Down with Love

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Originaltitel: Down with Love - Regie: Peyton Reed - Drehbuch: Eve Ahlert und Dennis Drake - Kamera: Jeff Cronenweth - Schnitt: Larry Bock - Musik: Marc Shaiman - Darsteller: Renée Zellweger, Ewan McGregor, Sarah Paulson, David Hyde Pierce, Rachel Dratch, Jack Plotnick u.a. - 2003; 95 Minuten

Inhaltsangabe

In ihrem Ratgeber "Down with Love" tritt Barbara Novak nicht nur für die Emanzipation der Frauen ein, sondern rät ihnen auch zu freien sexuellen Beziehungen ohne romantische Liebe. Der Reporter Catcher Block ist dagegen überzeugt, dass alle Frauen von Liebe und Eheglück träumen, und um seine These zu beweisen, gibt er sich als schüchterner Astronaut aus und umwirbt Barbara ...
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Kritik

Bei der unterhaltsamen Retro-Komödie "Down with Love. Zum Teufel mit der Liebe" handelt es sich um eine liebevoll inszenierte Hommage an die so genannten "Sex Komödien" mit Doris Day und Rock Hudson.
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1962 kommt die noch unbekannte Autorin Barbara Novak (Renée Zellweger) von Maine nach New York, um sich mit ihrer Lektorin Vikki Hiller (Sarah Paulson) zu treffen und ihr Buch „Down with Love“ den leitenden Herren im Verlag vorzustellen. Bei „Down with Love“ handelt es sich um einen Ratgeber, in dem Barbara die Frauen dazu aufruft, die Gleichberechtigung nicht nur im Beruf, sondern auch im Umgang mit dem anderen Geschlecht durchzusetzen und nicht länger auf die romantische Liebe hereinzufallen. Die Liebe sei bloß ein Störfaktor, erklärt Barbara den überraschten Herren, Sex könne man auch als Frau ohne Gefühlsduselei haben.

Weil die Verlagsleitung das Buch zwar herausbringen, aber kein Geld in die Werbung investieren will, lässt Vikki ihre Beziehungen spielen und erhält von Peter MacMannus (David Hyde Pierce), dem Herausgeber des Männermagazins „No“, die Zusage für eine Titelstory. Der Playboy und Star-Journalist Catcher Block (Ewan McGregor) soll sie schreiben. Catcher landet gerade mit dem Hubschrauber auf dem Dach des MacMannus Building und verabschiedet sich von den „Bossa-Nova-Drillingen“, drei aufregenden Tänzerinnen, mit denen er die Nacht verbrachte. Er hat keine Lust, ein Interview mit einer Emanze zu führen, aber Peter besteht darauf.

Also verabredet Catcher sich mit Barbara zum Mittagessen. Während er auf sie wartet, taucht überraschend eine seiner Geliebten auf, die gut gebaute Stewardess Gwendolyn (Jeri Ryan). Catcher verschwindet kurzerhand mit ihr und vertröstet Barbara ein paar Minuten später übers Tischtelefon aufs Abendessen, aber er versetzt sie erneut und verschiebt das Interview auf den nächsten Morgen. Während Barbara mit Vikki und Peter am Frühstückstisch sitzt und auf Catcher wartet, hört sie zwei Stewardessen am Nebentisch: eine von ihnen – Gwendolyn –, hat den Nachmittag mit Catcher Block verbracht, die andere den Abend, und sie vermuten, dass er jetzt gerade mit einer ihrer Kolleginnen zusammen ist. Als Catcher sich wieder übers Tischtelefon meldet und sich erneut bei Barbara entschuldigt, erklärt sie ihm aufgebracht, keinen Wert mehr auf eine Begegnung mit ihm zu legen.

Das Buch wird ein Bestseller. Die Frauen lesen es, und die Männer kaufen es, um es zu verbrennen. Catcher stellt plötzlich fest, dass keine seiner Geliebten mehr etwas mit einem Macho wie ihm zu tun haben möchte. Da beschließt er, Barbara hereinzulegen: Er will sie dazu bringen, ihm eine Liebeserklärung zu machen und darüber dann in einer Titelgeschichte schreiben, um zu beweisen, dass alle Frauen im Grunde von nichts anderem als Liebe und Eheglück träumen.

Catcher richtet es so ein, dass er Barbara in einer Reinigung begegnet und tut so, als halte er sie für Kim Novak. Von einer Barbara Novak habe er noch nie gehört, behauptet er, aber er sei gerade erst aus dem Weltraum zurückgekommen und wohl noch nicht auf dem Laufenden. Barbara, die seit dem Erscheinen ihres Buches von Männern gemieden wird, würde mit dem Astronauten am liebsten gleich ins Bett gehen – getreu ihrer Maxime: Sex ohne Liebe –, aber der schüchterne „Major Zip Martin“ lässt sich nur dazu überreden, mit ihr ein Glas Saft zu trinken.

Nach neunundzwanzig Verabredungen in dreiundzwanzig Tagen haben Catcher alias Zip und Barbara sich noch nicht einmal geküsst.

Währenddessen umwirbt Peter MacMannus Barbaras Lektorin Vikki, und Catcher stellt ihm sein Luxusapartment zur Verfügung, damit er sie beeindrucken kann. Als Catcher nach einer Verabredung mit Barbara heimkommt, ist seine Wohnung voller Leute: Peter und Vikki veranstalten gerade eine Beatnik-Party. Catcher wird gleich von einer halbnackten Frau ins Schlafzimmer gezerrt. Kurz nach ihm trifft Barbara ein und bedankt sich bei Vikki für die Einladung. Als sie ihren Mantel im Schlafzimmer ablegen will, stößt sie auf ihren angeblich so zurückhaltenden Astronauten in den Armen einer Anderen. Verstört läuft sie aus dem Haus, aber Zip holt sie auf der Straße ein und erklärt ihr, der Journalist Catcher Block habe ihn hergelockt – vermutlich um Geheimnisse der NASA aus ihm herauszubekommen –, sei dann aber selbst gar nicht aufgetaucht. Stattdessen habe man ihm offenbar Drogen in den Tee oder die Zigaretten gemischt, und dadurch habe er die Kontrolle verloren.

Vikki gesteht ihrer neuen Freundin Barbara, dass sie ungeachtet der Ratschläge in „Down with Love“ den Verleger Peter MacMannus heiraten wolle. Daraufhin gibt Barbara zu, sich ebenfalls verliebt zu haben.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Endlich hält Catcher den Zeitpunkt für gekommen, um Barbara zu entlarven. Er lädt sie in sein Apartment ein, von dem er behauptet, dass es Peter gehört, und lässt heimlich ein Tonbandgerät laufen, als sie ihm eine Liebeserklärung macht. Ausgerechnet in diesem Augenblick steht Gwendolyn in der Tür und spricht Catcher mit seinem richtigen Namen an. Sobald Gwendolyn wieder fort ist, gibt Catcher stolz zu, Barbara hereingelegt zu haben. Da klärt sie ihn darüber auf, dass sie ihm ebenfalls eine falsche Identität vortäuschte; eine Barbara Novak gibt es gar nicht. Sie heißt in Wirklichkeit Nancy Brown und hatte vor einiger Zeit als Sekretärin für ihn gearbeitet. Weil sie sich in ihn verliebte und er sie nicht beachtete, dachte sie sich das mit dem Buch aus, um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Immerhin hat er nun mehr als einen Monat lang jeden Abend mit ihr verbracht.

Einige Zeit später gesteht Catcher sich ein, dass er sich in Nancy alias Barbara verliebt hat, und um sie zurückzugewinnen, schreibt er eine Titelstory für „No“, in der er es zugibt („Catcher Block lässt die Hüllen fallen“). Peter erklärt ihm jedoch, dass im MacMannus Building nichts mehr getippt oder gedruckt werden kann, weil alle weiblichen Angestellten zu der neuen Frauenzeitschrift „Now“ gewechselt haben, die von Nancy Brown und Vikki Hiller herausgegeben wird.

Um an die Chefin heranzukommen, bewirbt Peter sich bei „Now“ für einen Assistentenjob. Zuerst scheint Nancy ihm zu widerstehen, aber dann willigt sie ein, mit ihm auf der Stelle nach Las Vegas zu fliegen, um dort zu heiraten.

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Bei der temporeichen Retro-Komödie „Down with Love. Zum Teufel mit der Liebe“ handelt es sich um eine Hommage an die so genannten „Sex Komödien“ mit Doris Day und Rock Hudson: „Bettgeflüster“ (1959), „Ein Pyjama für zwei“ (1961), „Schick mir keine Blumen“ (1964). Obwohl sich die Handlung dieser oberflächlich unterhaltsamen Filme um Sex drehte, wurde das „Bettgeflüster“ allenfalls angedeutet. Der Geschlechterkampf endete immer mit der Zähmung des Mannes durch die Frau.

Bettgeflüster – Originaltitel: Pillow Talk – Regie: Michael Gordon – Drehbuch: Stanley Shapiro, Maurice Richlin, Russell Rouse, Clarence Greene – Kamera: Arthur E. Arling – Schnitt: Milton Carruth – Musik: Frank De Vol (Inez James, Buddy Pepper: „Pillow Talk“; Elsa Doran, Sol Lake: „Roly Poly“; Joe Lubin, I. J. Roth: „Inspiration“, „I Need no Atmosphere“, „Possess Me“, „You Lied“) – Darsteller: Rock Hudson, Doris Day, Tony Randall, Thelma Ritter u. a. – 1959; 105 Minuten

Ein Pyjama für zwei – Originaltitel: Lover Come Back – Regie: Delbert Mann – Drehbuch: Stanley Shapiro, Paul Henning – Kamera: Arthur E. Arling – Schnitt: Marjorie Fowler – Musik: Frank De Vol – Darsteller: Rock Hudson, Doris Day, Tony Randall, Edie Adams, Jack Oakie, Jack Kruschen, Ann B. Davis, Joe Flynn, Howard St. John, Karen Norris, Jack Albertson, Charles Watts, Donna Douglas, Ward Ramsey u. a. – 1961; 105 Minuten

Schick mir keine Blumen – Originaltitel: Send Me No Flowers – Regie: Norman Jewison – Drehbuch: Norman Barasch, Carroll Moore, Julius J. Epstein – Kamera: Daniel L. Fapp – Schnitt: J. Terry Williams – Musik: Frank De Vol (Burt Bacharach: „Send Me No Flowers“) – Darsteller: Rock Hudson, Doris Day, Tony Randall, Paul Lynde, Hal March, Edward Andrews, Patricia Barry, Clive Clerk, Dave Willock, Aline Towne, Helene Winston, Christine Nelson, Clint Walker u. a. – 1964; 100 Minuten

Eve Ahlert und Dennis Drake (Drehbuch) dachten sich die amüsanten Verwicklungen und unerwarteten Wendungen in „Down with Love. Zum Teufel mit der Liebe“ aus. Daniel Orlandi entwarf die Kleider und Anzüge, Andrew Laws sorgte für eine stilgerechte Ausstattung, und Marc Shaimans schwungvolle Musik macht Laune. Mit pastellfarbigen Bildern und Splitscreens wie in „Bettgeflüster“ trugen Jeff Croneneth (Kamera) und Larry Bock (Schnitt) zum Gelingen des von Peyton Reed liebevoll inszenierten und von Renée Zellweger, Ewan McGregor und den übrigen Darstellern temperamentvoll gespielten Films bei. Tiefgang darf man in „Down with Love. Zum Teufel mit der Liebe“ nicht erwarten, ungetrübten Spaß schon.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

Richard David Precht - Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Richard David Precht stellt in "Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?" spannende Fragen. Es sind allerdings zu viele. Deshalb bleibt er mit seiner lockeren, teilweise szenisch ausgeschmücken Darstellung an der Oberfläche.
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