Lois Jenson gegen Eveleth Taconite


Die Versicherungsangestellte Lois E. Jenson, die Tochter eines Bergarbeiters im Norden von Minnesota (Mesabi Range), wurde 1967 im Alter von neunzehn Jahren vergewaltigt und dabei geschwängert. Im Januar 1968 brachte sie ihren Sohn Gregory zur Welt. Einige Zeit später gebar sie eine Tochter, der sie den Namen Tamara gab.

Aufgrund eines Gesetzes vom April 1974 mussten die Stahlkonzerne zwanzig Prozent der neu ausgeschriebenen Stellen für Frauen und Minderheiten reservieren. Lois Jenson gehörte zu den ersten Frauen, die sich daraufhin bewarben, und am 25. März 1975 fing die inzwischen siebenundzwanzigjährige allein erziehende Mutter in der Erzmine des Unternehmens Eveleth Taconite (EVTAC) in Eveleth, Minnesota, zu arbeiten an.

1981 beklagte sich Lois Jenson bei der Gewerkschaft über sexuelle Belästigungen (sexual harassment) am Arbeitsplatz, hatte damit jedoch keinen Erfolg. Deshalb beschwerte sie sich am 5. Oktober 1984 schriftlich beim Minnesota Department of Human Rights. Eine Woche später wurden ihre Autoreifen zerstochen.

Ogelbay Norton Co. in Cleveland, Ohio, ein Miteigentümer des Unternehmens, wurde im Januar 1987 verurteilt, 6000 Dollar Strafe und 5000 Dollar Entschädigung zu zahlen, aber die Firma widersetzte sich. Deshalb klagte der Anwalt Paul Sprenger im Auftrag von Lois E. Jenson und ihrer Kollegin Patricia S. Kosmach am 15. August 1988 vor dem District Court in Minneapolis gegen Eveleth Taconite. Richter James Rosenbaum ließ am 16. Dezember 1991 eine entsprechende Sammelklage zu. Damit kam zum ersten Mal ein Fall von sexueller Belästigung vor ein Gericht.

Kurz darauf, am 25. Januar 1992, kündigte Lois Jenson.

Das Gerichtsverfahren begann am 17. Dezember 1992 in St. Paul, Minnesota. Nach einem halben Jahr erklärte Richter Richard Kyle, das Unternehmen sei verpflichtet gewesen, die sexuellen Übergriffe zu verhindern.

Patricia S. Kosmach starb am 7. November 1994 im Alter von siebenundfünfzig Jahren nach langer Krankheit.

Der frühere Stadtverordnete Patrick McNulty leitete 1995 Beratungen über die Höhe des Schmerzensgeldes. Weil die sechzehn betroffenen Klägerinnen die ihnen am 28. März 1996 zugesprochenen Summen von 2500 bis 25 000 Dollar nicht akzeptierten, ordnete das Beratungsgericht am 5. Dezember 1997 eine Neuaufnahme des Falls an.

Ende Dezember 1998, kurz bevor der neue Prozess hätte beginnen sollen – vierzehn Jahre nach Lois Jensons Beschwerde beim Minnesota Department of Human Rights – einigte sich Eveleth Taconite mit fünfzehn Klägerinnen auf eine Abfindung. Es sollen 3,5 Millionen Dollar gewesen sein. Außerdem musste Eveleth Taconite die Prozesskosten bezahlen. Angeblich beliefen sich die Kosten für das Unternehmen auf 15 Millionen Dollar.

Clara Bingham und Laura Leedy Gansler schrieben darüber das Buch „Class Action. The Story of Lois Jensen and the Landmark Case that Changed Sexual Harassment Law“ (2002). Auf dieser Grundlage drehte Niki Caro den Spielfilm „Kaltes Land“ mit Charlize Theron in der Hauptrolle.

© Dieter Wunderlich 2009

Niki Caro: Kaltes Land

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