Barb Wire

Barb Wire

Barb Wire

Barb Wire - Originaltitel: Barb Wire - Regie: David Hogan - Drehbuch: Chuck Pfarrer und Ilene Chaiken, nach einer Vorlage von Ilene Chaiken und Comicfiguren von Chris Warner - Kamera: Rick Bota und Michael A. Jones - Schnitt: Peter Schink - Musik: Michel Colombier - Darsteller: Pamela Anderson Lee, Temuera Morrison, Victoria Rowell, Jack Noseworthy, Xander Berkeley, Steve Railsback, Udo Kier, Andre Rosey Brown, Clint Howard, Jennifer Banko u.a. - 1996; 100 Minuten

Inhaltsangabe

2017 herrscht in den USA wieder Bürgerkrieg. In einem der wenigen Orte, denen es gelingt, neutral zu bleiben – Steel Harbour nahe der kanadischen Grenze – betreibt die aufregende Blondine Barbara Kopetski alias "Barb Wire" die "Hammerhead Bar". Sie scheint sich um nichts anderes als um ihren jüngeren blinden Bruder Charlie und sich selbst zu kümmern, aber es heißt, sie sei früher Freiheitskämpferin gewesen ...
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Kritik

"Barb Wire" ist eine schräge Trash-Persiflage auf den Kino-Klassiker "Casablanca" – mit Pamela Anderson statt Humphrey Bogart in der Hauptrolle. Wichtiger als die Handlung sind hier die unbekümmert um Fragen des Niveaus durchgestylten und wie Comics wirkenden bunten Pop-Bilder.
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Im Jahr 2017 herrscht erneut Bürgerkrieg in den USA. Die einzige Stadt, die noch nicht von der Armee des diktatorischen Regimes in Washington („Congressional Directorate“) beherrscht wird, liegt nahe der kanadischen Grenze: Steel Harbour. Dort betreibt die aufregende Blondine Barbara Kopetski (Pamela Anderson Lee), die sich „Barb Wire“ (Stacheldraht) nennt, die „Hammerhead Bar“. Barb Wire scheint es nur noch um Geld zu gehen, aber es heißt, sie sei früher eine engagierte Freiheitskämpferin gewesen. Jedenfalls scheint sie über gute Beziehungen zu allen politischen Seiten zu verfügen.

Barb Wire entführt einen Widerstandskämpfer namens Krebs (Loren Rubin) und ermordet dabei zwei seiner Bewacher. Für 20 000 kanadische Dollar überlässt sie Krebs dem Ganoven Schmitz (Clint Howard) – ohne zu ahnen, dass die Regierung ein Kopfgeld in Höhe von 1 Million Dollar auf Krebs ausgesetzt hat.

Aus Washington kommt Colonel Pryzer (Steve Railsback) nach Steel Harbour, um dort nach der zu den Aufständischen übergelaufenen Wissenschaftlerin Corrina Devonshire alias „Cora D“ (Victoria Rowell) zu fahnden, die offenbar nach Kanada will, um vor einer neuartigen biologischen Massenvernichtungswaffe des Congressional Directorate zu warnen und das von ihr entwickelte Gegengift außer Landes zu bringen. Alexander Willis (Xander Berkeley), den Polizeipräfekten von Steel Harbour, hält Colonel Pryzer für einen korrupten Versager.

[Pryzer:] „Wenn Cora D entkommt, reiße ich Ihnen das Herz aus dem Arsch und stopfe es Ihnen in den Hals.“
[Willis:] „Das klingt aber nicht sehr hygienisch!“

Während Colonel Pryzer und seine Männer sich in der „Hammerhead Bar“ umsehen, taucht Cora mit ihrem Ehemann Axel Hood (Temuera Morrison) dort auf, ohne von den Polizisten bemerkt zu werden. Axel wendet sich an Barb Wires seit seiner Erblindung alkoholabhängigen Bruder Charlie Kopetski (Jack Noseworthy), den er aus dem gemeinsamen Engagement im Untergrund kennt. Er sucht nach Krebs, der in Deutschland hergestellte Kontaktlinsen bei sich haben soll, mit denen sich die bei Polizei- und Grenzkontrollen eingesetzten Netzhautscanner täuschen lassen. Ohne diese Kontaktlinsen hat Cora keine Chance, unerkannt das Land zu verlassen. Axel und Cora hoffen, dass Barb Wire den Kontakt zu Krebs herstellen kann, aber die Barbesitzerin hat ihrem früheren Geliebten Axel nicht verziehen, dass sie von ihm während des Kriegs in Seattle sitzengelassen wurde und will nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Inzwischen hat Schmitz die Kontaktlinsen bei Krebs entdeckt. Panisch vor Angst, sie könnten von der Polizei bei ihm gefunden werden, bringt er sie zu Barb Wire, und als sie ihn fortschickt, versteckt er die Kontaktlinsen heimlich in ihrer Küche.

Auf Anordnung von Colonel Pryzer durchsucht eine Polizeieinheit die „Hammerhead Bar“ und zerstört die Einrichtung, aber die Kontaktlinsen werden nicht gefunden.

Charlie, der hörte, wie Schmitz die Kontaktlinsen in der Küche der Bar versteckte, bringt sie seiner Schwester. Barb Wire bietet sie dem Unterweltkönig Big Fatso (Andre Rosey Brown) an und verlangt dafür nicht nur 750 000 Dollar, sondern auch sicheres Geleit zum Flughafen für sich und Charlie. Die Übergabe soll an einer der Straßensperren der Gangster erfolgen.

Inzwischen sucht Charlie die Widerstandskämpferin Spike (Jennifer Banko) auf, um ihr zu verraten, dass Barb Wire die für Coras Flucht erforderlichen Kontaktlinsen besitzt. Aber Pryzers Männer haben das Versteck der Aufständischen entdeckt. Spike ist tot. Charlie wird festgenommen und gefoltert, verrät jedoch nicht, was er über die Kontaktlinsen weiß.

Nachdem Barb Wire von Big Fatso zurückgekommen ist, schenkt sie ihrem treuen Kellner Curly (Udo Kier) die verwüstete „Hammerhead Bar“ und sucht Charlie, um mit ihm zum Flughafen zu fahren. Als sie von Curly erfährt, dass Charlie zu Spike wollte, rast sie voller Vorahnungen mit ihrem Motorrad zum früheren Refugium der Widerstandskämpfer – und stößt dort auf die Leiche ihres Bruders. Axel und Cora treffen ebenfalls ein, aber sie kommen zu spät, um ihre Gesinnungsgenossen zu warnen.

Daraufhin nimmt Barb Wire ihren früheren Geliebten und dessen Ehefrau in ihrem gepanzerten Fahrzeug mit. Zum Entsetzen der beiden Freiheitskämpfer zeigt sie Big Fatso an einer Straßensperre die Kontaktlinsen. Aber der Verbrecher hat Barb Wire gegen Geld an Colonel Pryzer verraten. Der taucht plötzlich mit seiner Einheit auf, um die Oppositionellen zu verhaften. Als der Polizeipräfekt zu Barb Wire tritt, tut er nur so, als ob er ihr die Handschellen anlegen würde und steckt ihr stattdessen eine Handgranate zu. Mit einem Schrei wirft Barb Wire den Sprengkörper in die Luft. Pryzers Männer rennen um ihr Leben. Die Handgranate explodiert auf Big Fatsos dickem Bauch.

Während Barb Wire Pryzers Einheit aufhalten will, soll Alexander Willis das Ehepaar zum Flughafen bringen. Axel kehrt jedoch nach wenigen Metern um und steht Barb Wire im Kampf gegen die Polizisten des Regimes bei. Colonel Pryzer persönlich nimmt Barb Wire auf die Gabeln eines Staplers und versucht, sie zu zerquetschen. Im letzten Augenblick probiert Axel die Hebel in der Führerkanzel eines Kranführers aus und hebt den Stapler an einem Haken hoch. Hoch über dem Boden klammert Barb Wire sich an das Stahlseil des Krans und klinkt den Haken aus.

Dann eilen sie und Axel zum Flughafen. Barb Wire übergibt Cora die Kontaktlinsen, die es der Freiheitskämpferin ermöglichen, die Grenzkontrolle zu überlisten. Während Cora und Axel nach einem kurzen Abschied zur bereitstehenden Maschine nach Quebec gehen, fragt Alexander Willis, was Barb Wire nun vorhabe. Sie beabsichtigt, sich nach Paris abzusetzen. „Ich glaube, ich habe mich gerade in Sie verknallt“, seufzt Willis, und Barb Wire antwortet: „Dann stellen Sie sich hinten an!“

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Erinnert die Handlung Sie entfernt an „Casablanca“ von Michael Curtiz? Das ist kein Zufall. Bei „Barb Wire“ von David Hogan handelt es sich um eine schräge Persiflage auf den Kino-Klassiker aus dem Jahr 1942 – mit Pamela Anderson statt Humphrey Bogart in der Hauptrolle. Wichtiger als Story und Action sind hier die unbekümmert um Fragen des Niveaus durchgestylten und wie Comics wirkenden bunten Pop-Bilder. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Während Humphrey Bogart in der Rolle des amerikanischen Barbesitzers Rick Blaine am Ende zu dem korrupten Polizeipräfekten sagt: „Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, entgegnet Barb Wire auf die Liebeserklärung von Alexander Willis am Flughafen: „Dann stellen Sie sich hinten an!“

Außer der Filmmusik von Michel Colombier sind die Songs „Welcome to Planet Boom“ von Tommy Lee und „Dancing Barefoot“ von Patti Smith in „Barb Wire“ zu hören.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

Regina Scheer - Machandel
Regina Scheer hat mit ihrem großen Roman "Machandel" eine fünfstimmige poetische Komposition geschaffen. Abwechselnd treten fünf Figuren auf, die mitreißend und eindrucksvoll nicht nur von ihren eigenen, sondern auch von anderen Schicksalen erzählen. Trotz der Komplexität lässt sich "Machandel" leicht lesen. Das ist Literatur auf hohem Niveau.
Machandel

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