Michelangelo Antonioni


Michelangelo Antonioni wurde am 29. September 1912 in Ferrara als Sohn des Gutsbesitzers Ismaele Antonioni und dessen Ehefrau Elisabetta (geb. Roncagli) geboren. Schon als Kind zeichnete Michelangelo Antonioni gern, und im Alter von neun Jahren spielte er sein erstes Violinkonzert. Als Jugendlicher gab er zwar die Musik auf, aber mit dem Zeichnen und Malen machte er auch als Erwachsener weiter.

Nach seinem VWL-Studium in Bologna fing Michelangelo Antonioni bei einer Bank zu arbeiten an. 1939 zog er nach Rom und begann am Centro Sperimentale di Cinematografia ein zweites Studium, das er allerdings nach einem Semster abbrach. Filmkritiken hatte er bereits ab 1935 in Bologna geschrieben. In Rom fuhr er damit fort. Obwohl er sich selbst zum Marxismus bekannte, erschienen seine Beiträge in der von Vittorio Mussolini, dem Sohn des faschistischen Diktators, herausgegebenen Zeitschrift Cinema, bis man ihm nach einigen Monaten wegen Meinungsverschiedenheiten kündigte.

Noch während des Zweiten Weltkriegs hatte Michelangelo Antonioni Kurzfilme gedreht – darunter „Gente del Po“ – und Drehbücher verfasst. In den Fünfzigerjahren entstanden seine ersten abendfüllenden Kinofilme.

Von einem ersten Schlaganfall im Jahr 1985 erholte sich Michelangelo Antonioni nicht mehr vollständig. Er starb am 30. Juli 2007 in Rom.

Michelangelo Antonioni: Filmografie (Auswahl)

  • Cronaca di un amore (1950; Chronik einer Liebe)
  • I vinti (1952; Kinder unserer Zeit)
  • La signora senza camelie (1953; Die große Rolle)
  • Le amiche (1955; Die Freundinnen)
  • Il grido (1957; Der Schrei)
  • L’avventura (1960; Die mit der Liebe spielen)
  • La notte (1961; Die Nacht)
  • L’eclisse (1962; Liebe 1962)
  • Il deserto rosso (1964; Die rote Wüste)
  • Blowup (1966; Blow Up)
  • Zabriskie Point (1970; Zabriskie Point)
  • Chung Kuo Cina (1972; Antonionis China)
  • Professione: Reporter (1975; Beruf: Reporter)
  • Il mistero di Oberwald (1980; Das Geheimnis von Oberwald)
  • Identificazione di una donna (1983; Identifikation einer Frau)
  • Al di là delle nuvole (1995; Jenseits der Wolken)

Literatur über Michelangelo Antonioni:

  • Michelangelo Antonioni: Bowling am Tiber (Übersetzung: Sigrid Vagt; Berlin 1985).
  • Roland Barthes u. a.: Michelangelo Antonioni (München 1984)
  • Seymour Chatman und Paul Duncan (Hg.): Antonioni. Sämtliche Filme (Köln 2004)
  • Florian Lehmann: Realität und Imagination. Photographie in W. G. Sebalds Austerlitz und Michelangelo Antonionis Blow Up (Bamberg 2013)
  • Tina Hedwig Kaiser: Flaneure im Film. La Notte und L’Eclisse von Michelangelo Antonioni (Marburg 2007)
  • Uwe Müller: Der intime Realismus des Michelangelo Antonioni (Norderstedt 2004)
  • Hans Erich Troje: Das Unfassbare der Frau. Von der Einzigartigkeit des Michelangelo Antonioni (Neuried 1995)

© Dieter Wunderlich 2014 / 2015

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Obwohl sich die Handlung um einen Mordfall dreht, ist "Viviane Élisabeth Fauville" nur vordergründig ein Thriller. Julia Deck erzählt knapp, konzentriert und verdichtet. Der größte Teil des Textes steht in der zweiten Person Singular.
Viviane Élisabeth Fauville

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