Mondsüchtig

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Mondsüchtig

Mondsüchtig - Originaltitel: Moonstruck - Regie: Norman Jewison - Drehbuch: John Patrick Shanley - Kamera: David Watkin - Schnitt: Lou Lombardo - Musik: Dick Hyman - Darsteller: Cher, Nicolas Cage, Olympia Dukakis, Danny Aiello, Vincent Gardenia, Julie Bovasso, Feodor Chaliapin, John Mahoney, Louis Guss, Anita Gillette u.a. - 1987; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Um aus den engen Verhältnissen in Brooklyn, in denen sie mit ihren Eltern und dem Großvater wohnt, herauszukommen, ist die verwitwete Loretta Castorini bereit, den unbeholfenen Johnny Cammareri zu heiraten. Aber es kommt ganz anders, denn es ist Vollmond ...
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Kritik

Norman Jewison inszenierte ein heiteres und zugleich melancholisches Großstadtmärchen voll Humor, mit Milieu und Atmosphäre: "Mondsüchtig".
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Um aus den engen Verhältnissen in Brooklyn, in denen sie mit ihren Eltern und dem Großvater wohnt, herauszukommen, ist die 37 Jahre alte verwitwete Buchhalterin Loretta Castorini (Cher) bereit, den unbeholfenen Johnny Cammareri (Danny Aiello) zu heiraten. Ihrem Vater Cosmo (Vincent Gardenia) gefällt der Bräutigam überhaupt nicht. Ihre Mutter Rose (Olympia Dukakis) ist jedoch froh, als sie hört, dass zumindest bei Loretta keine großen Gefühle im Spiel sind, denn sie meint: „Wenn du die Männer liebst, treiben sie dich in den Wahnsinn, einfach weil sie wissen, dass sie es können.“

Während Johnny zu seiner vermeintlich todkranken Mutter nach Sizilien fliegt, beginnt Loretta in New York mit den Hochzeitsvorbereitungen und sucht ihren zukünftigen Schwager Ronny (Nicolas Cage) auf, um ihn einzuladen, obwohl sich die beiden Brüder seit Jahren aus dem Weg gegangen sind. In Ronny Cammareris Backstube trifft sie einen schwitzenden Mann mit einer Handprothese an, der weder von ihr noch von Johnny etwas wissen möchte. Ronny ist verbittert und gibt seinem älteren Bruder die Schuld daran, dass er in einer Schneidemaschine eine Hand verlor und ihn danach auch die Verlobte sitzen ließ. Loretta ahnt sofort, dass Ronny sich in einer Lebenslüge eingerichtet hat und konfrontiert ihn mit dem Vorwurf. Im Gegenzug kritisiert Ronny, dass sie dabei sei, einen Mann zu heiraten, den sie gar nicht liebt. Sie streiten – und beruhigen sich erst wieder, als sie miteinander Sex hatten.

Als Loretta am nächsten Morgen in Ronnys Bett aufwacht, will sie es bei einem One-Night-Stand belassen und beschwört ihn, die Nacht zu vergessen. Ronny, ein großer Opernliebhaber, überredet sie jedoch, am Abend mit ihm in „La Bohème“ zu gehen. Danach, so verspricht er, werde er sie in Ruhe lassen.

In der Oper begegnet Loretta unerwartet ihrem Vater. Er hat eine fremde Frau bei sich. Roses Argwohn, von ihrem Mann betrogen zu werden, ist also gerechtfertigt. Weil Loretta aber verhindern möchte, dass Cosmo weitererzählt, dass sie mit dem jüngeren Bruder ihres Bräutigams ausgeht, tun sie beide, als hätten sie sich nicht gesehen.

In dieser Nacht heult Lorettas Großvater (Fjodor Schaljapin) mit seinen Hunden den Vollmond an – und begegnet auf dem Rückweg seiner Tochter Rose, die in einem italienischen Restaurant einen Universitätsprofessor (John Mahoney) kennengelernt hat und sich von ihm nach Hause begleiten lässt.

Am nächsten Morgen kommt Ronny aus Sizilien zurück und berichtet, dass sich die Mutter überraschend erholt habe und er dauerhaft zu ihr ziehen müsse, um sie zu betreuen. Die Hochzeit sagt er deshalb ab. Daraufhin macht Ronny, der zu den Castorinis gekommen ist, um die geplante Eheschließung zu verhindern, Loretta einen Heiratsantrag. Als Rose begreift, dass ihre Tochter nun doch einen Mann heiraten wird, den sie leidenschaftlich liebt, kommentiert sie das mit den Worten: „Oh Gott, was für ein Jammer!“ Immerhin hat Cosmo sich vorgenommen, ihr von nun an wieder treu zu sein.

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Der Kanadier Norman Jewison (*1926) inszenierte mit „Mondsüchtig“ ein heiteres und zugleich melancholisches Großstadtmärchen voll Humor, mit Milieu und Atmosphäre. „Norman Jewisons Film „Mondsüchtig“ ist die wohl schönste und leichteste Komödie des Jahres.“ („Der Spiegel“ 12/1988, 21. März 1988)

„Mondsüchtig“ erhielt drei „Oscars“: Bestes Originaldrehbuch (John Patrick Shanley), Beste Hauptdarstellerin (Cher), Beste Nebendarstellerin (Olympia Dukakis). Nominiert hatte man „Mondsüchtig“ außerdem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Nebendarsteller (Vincent Gardenia).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002 / 2014

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