Nachbarinnen

Nachbarinnen

Nachbarinnen

Originaltitel: Nachbarinnen – Regie: Franziska Meletzky – Drehbuch: Elke Rössler – Kamera: Alexandra Czok – Schnitt: Jürgen Winkelblech – Musik: Elke Hosenfeld, Moritz Denis – Darsteller: Dagmar Manzel, Grazyna Szapolowska, Jörg Schüttauf, Berndt Stübner, Ramona Libnow, Helge Lang, Detlef Kapplusch, Kirsten Block u.a. - 2004; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Dora zog vor 19 Jahren mit ihrem Ehemann in eine Plattenbauwohnung in Leipzig. Dort lebt sie nun allein, denn Stefan trennte sich vor einem halben Jahr von ihr. In der Nacht, bevor sie zu ihrer Schwester fährt, um mit ihr und deren Mann nach Spanien in den Urlaub zu fliegen, sucht die seit kurzem im Haus wohnende Polin Jola bei ihr Zuflucht: Sie glaubt, den Wirt, bei dem sie als Bedienung arbeitete, in einem Handgemenge versehentlich erschossen zu haben ...
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Kritik

Der kammerspielartige Kinofilm "Nachbarinnen" zeichnet sich durch leise, nuancierte Töne aus. Und dazu tragen die beiden überzeugenden Hauptdarstellerinnen Dagmar Manzel und Grazyna Szapolowska entscheidend bei.
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Dora (Dagmar Manzel) zog vor neunzehn Jahren mit ihrem Ehemann Stefan (Marcus Kaloff) in eine Plattenbauwohnung in Leipzig. Dort lebt die Paketfahrerin nun allein mit ihren sorgfältig abgestaubten Kakteen, denn Stefan verließ sie vor einem halben Jahr und zog zu seiner Geliebten nach Frankfurt am Main. In ihrer Frustration ist ihr schon mal danach, Geschirr zu zerschlagen, aber sie wirft keine Teller auf den Boden, sondern nimmt dazu ein paar Gläser aus dem Schrank, packt sie in eine Plastiktüte und diese in ein Handtuch, bevor sie damit auf die Arbeitsplatte einschlägt. So kann sie die Scherben anschließend problemlos entsorgen. Auch wenn sie zu Hause ist, sperrt sie die Wohnungstüre ab. Die treuherzigen Annäherungsversuche des Nachbarn Conny (Jörg Schüttauf) weist sie schroff zurück, aber er soll nach genauen Anweisungen die Kakteen gießen, während Dora mit ihrer Schwester Linda (Simone Kabst) und ihrem Schwager Manfred (Frank Auerbach) Urlaub in Spanien macht.

In der Nacht bevor Dora zu ihrer Schwester fahren will, hört sie einen Schuss. Kurz darauf klopft es an der Wohnungstür: Die erst kürzlich in das Haus eingezogene Polin Jola (Grazyna Szapolowska) bittet Dora darum, sich bei ihr verstecken zu dürfen, während die Polizei das Haus durchsucht und die Mieter befragt. Jola glaubt nämlich, ihren Chef umgebracht zu haben. Sie arbeitete schwarz als Bedienung in Bernds (Berndt Stübner) Kneipe im selben Block. Obwohl er mit der Hausmeisterin Gabi (Ramona Libnow) verheiratet ist, versuchte er an diesem Abend, sie zu begrabschen. Sie wehrte ihn ab, und als er sie kurz darauf beschuldigte, Geld gestohlen zu haben, kam es zu einem Handgemenge. Plötzlich hatte er eine Pistole in der Hand, und Jola ist überzeugt, dass sie ihn versehentlich mit einem Schuss aus seiner Waffe tötete. Davonlaufen kann sie nicht, weil sie sich auf der Treppe den Knöchel verstaucht hat.

Unwillig lässt Dora die ungefähr gleichaltrige Polin bei sich übernachten.

Am nächsten Tag bittet Jola darum, noch einen Tag bleiben zu dürfen und verspricht, die Wohnungsschlüssel in den Briefkasten zu werfen. Dora verzichtet jedoch darauf, vor dem Abflug nach Spanien einen Tag bei ihrer Schwester zu verbringen und bleibt zu Hause.

Der Polizistin (Kirsten Block) und dem Polizisten (Matthias Brenner), die wissen möchten, ob Dora in der Nacht etwas gehört oder gesehen hat, erzählt sie, sie habe fest geschlafen.

Dann erfährt sie, dass Bernd gar nicht tot ist, sondern mit einem Streifschuss am Kopf in der Universitätsklinik liegt. Sie kann Jola also beruhigen: Es geht nicht um Totschlag, sondern allenfalls um Körperverletzung.

Bei einem Besuch am Krankenbett fragt Dora den Wirt über den Vorfall aus. Bernd ist inzwischen überzeugt, dass nicht Jola, sondern der verschuldete Kneipengast Alex (Wolfgang Boos) das Geld gestohlen hat. Er gibt zu, Jola mit einer Pistole bedroht zu haben. Bei dem Gerangel hätte er sich dann beinahe selbst erschossen.

Als Dora nach Hause kommt, packt Jola gerade ihre Sachen. Statt der Verzweifelten zu berichten, dass Bernd nicht ernsthaft verletzt ist und selbst an den Abzug der Waffe kam, behauptet sie, er liege auf der Intensivstation und die Polizei suche überall nach der Täterin. Durch die Lügen bringt sie Jola dazu, bei ihr zu bleiben.

Linda und Manfred kommen vorbei, um sie zum Flughafen mitzunehmen, aber Dora will jetzt nicht nach Spanien. Inzwischen trägt sie ein rotes Oberteil, das ähnlich aussieht, wie das von Jola.

Jola ahnt bald, dass Dora ihr etwas vormacht und will sich nicht vereinnahmen lassen: Sie verlässt die Wohnung – und wird dabei von Conny beobachtet. „Pass auf sie auf“, sagt sie im Vorbeigehen.

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Eine einsame, frustrierte und äußerlich schroffe Deutsche findet durch die zufällige Nähe einer munteren Polin ins Leben zurück. „Wer liebt, riskiert zu leiden. Wer nicht liebt, leidet schon“, meint Jola. Und an einer anderen Stelle heißt es: „Man verliebt sich nicht in Geschlechter, sondern in Menschen.“ Elke Rössler (Drehbuch) und Franziska Meletzky (Regie) haben es sehr geschickt verstanden, in die Beziehung der beiden Frauen zwar eine erotische Komponente einzubauen, aber daraus kein aufdringliches lesbisches Liebesverhältnis zu machen. Überhaupt zeichnet sich der kammerspielartige Kinofilm „Nachbarinnen“ durch leise, nuancierte Töne aus. Und dazu tragen die beiden überzeugenden Hauptdarstellerinnen Dagmar Manzel und Grazyna Szapolowska entscheidend bei.

„Nachbarinnen“ ist die Abschlussarbeit von Franziska Meletzky an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg und ihr Spielfilm-Debüt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

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