Schwarzer Schmetterling

Schwarzer Schmetterling

Schwarzer Schmetterling

Schwarzer Schmetterling – Originaltitel: Papillon noir – Regie: Christian Faure – Drehbuch: Hervé Korian – Kamera: Willy Stassen – Schnitt: Jean-Daniel Fernandez-Qundez – Musik: Charles Court – Darsteller: Eric Cantona, Stéphane Freiss, Hélène de Fougerolles u.a. – 2008; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Während in den Nachrichten das Verschwinden einer Frau im Vercors-Gebirge gemeldet und in diesem Zusammenhang über die Fahndung nach einem Serienmörder berichtet wird, trifft sich der Drehbuchautor Robert in einer Raststätte mit der Maklerin Laura, die sein Haus verkaufen soll. Er nimmt schließlich einen Fremden im Auto mit, der bereit ist, gegen Kost und Logis Renovierungsarbeiten durchzuführen. Bald bereut Richard das Angebot, denn Jack scheint ein Mörder zu sein ...
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Kritik

"Schwarzer Schmetterling" ist ein kammerspielartiger Thriller. Im Zentrum steht das spannende Psychoduell der beiden Männer Jack und Richard. Bald wird deutlich, dass die Filmfiguren nicht das sind, was sie zu sein vorgeben.
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Familie Fabier (Anne-Lise Guillet, Stéphane Kordylas, Valentin Martel) fährt in den Wald des Vercors-Gebirges in den französischen Alpen, um dort zu picknicken. Sophie kehrt noch einmal zum Auto zurück, um die Kühltasche zu holen. Sie taucht nicht wieder auf. Hinter dem Wagen finden ihr Mann und ihr Sohn einen Stiefel von ihr, und am geöffneten Kofferraum klebt Blut.

Sophie Fabier ist die siebte Frau, die in dieser Gegend innerhalb von zwei Jahren spurlos verschwand.

Etwa zur gleichen Zeit ist der erfolglose Drehbuchautor Richard (Stéphane Freiss) unterwegs zu einer Raststätte im Vercors-Gebirge, wo er mit der Immobilienmaklerin Laura (Hélène de Fougerolles) verabredet ist. Er wird sich verspäten, denn ein mit Baumstämmen beladener Sattelschlepper kriecht vor ihm über die Serpentinen. Als Richard waghalsig überholt, kollidiert er beinahe mit einem entgegenkommenden Lastwagen.

Laura soll das heruntergekommene, einsam an einem See im Vercors-Gebirge stehende Haus verkaufen, das Richard besitzt. Bisher hatte sie noch keinen Erfolg. Dennoch lädt Richard sie zum Essen in ein Restaurant ein, und Laura sagt für den Abend des folgenden Tages zu.

Der Fahrer des Sattelschleppers (Patrick Bruneton) kommt in die Raststätte und beschimpft Richard wegen des riskanten Überholmanövers. Ein vollbärtiger Gast, der wie ein Landstreicher aussieht, fühlt sich durch den lautstarken Streit gestört und prügelt sich mit dem LKW-Fahrer, bis dieser zu seinem Lastzug zurückläuft.

Richard bedankt sich bei seinem Retter und lädt ihn auf einen Drink ein, aber der Mann sagt, er müsse aufbrechen.

Kurz darauf holt Richard den Fremden ein, der zu Fuß auf der einsamen Gebirgsstraße geht. Er hält an und nimmt ihn mit. Jack (Eric Cantona), so heißt der Mitfahrer, geht keiner geregelten Tätigkeit nach, sondern schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Zumindest sagt er das. Und er bleibe nie länger als drei Tage an einem Ort, fügt er hinzu, denn er sei wie ein Schmetterling. Richard fragt ihn, ob er bereit sei, gegen Kost und Logis Renovierungsarbeiten an seinem Haus durchzuführen, damit es sich besser verkaufen lässt, und Jack stimmt zu.

Als Jack sich erkundigt, wozu Richard ein Gewehr im Auto habe, berichtet dieser, er sei am Morgen auf der Jagd gewesen. Tatsächlich liegen auch zwei frisch geschossene Hasen im Kofferraum.

Bei der Ankunft zerbricht Jack das Handy seines Gastgebers, versehentlich, wie es scheint. Der Festanschluss ist außer Betrieb. Es gibt also keine Telefonverbindung.

Jack überredet Richard, ihn das Manuskript lesen zu lassen, an dem er gerade arbeitet und das seinem Literaturagenten Martin nicht gefällt: „Der letzte Jäger“.

Mitten in der Nacht schleicht Jack sich an Richards Bett, und als dieser erwacht, fühlt er die Spitze eines Messers an seiner Kehle. Die Todesangst macht es Richard unmöglich, zu schreien oder auch nur ein Wort zu sagen. Jack weist auf eine Stelle im Manuskript hin: Da redet eine mit einem Messer bedrohte Frau. Wie Richard wohl jetzt gemerkt habe, sei das unrealistisch. Das habe Jack ihm demonstrieren wollen.

Weil ihm der Gast spätestens seit der nächtlichen Messerattacke unheimlich ist, durchsucht Richard dessen Rucksack. Darin findet er Damenwäsche und einen zerknitterten Zeitungsartikel über den Mord an einer Frau.

Jack meint, Richard müsse wirklichkeitsgetreuer schreiben, und es fehle ihm an einer zündenden Idee. Er rät ihm, die Begegnung mit ihm als Auftakt für einen Thriller zu verwenden und seinen Argwohn einzubauen, dass es sich bei dem Gast um den gesuchten Serienmörder handeln könnte. Richard brauche sich dann nur noch ein überraschendes Ende einfallen zu lassen. Dabei müsse er dicht am Erlebten bleiben. Richard greift den Vorschlag auf, aber er trinkt zu viel und bringt nichts zustande. Einmal reißt ihm Jack eine halb leere Whisky-Flasche aus der Hand und wirft sie ins Kaminfeuer. In einem Geheimfach des Bücherschranks hat Richard jedoch Nachschub.

Als er den Schrei einer Frau hört, sucht er nach Jack, der gerade noch im Freien arbeitete. Die Badewanne ist voll Blut. Er habe sich beim Aufräumen des Werkzeugs an der Hand verletzt, erklärt Jack und zeigt Richard einen Riss.

Statt die Verabredung mit Laura einzuhalten, bleibt Richard im Haus. Nachts wartet er, bis er Jack schnarchen hört. Dann schleicht er sich zum Auto, aber der Zündschlüssel fehlt, und gleich darauf steht Jack mit dem Gewehr neben ihm. Richard bleibt nichts anderes übrig, als ins Haus zurückzukehren.

Am nächsten Morgen fährt ein Streifenwagen vor. Inspektor Arnaud (Philippe Mangenot) sucht nach der Briefträgerin Michelle, die Richard am Vortag ein großes Kuvert zustellen sollte und seither spurlos verschwunden ist. Richard ist zwar überzeugt, dass Jack die Frau ermordete und er ihren Schrei hörte, aber er sagt Arnaud nichts, und der fährt wieder weg.

Richard versucht zu Fuß zu fliehen. Jack hat aufgepasst und verstellt ihm den Weg. Richard greift ihn mit einer Mistgabel an, und Jack hat Mühe, bei dem Kampf unverletzt zu bleiben.

Unerwartet taucht Laura auf. Er habe sie am Vorabend im Restaurant versetzt und sei telefonisch nicht zu erreichen, erklärt sie. Deshalb habe sie sich Sorgen gemacht. Richard fragt sie nach ihrem Handy. Das befindet sich in ihrer Handtasche im Auto. Durchs Fenster sehen sie, wie Jack das Auto im See versenkt. Die Handtasche nahm er vorher heraus. Er steckt Lauras Handy ein, packt einen Stein in die Handtasche und wirft sie ins Wasser.

Inzwischen glaubt Richard, dass Jack zu allem fähig ist. Er rennt mit Laura zum nahen Bahngleis. Dort fährt gerade ein langsamer Güterzug. Richard will aufspringen, aber Laura sinkt zu Boden. Sie habe sich den Knöchel verstaucht, klagt sie. Da kommt Jack mit dem Gewehr und treibt die beiden zurück zum Haus.

Ein Lieferwagen fährt vor. Jack fordert Richard und Laura auf, sich still zu verhalten. Dann pirscht er sich mit dem Gewehr in der Hand an das Fahrzeug heran. Der Lieferant (Mickey Dedaj) ist gerade in den Laderaum geklettert. Jack springt vor und schießt hinein. Dann schließt er die Ladeluke, steigt ins Führerhaus und bringt den Transporter weg.

In der Zwischenzeit verbarrikadieren sich Richard und Laura im Haus. Vergeblich schießt Jack auf das Schloss der Haustüre. Kurz darauf poltert es auf dem Dach. Offenbar versucht Jack, auf diesem Weg ins Haus zu kommen. Richard öffnet die Terrassentüre, um mit Laura zu fliehen. Aber sie werden von Jack erwartet, der gerade noch einmal einen Stein aufs Dach wirft.

Laura greift Jack in der Küche mit einer Schere an, aber er wehrt sie ab und wirft sie zu Boden. Die Gelegenheit nutzt Richard, um das Gewehr zu packen und es auf Jack zu richten. „Schieß!“, schreit Laura, „schieß!“ Richard drückt ab, aber die Waffe ist nicht geladen.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Bevor Richard von Jack in einem der Zimmer eingesperrt wird, hebt er – scheinbar unbemerkt – das zu Boden gefallene Handy auf und steckt es ein. Es gelingt ihm, sich zu befreien und in die Küche zu schleichen. Diesmal vergewissert er sich, dass das Gewehr geladen ist, bevor er Jack damit bedroht. Aber da fällt sein Blick auf Laura, die leblos und blutig am Boden liegt.

Jack drängt ihn, mit ihm zusammen die Leichen Lauras und des Lieferanten zu vergraben. Aber Richard meint, dafür bleibe nicht genügend Zeit, denn er habe gerade die Polizei angerufen. Durch Lauras Tod aufgewühlt, erzählt er, dass man ihn als Mörder verdächtigt habe, als seine Frau verschwunden war. Jack vermutet, Richard sei damals zum Alkoholiker geworden. Er begreift, dass Richard ihn am Leben lassen und der Polizei übergeben wird, nachdem er ihm Sachen untergeschoben hat, die beweisen sollen, dass er der Serienmörder ist.

Die Polizei kommt mit einem großen Aufgebot. Aber statt Jack wird Richard festgenommen. Jack und Laura, die ihren Tod nur vortäuschte, gehören zur Mordkommission. Laura hatte sich eigens so zurechtgemacht, dass sie den ermordeten Frauen ähnelte. Der Fahrer des Sattelschleppers gehörte ebenso wie der Lieferant und Inspektor Arnaud zum Komplott.

Aber wo sind die Leichen der ermordeten Frauen?

Richard deutet an, dass es im neuen Manuskript einen Hinweis gegeben habe. Aber den Ausdruck warf Jack ins Feuer, und die Festplatte des Laptops wurde von Richard gelöscht. Der Autor triumphiert: Ohne Leichen gibt es auch keinen Mörder.

Froschmänner suchen vergeblich im See.

Ein Fuchs, der Jack schon mehrmals in der Nähe des Hauses auffiel, bringt die Polizei schließlich auf die richtige Spur: Sieben in Plastikplanen eingewickelte Leichen werden ausgegraben.

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„Schwarzer Schmetterling“ ist ein kammerspielartiger Thriller. Im Zentrum steht das spannende Psychoduell der beiden Männer Jack und Richard. Bald wird deutlich, dass die Filmfiguren nicht das sind, was sie zu sein vorgeben. Der Schein trügt. Erst nach einer überraschenden Wendung erfahren wir am Ende die Wahrheit.

Jack wird vom ehemaligen französischen Fußballstar Eric Cantona (* 1966) gespielt, der sich 1997 unerwartet vom Sport zurückzog und Schauspieler wurde.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011

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