Johann Georg Faust


Johann Georg Faust (auch Jörg Faust oder Johannes Faust) wurde um 1480 in Knittlingen, 20 Kilometer nördlich von Pforzheim, geboren. (Manche Autoren nennen Helmstadt im Kraichgau als Geburtsort.)

Über seine ersten 25 Lebensjahre gibt es kein gesichertes Wissen. Erst für das Jahr 1506 ist ein Aufenthalt des wandernden Alchimisten, Magiers, Wunderheilers und Astrologen bei Gelnhausen belegt: Der Abt Johannes Trithemius berichtet in einem Brief aus dem Jahr 1507, Faust sei aus einer Herberge in der Nähe von Gelnhausen abgereist, als er von seiner Anwesenheit erfahren habe. Angeblich hatte Faust sich seines überragenden Wissens gerühmt. Als „bloßer Prahler und Narr“ wird Faust auch 1513 in einem Brief von Mutianus Rufus charakterisiert.

1520 kam Faust als „Doktor und Philosoph“ nach Bamberg und erstellte für Fürstbischof Georg III. Schenk von Limpurg ein Horoskop. Für 1528 ist ein Aufenthalt Fausts im Kloster Rebdorf bei Eichstätt überliefert. Ingolstadt wies den Sterndeuter noch im selben Jahr wegen seiner Wahrsagerei aus. 1532 musste er Nürnberg verlassen, 1536 lebte er in Korbach.

Wahrscheinlich starb Johannes bzw. Georg Faust um 1540. Es heißt, er sei bei dem alchimistischen Versuch, Gold herzustellen, im „Hotel zum Löwen“ in Staufen im Breisgau durch eine Explosion umgekommen.

Bald nach seinem Tod wurden Geschichten über Faust zu Legenden weiterentwickelt (Faust-Sage), die der unbekannte Autor der 1587 von dem Buchdrucker Johann Spies veröffentlichten „Historia von D. Johann Fausten, dem weitbeschreyten Zauberer und Schwartzkünstler“ aufgriff.

1589 stilisierte Christopher Marlowe Faust zum Rebellen gegen Gott, zum Gelehrten, der die Grenzen der Wissenschaft zu sprengen versucht („Tragical History of Doktor Faust“).

Johann Wolfgang von Goethe machte aus Faust die zentrale Figur einer der bedeutendsten deutschen Dichtungen: „Faust“.

© Dieter Wunderlich 2012

Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil

Inger-Maria Mahlke - Archipel
Inger-Maria Mahlke beginnt ihren Roman "Archipel" mit dem Jahr 2015 und springt dann kapitelweise zurück bis 1919. Sie bleibt auf Distanz zu den Charakteren und bietet auch keine Identifikationsfigur an. Ständiger Perspektivenwechsel, fehlende Fokussierung und die Überfrachtung mit mikroskopisch wirkenden Einzelheiten machen "Archipel" zu einer spröden Lektüre, zumal vieles ausgespart bleibt oder nur angedeutet wird.
Archipel

 

 

 

Deutscher Buchpreis 2018
(Vorstellung des Romans der Preisträgerin und zehn weiterer Bücher der Finalisten)


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