen.

Als Georgiana ihren Ehemann mit Bess im Schlafzimmer ertappt, ist sie tief verletzt. Sie weiß zwar von seinen anderen Affären, aber jetzt hat er sie ihrer einzigen Freundin beraubt. Georgiana verlangt, dass Bess Devonshire House auf der Stelle verlässt, aber der Herzog weist ihr Ansinnen zurück. Bess versucht ihr zu erklären, dass sie sich William nur hingegeben habe, weil er der Einzige sei, der ihr die Kinder zurückgeben könne. Georgiana redet jedoch nicht mehr mit ihr.

Tatsächlich werden bald darauf Bess‘ Söhne nach Devonshire House gebracht.

Sie stimme der Ménage-à-trois zu, sagt Georgiana eines Abends. Als Gegenleistung fordert sie die Tolerierung ihrer Liebesbeziehung mit Charles Grey. Da tobt der Herzog: Ob sie ihn vollends zum Gespött der Leute machen wolle? Sie sei daran schuld, dass er keinen Sohn habe, und jetzt wolle sie ihm auch noch Hörner aufsetzen! In seiner Wut beschimpft er Bess‘ Söhne als Bastarde. Georgiana verlässt den Raum. Er eilt ihr nach und vergewaltigt sie brutal. Bess hört sie schreien.

Durch die Vergewaltigung wird Georgiana erneut schwanger. Diesmal bringt sie einen Sohn zur Welt.

Wie im Ehevertrag vereinbart, bezahlt der Herzog sie dafür.

Als Charles Grey aus Frankreich zurückkommt, schläft Georgiana mit ihm. Sie erhält die Erlaubnis ihres Mannes, zur Kur nach Bath zu reisen. Dort setzt sie die Affäre mit Charles fort, bis eines Tages ihr Mann und ihre Mutter überraschend auftauchen. Sie sind gekommen, weil Gerüchte über die Affäre der Herzogin mit Charles Grey kursieren. William verlangt von Georgiana, das Verhältnis auf der Stelle zu beenden. Andernfalls werde er ihren Geliebten politisch vernichten und sie von ihren Kindern fernhalten. Zunächst widersetzt Georgiana sich, aber die Trennung von ihren Kindern erträgt sie nicht. Sie kehrt nach Devonshire House zurück, und als Charles Grey in der Eingangshalle tobt, geht sie zu ihm, um ihm klarzumachen, dass sie sich zwischen ihm und den Kindern entscheiden musste.

Aber sie ist bereits von ihm schwanger. Der Herzog besteht darauf, dass sie das Kind von der Londoner Gesellschaft unbemerkt auf dem Land austrägt und es sofort nach der Geburt der Familie ihres Geliebten überlässt. Bess, mit der Georgiana sich inzwischen versöhnt hat, begleitet ihre Freundin und steht ihr auch bei, als sie ihre Tochter Eliza im Beisein von General Grey (John Shrapnel) einer Amme übergibt.

Um Gerüchten über eine heimliche Niederkunft seiner Frau entgegenzuwirken, besucht der Herzog demonstrativ mit Georgiana und Bess einen Ball. Die von allen belauerte Herzogin wechselt ein paar Worte mit Charles Fox und Richard Sheridan, bevor sie sich an Charles Grey wendet und laut davon spricht, in der Schweiz und in Nizza gewesen zu sein. Charles kündigt seine baldige Verlobung an, sagt, er habe jetzt eine Nichte namens Eliza und lädt Georgiana ein, das Kind zu besuchen.

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Der Film „Die Herzogin. Im Glanz des Adels, im Schatten der Liebe“ basiert auf der 2001 von der britischen Historikerin Amanda Foreman veröffentlichten Biografie „Georgiana, Duchess of Devonshire“ („Georgiana. Das lustvolle Leben der Herzogin von Devonshire“, Übersetzung: Susanne Friederike Levin und Martina M. Oepping, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 2001, 512 Seiten, ISBN 3-421-05376-6; neuer Titel: „Die Herzogin von Devonshire. Das Leben einer leidenschaftlichen Frau“).

Thema der Biografie und Hauptfigur des Films ist Georgiana Cavendish, Herzogin von Devonshire (1757 – 1806). Lady Georgiana Spencer, eine lebensfrohe 16-Jährige, lässt sich freudig auf die von ihrer Mutter arrangierte Eheschließung mit William Cavendish ein, dem neun Jahre älteren 5. Herzog von Devonshire, denn in ihrer Naivität und Gutmütigkeit erwartet sie, dass er sie liebt. Aber der verbitterte und unnahbare Patriarch reduziert sie auf die Aufgabe, einen Erben zu gebären und spielt seine Vorrechte gnadenlos aus. Er macht ihre einzige Freundin zu seiner Mätresse und erzwingt eine dauerhafte Ménage à trois.

Da drängen sich Vergleiche mit einer anderen Dreiecksbeziehung auf, der zwischen Prinz Charles, Prinzessin Diana und Camilla Mountbatten-Windsor, Herzogin von Cornwall, zumal Lady Diana ebenso wie Georgiana aus dem Adelsgeschlecht Spencer stammte und beide Frauen als It-Girl und Mode-Ikone gesehen werden. Dass die Herzogin sich für Politik interessierte und die Whig-Party unterstützte, wird im Film allerdings nur nebenbei gezeigt.

„Die Herzogin. Im Glanz des Adels, im Schatten der Liebe“ thematisiert zwar die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert, aber Saul Dibb geht es weniger um Gesellschaftskritik als um die Ausleuchtung der konfliktreichen Ménage à trois. Ralph Fiennes, Keira Knightley und Hayley Atwell stellen die konfliktreiche Beziehung facettenreich dar. Sehenswert ist „Die Herzogin“ jedoch vor allem wegen der prächtigen Kostüme, der sorgfältigen Ausstattung und der opulenten Bilder.

Die Dreharbeiten für „Die Herzogin“ fanden von September bis Dezember 2007 statt.

Für die Kostüme wurde Michael O’Connor mit einem „Oscar“ ausgezeichnet. Nominiert hatte man auch das Szenenbild von Michael Carlin.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

Georgiana Cavendish, Herzogin von Devonshire (kurze Biografie)

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