Pier Paolo Pasolini


Pier Paolo Pasolini wurde am 5. März 1922 in Bologna als Sohn des Berufsoffiziers Carlo Alberto Pasolini und der Volksschullehrerin Susanna Colussi geboren. Bereits als Schüler schrieb er Gedichte, und 1942 veröffentlichte er seinen ersten Lyrikband. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss Pier Paolo Pasolini sich der Kommunistischen Partei Italiens an, wurde jedoch nach zwei Jahren ausgeschlossen, weil er sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte. 1955 erschien sein erster Roman („Ragazzi di Vita“). Sechs Jahre später kam sein erster Film ins Kino: „Accattone“. Als Poet, Romancier, Essayist, Drehbuchschreiber und Filmregisseur setzte Pier Paolo Pasolini sich für sozial Benachteiligte ein und kritisierte immer wieder die italienische Gesellschaft, vor allem deren Konformitätsdruck und die autoritären Herrschaftsstrukturen. Vereinnahmen ließ er sich von keiner Seite.

Mit seiner Skepsis, seinem Hass, seiner wachsenden Verzweiflung driftete Pasolini unaufhaltsam in die Einsamkeit. (Fritz Göttler in „Süddeutsche Zeitung“, 4. November 2005)

In der Nacht auf den 2. November 1975 wurde Pier Paolo Pasolini in Ostia erschlagen und dann mehrmals mit einem Auto überfahren. Ein wegen des Mordes verurteilter, zum Tatzeitpunkt siebzehn Jahre alter Stricher widerrief später sein Geständnis, und es gilt inzwischen als zweifelhaft, ob er der Täter war.

Pier Paolo Pasolini: Filmografie (Auswahl)

  • Accattone (1961; Accattone. Wer nie sein Brot mit Tränen aß)
  • Mamma Roma (1962; Mamma Roma)
  • Comizi d’amore (1964; Gastmahl nach Liebe)
  • Il vangolo secondo Matteo (1964; Das 1. Evangelium. Matthäus)
  • Uccellacci e uccellini (1966; Große Vögel, kleine Vögel)
  • Le streghe (1967; Hexen von heute)
  • Teorema (1968; Teorema. Geometrie der Liebe)
  • Amore e rabbia (1969; Liebe und Zorn)
  • Il porcile (1969; Der Schweinestall)
  • Medea (1969; Medea)
  • Il Decameron (1970; Dekameron)
  • I racconti di Canterbury (1971; Pasolinis tolldreiste Geschichten)
  • Il fiore delle mille e una notte (1974; Erotische Geschichten aus 1001 Nacht)
  • Salò o le 120 giornate di Sodoma (1975; Die 120 Tage von Sodom)


Pier Paolo Pasolini: Bibliografie (Auswahl)

  • Ragazzi di vita (1955)
  • Le ceneri di Gramsci (1957; Gramscis Asche)
  • L’usignolo della chiesa cattolica (1958; Die Nachtigall der katholischen Kirche)
  • Una vita violenta (1959)
  • II sogno di una cosa (1962; Der Traum von einer Sache)
  • Teorema (1968)
  • Empirismo eretico (1972; Ketzererfahrungen. Schriften zu Sprache, Literatur und Film)
  • Lettere luterane (1972; Lutherbriefe)
  • Scritti corsari (1975; Freibeuterschriften)
  • Il caos (1979; Chaos. Gegen den Terror)
  • Amado mio, preceduto da Atti impuri (1982; Amado mio. Zwei Romane über die Freundschaft)
  • Petrolio (1992)

© Dieter Wunderlich 2005

Pier Paolo Pasolini: Accattone. Wer nie sein Brot mit Tränen aß

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