In the Land of Blood and Honey

In the Land of Blood and Honey

In the Land of Blood and Honey

In the Land of Blood and Honey. Liebe in Zeiten des Krieges – Originaltitel: In the Land of Blood and Honey – Regie: Angelina Jolie – Drehbuch: Angelina Jolie – Kamera: Dean Semler – Schnitt: Patricia Rommel – Musik: Gabriel Yared – Darsteller: Goran Kostić, Zana Marjanović, Rade Šerbedžija, Vanessa Glodjo u.a. – 2011; 125 Minuten

Inhaltsangabe

Bosnien 1992. Die muslimische Malerin Ajla ist mit dem serbischen Polizisten Danijel befreundet. Durch den Bürgerkrieg werden sie auseinandergerissen. Als Ajla in ein Lager verschleppt wird und ein Soldat sie vergewaltigen will, verhindert Danijel dies. Der Hauptmann ist der Sohn eines serbischen Generals, der Bosnien von Muslimen "säubern" will. Nach Danijels Versetzung flieht Ajla aus dem Lager, aber als er herausfindet, wo sie sich versteckt, lässt er sie holen ...
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Kritik

Angelina Jolie geht es in ihrem Antikriegsfilm "In the Land of Blood and Honey" nicht um Aufklärung, sondern sie reiht schonungslos Kriegsgräuel aneinander, um die Zuschauer zu schockieren und aufzurütteln.
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Bosnien 1992. Die muslimische Malerin Ajla (Zana Marjanovic), die mit ihrer älteren Schwester Lejla (Vanessa Glodjo) und deren Säugling zusammen wohnt, trifft sich in einem Tanzlokal mit dem serbischen Polizisten Danijel (Goran Kostic). Plötzlich detoniert eine Bombe. Das Paar bleibt zwar unverletzt, aber kurz darauf wird Danijel zum Kriegsdienst eingezogen.

Christliche Serben fallen in Bosnien über die Bewohner muslimischer Viertel her. Auch Ajla, Lejla und ihre Nachbarn werden aus dem Mietshaus geholt. Männer und Frauen müssen sich getrennt aufstellen. Dann erschießen die serbischen Milizionäre die Männer, wählen die hübschesten Frauen aus und befehlen ihnen, in einen bereitstehenden Bus zu steigen. Ajla ist unter ihnen. Lejla bleibt mit dem Säugling zurück.

Nach der Ankunft in einem Lager werden den Frauen die Wertsachen abgenommen. Dann vergewaltigt einer der Soldaten eine der Frauen vor den Augen der anderen. Ajla soll als nächste vergewaltigt werden. Aber da taucht zu ihrer Überraschung Danijel auf. Ohne zu verraten, dass er Ajla kennt, schickt der Hauptmann den Soldaten weg, der sie vergewaltigen wollte.

Kurz darauf lässt er Ajla in sein Zimmer bringen, um ihr zu sagen, dass er der Mannschaft erklärt habe, sie gehöre ihm und dürfe nicht angefasst werden.

Ein Soldat macht sich allerdings einen Spaß daraus, Ajla anzurempeln, als sie in der Kantine arbeitet. Unter dem Gelächter der Männer kniet Ajla sich auf den Boden, um die Scherben des ihr aus der Hand gefallenen Geschirrs aufzusammeln.

Danijel ist der Sohn des Generals Nebojša Vukojevic (Rade Šerbedžija), der zu den Scharfmachern der Serben gehört. Im August 1944 fiel die SS mit Unterstützung muslimischer Hilfstruppen über sein Heimatdorf her und massakrierte die Bewohner, darunter seine Eltern und Geschwister. Nur er und seine Großmutter entgingen dem Gemetzel, weil sie die Kühe hüteten und unentdeckt blieben. Vukojevic hasst die Muslime und hofft, sie in Bosnien eliminieren zu können. Aber sein Sohn findet es seltsam, auf Leute zu schießen, mit denen er zur Schule ging. Er gibt zu Bedenken, dass die „Säuberungen“ den Vereinten Nationen und der Weltöffentlichkeit nicht verborgen bleiben, aber der General glaubt, dass weder die UN noch die NATO in den Bürgerkrieg eingreifen werden. Er rät Danijel, sich im Kampf gegen die Muslime durch Härte auszuzeichnen.

Nachdem Danijel mit Ajla geschlafen hat, versucht er ihr klarzumachen, dass er sie nicht auf Dauer beschützen könne, zumal er mit seiner Versetzung nach Sarajewo rechnet. Deshalb soll sie aus dem Lager fliehen, und er erklärt ihr auch einen Fluchtweg.

Währenddessen vertraut Lejla ihr Kind einer Nachbarin an und geht los, um aus einer geschlossenen Apotheke Medikamente für die Hausbewohner zu holen. Durchs Schaufenster sieht sie, wie ein Plünderer erschossen wird. Aber sie bleibt unentdeckt. Als sie zum Haus zurückkommt, steht es leer: Serben haben es geräumt – und dabei Lejlas Säugling vom Balkon geworfen. Schluchzend wirft sie sich über den kleinen Leichnam.

Im Frühjahr 1993 fahren serbische Soldaten mit Ajla und einigen andere Frauen in den Wald. Dort wird eine Hütte belagert, in der sich Bosniaken verschanzt haben. Die Serben schieben nun die Frauen als menschliche Schutzschilde vor sich her und stürmen die Hütte.

Beim ersten Fluchtversuch aus dem Lager wird Ajla von einer Wache entdeckt und zusammengeschlagen. Beim nächsten Mal entkommt sie. Sie versteckt sich schließlich unter einem Toten. Ein Moslem findet sie und bringt sie zu Lejla.

Inzwischen hat Danijel ein von Ajla gemaltes Porträt ihrer Schwester aus dem Kunstmuseum geholt und im Hauptquartier aufgehängt. Ein Bosniak, der dort gefoltert wird, sagt, er kenne die Frau auf dem Bild ebenso wie die Künstlerin und wisse wo sich die beiden Frauen aufhalten.

Kurz darauf wird Ajla von serbischen Soldaten verschleppt. Danijel erklärt sie zu seiner persönlichen Malerin und stellt ihr ein Einzelzimmer zur Verfügung. Die 28-Jährige fühlt sich schuldig, weil sie Privilegien annimmt und mit einem der Mörder ihrer Landsleute schläft, aber Danijel meint, die Mörder seien auf beiden Seiten des Bürgerkriegs zu finden.

Im Winter 1994 erfährt General Nebojša Vukojevic von der Liebschaft seines Sohnes mit einer Bosniakin. Während Danijels Abwesenheit lässt er sich zu Ajla bringen, um sich ein Bild von ihr zu machen. Dann schickt er einen Soldaten zu ihr, der sie vergewaltigt.

Als Danijel zurückkommt und den Soldaten aus Ajlas Zimmer kommen sieht, nimmt er zunächst an, sie betrüge ihn mit dem anderen Mann. Aber dann begreift er, dass sie auf Befehl seines Vaters vergewaltigt wurde. Er erschießt den Vergewaltiger.

Danach sucht er seinen Vater auf. Der ohrfeigt ihn und verlangt von ihm, die „Moslem-Hure“ verschwinden zu lassen.

Im Sommer 1995 geht Danijel heimlich mit Ajla in ein geschlossenes Kunstmuseum. Da wird er unerwartet zu einer von seinem Vater angeordneten Besprechung gerufen. Der General gibt bekannt, dass US-Präsident Bill Clinton Luftangriffe der NATO gegen die Serben angekündigt habe. Mit den Worten, er werde lieber untergehen als verhandeln, eröffnet Vukojevic ein Besäufnis.

Danijel hat sich mit Ajla in einer von den Serben als Versteck benutzten Kirche verabredet. Als er dort vor die Tür geht, um eine Zigarette zu rauchen, explodiert im Kirchenschiff eine Sprengladung und tötet die meisten der Anwesenden, darunter auch General Vukojevic. Weil Danijel Ajla verdächtigt, ihn verraten zu haben, erschießt er sie. Dann geht er unbewaffnet auf einen UN-Posten zu und beschuldigt sich laut, Kriegsverbrechen begangen zu haben.

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„In the Land of Blood and Honey“ ist ein Antikriegsfilm. Am Beispiel des Bosnienkrieges (1992 – 1995) zeigt Angelina Jolie (Regie und Drehbuch) die Grausamkeit eines Bürgerkriegs: Deportationen, Massaker, Folter und vieles mehr. Betont wird vor allem das Leid der Frauen, die als lebende Schutzschilde missbraucht, sexuell vergewaltigt und als Gefangene fortwährend gedemütigt werden. Angeprangert wird die Unmenschlichkeit christlicher Serben. Dass auch Muslime im Bosnienkrieg zu Mördern wurden, lässt Angelina Jolie nur einmal kurz erwähnen. Man spürt ihre Empörung über die Kriegsgräuel, aber sie versucht nicht, uns Ursachen und Zusammenhänge zu erklären. Stattdessen reiht sie schonungslos Gewalttaten aneinander, um die Zuschauer zu schockieren und aufzurütteln.

Im Zentrum der dünnen Handlung steht die Liebesgeschichte zwischen einer Bosniakin und einem Serben, also zwischen einer Muslima und einem Christen. Im Bosnienkrieg wird sie zum Opfer, er zum Täter. Danijels innere Zerrissenheit zwischen seinem gegen die Muslime gerichteten Patriotismus, seinem Pflichtgefühl und seiner Liebe zu Ajla wird nur oberflächlich dargestellt. Ebenso spärlich leuchtet „In the Land of Blood and Honey“ Ajlas Motive aus. Liebt sie Danijel oder unterwirft sie sich ihm aus Berechnung, um sich Vorteile zu verschaffen oder auch nur, um zu überleben? Offen bleibt auch, ob sie das Versteck der Serben verriet oder nicht. Um die inneren Beweggründe der beiden Hauptfiguren herausarbeiten zu können, hätte Angelina Jolie die Charaktere vielschichtiger und tiefgründiger entwerfen müssen.

Dramaturgisch setzt Angelina Jolie bei ihrem Debüt als Regisseurin und Drehbuchautorin auf starke Szenen, aber es gelingt ihr nicht, diese zu einer stringent entwickelten Handlung zu verbinden. Es gibt zu viel Hin und Her. Nebenfiguren werden kurz eingeführt und spielen dann keine Rolle mehr.

Fazit: Ein Filmkunstwerk ist „In the Land of Blood and Honey“ nicht, aber eine unter die Haut gehende Anprangerung von Gewalt und Krieg.

Die Dreharbeiten für „In the Land of Blood and Honey“ begannen im Oktober 2010 in Bosnien. Angelina Jolie hielt zwar den Plot geheim, aber es verbreitete sich das Gerücht, der Film handle von der Liebe zwischen einer Muslima und einem serbischen Kriegsverbrecher. Deshalb protestierte die bosnische Association of Women Victims of War, und das Kulturministerium der muslimisch-kroatischen Föderation zog die Drehgenehmigung für Sarajewo zurück. Angelina Jolie wich auf Budapest und die nordwestlich davon liegende Stadt Esztergom aus.

Besetzt wurde „In the Land of Blood and Honey“ mit Schauspielern vom Balkan. Angehörige verschiedener Ethnien und Religionen – beispielsweise Serben, Kroaten und Bosnier – arbeiteten auf dem Set zusammen. Das diente auch der Völkerverständigung.

Parallel zur amerikanischen Version drehte Angelina Jolie eine Fassung in serbokroatischer Sprache.

Im Filmtitel „In the Land of Blood and Honey“ ist ein Wortspiel versteckt: Die türkischen Wörter für Blut und Honig lauten nämlich bal und kan. Das ergibt Balkan.

Am 2. Dezember 2011, drei Wochen vor dem Kinostart von „In the Land of Blood and Honey“, verklagte der kroatische Journalist James Braddock Angelina Jolie in Illinois wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung. Er beschuldigte die Drehbuchautorin, seinen 2007 veröffentlichten Roman „Slamanje Duse“ bzw. „The Soul Shattering“ als Vorlage verwendet zu haben und behauptete, der Produzent Eric Sarkic sei durch ihn auf das Buch aufmerksam gemacht worden, als sie über eine Verfilmung sprachen. Angelina Jolie reagierte auf die Anschuldigung mit einer Gegenklage. Am 29. März 2013 gab ein kalifornisches Gericht vorläufig Angelina Jolie Recht: „The works are not substantially similar.“

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013

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