Ein besseres Leben

Ein besseres Leben

Ein besseres Leben

Ein besseres Leben – Originaltitel: Une vie meilleure – Regie: Cédric Kahn – Drehbuch: Catherine Paillé, Cédric Kahn – Kamera: Pascal Marti – Schnitt: Simon Jacquet – Musik: Kim Gaboury alias Akido – Darsteller: Guillaume Canet, Leïla Bekhti, Slimane Khettabi, Abraham Belaga, Nicolas Abraham, François Favrat, Brigitte Sy, Fayçal Safi, Annabelle Lengronne u.a. – 2011; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Yann arbeitet als Koch in einer Schulkantine in Paris. Vergeblich bewirbt er sich in Restaurantküchen. Kurz nachdem er die Kellnerin Nadia und ihren zehnjährigen Sohn kennengelernt hat, beschließt er, in einem leerstehenden Gebäude ein Restaurant zu eröffnen. Den Kauf der Immobilie finan­zieren er und Nadia mit Krediten. Für die nach der Renovierung von der Baukommis­sion verlangten Nach­rüstungen treiben sie jedoch kein Geld mehr auf. Um eine besser bezahlte Stelle in Montreal annehmen zu können, vertraut Nadia ihren Sohn Yann an ...
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Kritik

Cédric Kahn vermeidet in dem Drama "Ein besseres Leben" jede Effekthascherei. Ruhig und unspektakulär entwickelt er die Geschichte, mit der er zwei junge Menschen porträtiert, die einen bescheidenen Traum verwirklichen wollen und dabei alles verlieren.
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Yann (Guillaume Canet) arbeitet als Koch in einer Schulkantine in Paris. Um sich beruflich zu verbessern, bewirbt er sich in Restaurants. Dabei hat er zwar keinen Erfolg, lernt jedoch die Kellnerin Nadia (Leïla Bekhti) kennen und verliebt sich in sie. Nadia erwidert seine Gefühle. Die 29-Jährige stammt aus dem Libanon und ist allein erziehende Mutter eines zehn Jahre alten Sohnes. Außer Slimane (Slimane Khettabi) hat sie keine Angehörigen in Frankreich.

Während eines Ausflugs zu dritt entdeckt Yann ein leer stehendes, zum Verkauf angebotenes Haus an einem Waldsee etwa eine Stunde westlich von Paris. Begeistert schaut Yann sich die Räume an. Da ließe sich ein Restaurant eröffnen! Das würde bestimmt gut laufen. Ohne lang nachzudenken, ruft er die angegebene Telefonnummer an. Eine Stunde später trifft der Hausbesitzer ein, und sie einigen sich über den Preis und die Renovierung des Gebäudes.

Obwohl weder Yann noch Nadia nennenswert Geld besitzen, nehmen sie einen Bankkredit über 200 000 Euro auf. Dabei behaupten sie gegenüber dem Bankangestellten (François Favrat), sie verfügten über das erforderliche Eigenkapital von 20 Prozent. Tatsächlich beschafft Yann die 40 000 Euro durch sechs revolvierende Verbraucherkredite. Nach der notariell beurkundeten Unterzeichnung des Kaufvertrags beginnen die Umbauten und Renovierungen.

Als das Restaurant so gut wie fertig ist, wird es von der Baukommission nicht abgenommen. Auf der Mängelliste stehen fehlende Notschalter, Feuerschutztüren, Luftschächte. Die Nachrüstungen würden weitere 20 000 Euro kosten. Aber die Bank, die inzwischen erfahren hat, wie das angebliche Eigenkapital vorgetäuscht wurde, ist nicht bereit, den Kreditrahmen auszuweiten, und andere Institute weigern sich ebenfalls, Yann und Nadia etwas zu leihen. Die beiden gelten als nicht kreditwürdig. Yann ersucht den Unternehmer Fred (Nicolas Abraham), die Bezahlung der Bauarbeiten für ein Jahr zu stunden, stößt damit jedoch auf taube Ohren. Eine von Yann und Nadia konsultierte Schuldnerberaterin (Brigitte Sy) rät ihnen dringend, die Immobilie sofort zu verkaufen. Aber das kommt für Yann nicht in Frage, denn er hält an seinem Traum fest.

Um mehr Geld zu verdienen, will Nadia die von ihrem Arbeitgeber angebotene Stelle als Servicechefin in Montreal übernehmen. Yann ist dagegen, und sie streiten sich. Als er Nadia schlägt, zieht sie noch in der Nacht mit ihrem Sohn aus.

Einige Zeit später verabredet sie sich noch einmal mit Yann und bittet ihn, sich vorübergehend um Slimane zu kümmern. Sie wird in drei Wochen nach Montreal fliegen und im ersten Monat in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnen. Sobald sie es sich leisten kann, eine eigene Wohnung zu mieten, will sie ihren Sohn nachkommen lassen.

Nadia telefoniert von Kanada aus mit ihrem Sohn über Skype, verschiebt jedoch dessen Flug, weil sie zu einer besser bezahlenden Firma wechselt. Dann hören Yann und Slimane nichts mehr von ihr. Slimanes Briefe an seine Mutter werden an die Adresse einer Consuela Marquez in Montreal geschickt. Antworten erhält er keine.

Yann bleibt schließlich nur übrig, das Restaurant mit Hilfe eines Kriminellen namens Marc (Abraham Belaga) zu verpachten und mit Slimane in ein Marc gehörendes verwahrlostes Mietshaus zu ziehen.

Als Slimane Turnschuhe aus einem Laden stiehlt, geht Yann mit ihm hin, um sie zurückzubringen, denn er akzeptiert keinen Diebstahl. Der Geschäftsinhaber (Adou Khan) behauptet, die Schuhe nicht mehr verkaufen zu können und stellt Yann vor die Wahl, entweder 109 Euro zu bezahlen oder sich mit der Polizei auseinanderzusetzen. Notgedrungen begleicht Yann die Forderung, obwohl der Betrag der Hälfte der monatlichen Wohnungsmiete entspricht.

Trotz seiner Grundsätze beginnt Yann aus Verzweiflung, Vorräte aus der Schulkantine zu stehlen und anderen Mietern des Hauses zu verkaufen.

In der Hoffnung auf Unterstützung durch seinen früheren Lehrherrn hält Yann sich einige Tage lang mit Slimane an der Küste auf, aber Michel ist nicht für ihn zu sprechen.

Wegen Slimanes Fehlen in der Schule kommt eine Sozialpädagogin (Atika Taoualit) vorbei. Yann muss zugeben, dass er kein Sorgerecht für den Jungen hat. Als die Sozialpädagogin herausfindet, dass Slimanes Mutter seit acht Monaten in Kanada ist, kündigt sie Yann die Einschaltung des Jugendamts an.

Yann fragt den Pächter des Restaurants, ob er es kaufen wolle, aber der angebotene Preis erscheint ihm viel zu niedrig. Marc erklärt ihm, dass er keine Chance habe, mehr für die Immobilie zu bekommen. Am Ende resigniert Yann und verkauft das Restaurant. Danach geht er zur Bank, um etwas Bargeld zu bekommen, aber der Angestellte weist ihn darauf hin, dass er trotz der Gutschrift des Kaufpreises noch mit 80 000 Euro verschuldet sei.


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An einem der nächsten Tage folgt Yann Marc, als dieser mit seinem Partner (Fayçal Safi) Mieten kassiert. Gegen Ende des Rundgangs überfällt Yann die beiden Männer und raubt Marc das eingesammelte Bargeld. Anschließend holt er Slimane aus der Schule, nimmt ein Taxi nach Orly und fliegt mit dem Jungen nach Montreal.

Dort sucht er Consuela Marquez. Widerstrebend verrät sie ihm, wo Nadia zu finden ist. Mit einem Überlandbus fahren Yann und Slimane zu der angegebenen Haftanstalt.

Yann mietet ein möbliertes Zimmer für einen Monat. Es dauert eine Weile, bis Nadia bereit ist, ihn und dann auch ihren Sohn zu sehen.

Sie berichtet, warum sie im Gefängnis ist. Von der Aussicht auf ein höheres Gehalt ließ Nadia sich dazu verlocken, als Reisende für Kosmetikartikel zu arbeiten. Dass man sie dabei als Drogenkurierin missbrauchte, ahnte sie nicht. Die Polizei fand es heraus und nahm sie fest.

Yann verspricht ihr, einen Rechtsanwalt zu beauftragten und das Geld für eine Kaution zu beschaffen.

Kurz darauf gelingt es ihm, in der Nähe der Haftanstalt eine Stelle als Koch zu bekommen.

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Der Film „Une vie meilleure“ / „Ein besseres Leben“ von Cédric Kahn basiert auf dem 2009 von Philippe Routier (* 1958) veröffentlichten Roman „Pour une vie plus douce“.

Die Handlung dreht sich um zwei junge Menschen, die sich einen Traum erfüllen wollen und gerade dadurch alles verlieren. Dabei sind Yann und Nadia alles andere als gierig; sie möchten einfach nur gemeinsam eine eigenständige Existenz aufbauen und ein besseres Leben führen. Zugleich erzählt Cédric Kahn, wie sich der von seiner Lebensgefährtin verlassene Mann um deren zehnjährigen Sohn kümmert und Verantwortung übernimmt, obwohl er kein Sorgerecht hat.

Cédric Kahn vermeidet in „Ein besseres Leben“ jede Effekthascherei. Ruhig und unspektakulär entwickelt er die Geschichte.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2015

Cédric Kahn: Meine Heldin / Liebe, Sex und Leidenschaft

Mirjam Pressler - "Grüße und Küsse an alle"
"'Grüße und Küsse an alle'. Die Geschichte der Familie von Anne Frank" ist eine exemplarische Familienchronik, aber keine Gesellschaftsanalyse, und Mirjam Pressler geht auch nicht näher auf den Holocaust ein.
„Grüße und Küsse an alle“

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