Die Geschwister Savage

Die Geschwister Savage

Die Geschwister Savage

Die Geschwister Savage – Originaltitel: The Savages – Regie: Tamara Jenkins – Drehbuch: Tamara Jenkins – Kamera: Mott Hupfel – Schnitt: Brian A. Kates – Musik: Stephen Trask – Darsteller: Laura Linney, Philip Seymour Hoffman, Philip Bosco, Peter Friedman, David Zayas, Gbenga Akinnagbe, Cara Seymour, Tonye Patano, Guy Boyd, Debra Monk, Rosemary Murphy, Hal Blankenship, Joan Jaffe u.a. – 2007; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Als der demente Greis Lenny Savage nicht länger in der Rentnerstadt Sun City, Arizona, bleiben kann, müssen sich seine erwachsenen Kinder Jon und Wendy unvermittelt um ihn kümmern. Dabei hörten und sahen sie nichts mehr von ihm, seit er sie und ihre inzwischen verstorbene Mutter vor 20 Jahren wegen einer anderen Frau verlassen hatte. Auch zwischen den in Buffalo bzw. New York City lebenden Geschwistern gab es kaum noch Kontakte ...
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Kritik

Die Tragikomödie "Die Geschwister Savage" dreht sich um Altersdemenz, Verzeihen, Loslassen und Umdenken. Tamara Jenkins ist es gelungen, das Traurige mit dezenter Komik zu verbinden und jeden Anklang von Kitsch oder Larmoyanz zu vermeiden.
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Leonardo („Lenny“) Savage (Philip Bosco) lebt mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Doris Metzger (Rosemary Murphy) in deren Haus in der Rentnerstadt Sun City, Arizona. Die beiden alten Menschen werden von einem Pflegedienst betreut. Bezahlt wird das von Doris‘ Familie. Mit seinen erwachsenen Kindern Jon (Philip Seymour Hoffman) und Wendy (Laura Linney) hat Lenny schon lange keinen Kontakt mehr. Sie haben ihm nicht verziehen, dass er sie und ihre Mutter im Stich ließ. (Die Mutter ist inzwischen verstorben.)

Jon lehrt an der Universität in Buffalo, New York, Theaterwissenschaft und schreibt an einem Buch über Bertolt Brecht. Seine polnische Freundin Kasia (Cara Seymour) muss in wenigen Tagen nach Krakau zurück, weil ihr Visum abgelaufen ist. Durch eine Eheschließung könnte sie die amerikanische Staatsbürgerschaft bekommen, aber Jon scheut vor einer festen Bindung zurück.

Seine jüngere Schwester Wendy lebt in New York City und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Sie hofft auf ein Stipendium, das es ihr ermöglicht, sich als Bühnenautorin zu etablieren. In ihrer Einsamkeit hat sich die Neununddreißigjährige auf eine Affäre mit dem dreizehn Jahre älteren verheirateten Nachbarn Larry Mendelsohn (Peter Friedman) eingelassen.

Jon und Wendy haben nicht nur den Kontakt zum Vater abgebrochen, sondern sehen und hören auch nichts voneinander.

Das ändert sich, als der Pfleger Eduardo (David Zayas) Doris Metzgers Angehörige darüber unterrichtet, dass Lenny eine Wand in der Toilette mit seinem Kot beschmierte und Doris kurz darauf stirbt. Nancy Lachman (Debra Monk), die Tochter der Verstorbenen, hinterlässt Wendy die Nachricht auf dem Anrufbeantworter, sie möge sich um ihren dementen Vater kümmern. Aufgeregt ruft Wendy ihren Bruder an, und der verabredet sich widerwillig mit ihr in Arizona.

Lenny liegt im Krankenhaus. Nancy und ihr Bruder Bill Lachman (Guy Boyd) eröffnen Jon und Wendy, dass er nicht länger im Haus ihrer verstorbenen Mutter bleiben könne. Sie wollen das Anwesen verkaufen und haben auch bereits eine Maklerin beauftragt.

Während Wendy in Sun City bleibt und die Sachen ihres Vaters zusammenpackt, fliegt Jon nach Buffalo zurück und sucht nach einem bezahlbaren Pflegeheim, das bereit ist, den dementen Greis kurzfristig aufzunehmen. Als er eines gefunden hat, bringt Wendy ihren Vater mit dem Flugzeug nach Buffalo, wo sie von Jon abgeholt und zum Heim gefahren werden.

Nach ein paar Tagen bringt Larry Wendy die Katze und die Zimmerpflanzen nach Buffalo. Sie geraten in Streit, und Larry kehrt verärgert nach New York zurück.

Im Heim kommt Wendy mit dem aus Nigeria stammenden Pfleger Jimmy (Gbenga Akinnagbe) ins Gespräch. Weil er Interesse zeigt, gibt sie ihm ihr Manuskript zum Lesen. Das Stück gefällt ihm. Das bestärkt sie in ihrer Absicht, weiter nach einer Aufführungsmöglichkeit zu suchen.

Bald nachdem ihn seine Kinder nach Buffalo gebracht haben, stirbt Lenny.

Wendy kehrt nach New York zurück.

Ein halbes Jahr später: Jon kommt nach New York, um sich das Bühnenstück seiner Schwester anzuschauen. Er wird nach Polen fliegen, um dort eine Vorlesung zu halten und Kasia wiederzusehen. Wendy hat die Affäre mit Larry beendet, führt aber dessen Hündin regelmäßig aus, die er wegen eines Beckenleidens einschläfern lassen wollte. Nun wird das Tier statt von den gelähmten Hinterbeinen von einer Konstruktion auf Rädern getragen.

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Die Tragikomödie „Die Geschwister Savage“ von Tamara Jenkins dreht sich um Altersdemenz, Verzeihen und Loslassen. Die Geschwister Jon und Wendy, die ihr eigenes Leben nicht im Griff haben, stehen unvermittelt vor der Aufgabe, für ihren dementen Vater zu sorgen, der sie und ihre inzwischen verstorbene Mutter vor zwanzig Jahren wegen einer anderen Frau im Stich gelassen hatte. Das veranlasst sie, über ihre Beziehungen und über sich selbst neu nachzudenken. Den Verfall und das Sterben des Vaters können sie nicht aufhalten, aber ihr eigenes Leben lässt sich neu ausrichten.

Tamara Jenkins ist es in „Die Geschwister Savage“ gelungen, das Traurige mit dezenter Komik zu verbinden und jeden Anklang von Kitsch oder Larmoyanz zu vermeiden. Sie erzählt die Geschichte ruhig und stringent, ohne Rückblenden. Hervorzuheben sind auch die beiden zurückhaltend und doch eindrucksvoll spielenden Hauptdarsteller Laura Linney und Philip Seymour Hoffman.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011

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