Das falsche Opfer

Das falsche Opfer

Das falsche Opfer

Originaltitel: Das falsche Opfer - Regie: Ulrich Stark - Drehbuch: Andreas Pflüger und Brigitte Drodtloff - Kamera: Kay Gauditz - Schnitt: Ursula Höf - Musik: Birger Heymann - Darsteller: Jeanette Hain, Mathias Herrmann, Thomas Sarbacher, Rainer Strecker, Anne Weinknecht, Holger Mahlich, Jörg Ratjen, Annette Uhlen, Gerhard Garbers, Katrein Frenzel, Erika Skrotzki u.a. - 2004; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Als die junge Cellistin Victoria Plattner sich in einer Hotelhalle umsieht, ereignet sich im Keller des Gebäudes eine Gasexplosion, bei der sechs Menschen sterben. Victoria kommt im Krankenhaus wieder zu sich, aber sie ist beinahe taub und muss ihre Karriere aufgeben. Bald kommen ihr Zweifel, ob es sich bei der Explosion nicht doch um einen Mordanschlag handelte ...
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Kritik

"Das falsche Opfer" ist ein sehenswertes Kriminaldrama mit einer spannenden und sorgfältig aufgebauten Geschichte, eleganten Bildern und einer überzeugenden Hauptdarstellerin Jeanette Hain.
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Als die junge Cellistin Victoria Plattner (Jeanette Hain) sich in einer Hotelhalle umsieht, ereignet sich im Keller des Gebäudes eine Gasexplosion, bei der sechs Menschen sterben. Victoria kommt im Krankenhaus wieder zu sich, aber sie ist beinahe taub und muss ihre Karriere beim Rundfunkorchester aufgeben. Während sie ohne Hilfsmittel kaum noch etwas hört, wundert sie sich darüber, dass sie jetzt plötzlich visuelle Eindrücke wie detaillierte Fotografien aus ihrem Gedächtnis abrufen kann.

An die Gasexplosion und ihre Ankunft im Hotel erinnert sie sich allerdings nicht – mit einer Ausnahme: Sie weiß, dass vor dem Hotel jemand in einem geparkten Auto saß und sie durch Hupen und Handzeichen davon abhalten wollte, hineinzugehen. Der Mann muss die Explosion erwartet haben. Es war also kein Unfall, wie es im Abschlussbericht der Kriminalpolizei heißt, sondern ein Anschlag!

Victoria studiert die Zeitungsberichte und sucht schließlich Marion Sievers auf, die Witwe des Gasinstallateurs, der angeblich den Unfall verursachte. Peter Sievers war eine Stunde vor der Explosion wegen eines Heizungsdefekts ins Hotel gerufen worden. Seine Witwe beteuert, er sei sehr gewissenhaft gewesen, und sie kann sich deshalb nicht vorstellen, dass er eine undichte Stelle an der Gasleitung übersehen und die Tür zum Heizungskeller vorschriftswidrig offen gelassen haben soll. Von Marion Sievers erfährt Victoria auch, dass es noch jemanden gibt, der überzeugt ist, es habe sich um einen Mordanschlag gehandelt: der Kriminalbeamte Gotthilf Braun (Thomas Sarbacher) hat sich sogar beurlauben lassen, um seinem Verdacht nachgehen zu können.

Braun vermutet, dass der Mordanschlag Carla Insagi gegolten hat, der einzigen Belastungszeugin, die bereit ist, gegen den Unterweltpaten Roman Ziegler (Holger Mahlich) auszusagen, der in einer Gefängniszelle auf seinen in einer Woche stattfindenden Prozess wartet. Die Polizei, die für Carlas Sicherheit verantwortlich ist, hatte sie in dem Hotel untergebracht und bewacht. Unmittelbar vor der Gasexplosion war eine Warnung eingegangen. Daraufhin hatte die Polizei beschlossen, die gefährdete Zeugin in ein anderes Versteck zu bringen. Als ein Vorauskommando von sechs Beamten mit dem Lift in den Keller fuhr, um den Fluchtweg zu überprüfen, löste ein Sprechfunkgerät die Gasexplosion aus. Braun nimmt an, dass der Täter dem Monteur Peter Sievers in den Heizungskeller gefolgt war, dann eine Verschraubung der Gasleitung gelockert und die Tür offen gelassen hatte, damit das ausströmende Gas sich im Keller verteilen konnte. Eine halbe Stunde später wurden die Polizeibeamten in den Keller gelockt. Allerdings hatte der Täter nicht bedacht, dass einige Beamte sich erst einmal ohne die Zeugin umsahen.

Inzwischen wird Carla in einem abgelegenen Haus an der Küste bewacht, aber Braun nimmt an, dass Ziegler erneut versuchen wird, sie vor dem Prozess liquidieren zu lassen. Und er glaubt auch zu wissen, wer von Ziegler den Mordauftrag erhalten hat: Pacult (Jörg Ratjen). Als er durch Marion Sievers mit Victoria in Kontakt kommt und hört, dass sie vor dem Hotel einen Mann bemerkte, veranlasst er trotz seiner Beurlaubung eine Gegenüberstellung. Aber Victoria kann sich nicht erinnern, Pacult schon einmal gesehen zu haben.

Die sensible Cellistin leidet sehr unter ihrer Taubheit. Mit der Logopädin Steffi Kleinert (Anne Weinknecht), die ihr das Lippenlesen beibringt und mit ihr ausgeht, damit sie sich an die Geräuschkulisse gewöhnt, befreundet sie sich. Ihr erzählt sie auch von ihrer Ehekrise. In das Hotel war Victoria gegangen, weil sie geglaubt hatte, ihr Mann Jan (Mathias Herrmann) werde sich dort mit seiner Geliebten treffen. Seit der Explosion kümmert Jan sich allerdings rührend um sie. Er drängt sie auch jeden Abend, Schlaftabletten zu nehmen, aber sie hat die Tabletten gegen ähnlich aussehende Pillen ausgetauscht, die vor Mundgeruch schützen, denn sie mag sich nicht wie betäubt fühlen; lieber leidet sie unter ihren Albträumen.

Jan Plattner ist Immobilienmakler. Zufällig kommt Victoria einmal an seinem vor einer leer stehenden Villa geparkten Wagen vorbei. Sie hält an und geht hinein, um ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Braun klärt sie später darüber auf, dass die Villa Roman Ziegler gehörte, der sie offenbar verkaufen wollte.

Obwohl niemand außer den beteiligten Polizeibeamten weiß, wo die Zeugin versteckt ist oder gar in welchem der Zimmer des Hauses sie sich aufhält und die Vorhänge zugezogen sind, wird Carla durch einen Schuss schwer verletzt. Der Schütze muss von einem kurz zuvor gestohlenen Schiff aus geschossen haben und dann zur Küste geschwommen sein.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Victoria und ihr Mann waren früher Sporttaucher. War es doch kein Zufall, dass Jan beauftragt war, Zieglers Villa zu verkaufen? Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden? Als Victoria nachsieht, stellt sie fest, dass die Ausrüstung ihres Mannes feucht ist. Da ahnt sie, dass Jan nicht aus Liebe bei ihr geblieben ist, sondern um sie zu kontrollieren, weil er in dem Auto vor dem Hotel saß und weiß, dass sie ihm gefährlich werden kann, falls sie sich wieder daran erinnert.

Durch einen Anruf seines Verbindungsmanns bei der Polizei erfährt Jan, dass Braun ihn durchschaut hat. Jan lässt den Polizeibeamten in eine Falle locken. Bevor er das Haus verlässt, löst er alle Tabletten aus Victorias Pillenschachtel in einem Glas Wasser auf und zwingt sie, es auszutrinken. (Dass sie die Tabletten ausgetauscht hat, ahnt er nicht.)

Auf dem Rangierbahnhof, wohin Braun bestellt wurde, stößt er auf seinen Kollegen Max (Rainer Strecker), der auch gleich damit prahlt, für seine Zusammenarbeit mit Zieglers Leuten viel Geld erhalten zu haben. Jan erschießt zuerst Max. Als er auf Braun anlegt, wirft Victoria – die ihrem Mann unbemerkt gefolgt ist – ein paar Steinchen. Jan blickt sich um. Braun entreißt ihm die Pistole. Bei dem Handgemenge löst sich unmittelbar neben Jans Ohr ein Schuss, der ihm das Trommelfell zerreißt. Deshalb hört er auch nicht den sich nähernden Zug und bleibt auf dem Gleis stehen …

Aufgrund der Aussage seiner früheren Freundin Carla wird Roman Ziegler zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

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Ulrich Stark führt uns nicht nur optisch nah an die sensibel und zerbrechlich wirkende Hauptfigur heran, sondern er führt uns die Taubheit der Cellistin auch akustisch vor: durch verzerrte Stimmen, eine schmerzende Geräuschkulisse und die erlösende Stille, die Victoria wahrnimmt, wenn sie allein in einem Pool schwimmt.

Auch wenn die akustischen Effekte vielleicht nicht ganz überzeugen, ist „Das falsche Opfer“ jedenfalls ein sehenswertes Kriminaldrama mit einer spannenden und sorgfältig aufgebauten Geschichte (Drehbuch: Andreas Pflüger und Brigitte Drodtloff), eleganten Bildern (Kamera: Kay Gauditz) und einer überzeugenden Hauptdarstellerin (Jeanette Hain).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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"Die Dick-Tossek-Verschwörung" ist eine aberwitzige Thriller-Persiflage. Volker Bitzer unterhält uns mit lustigen Einfällen, viel Sprachwitz, schwarzem Humor und über­raschen­den Wendungen. Das alles ist eine Mordsgaudi.
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