Sugar Orange

Sugar Orange

Sugar Orange

Originaltitel: Sugar Orange – Regie: Andreas Struck – Drehbuch: Andreas Struck – Kamera: Andreas Doub – Schnitt: Philipp Stahl – Musik: Erlandas – Darsteller: Lucas Gregorowicz, Sabine Timoteo, Hyun Wanner, Bruno Cathomas, Kai Müller, Yury Han u.a. - 2003; 85 Minuten

Inhaltsangabe

Leo ist ein junger Mann, der sich aus Angst vor Zurückweisungen abkapselt und engere Beziehungen vermeidet. Als Lena sich in ihn verliebt, fühlt er sich zu ihr hingezogen, aber seine Stimmungsschwankungen gefährden die aufkeimende Liebe, zumal er zunächst nicht in der Lage ist, mit ihr über die Ursache zu reden: Ein Trauma in seiner Kindheit.
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Kritik

Andreas Struck erzählt die Geschichte nicht chronologisch, sondern aus der Sicht des erwachsenen Leo. Die Vorgeschichte holt er in Rückblenden nach, bis sich aus dem Puzzle ein Bild ergibt: "Sugar Orange".
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Die beiden miteinanander eng befreundeten Schulkinder Leo (Kai Müller) und Clemens (Yury Han) die sich „Mr Sugar“ und „Captain Orange“ nennen, verbringen ihre freien Nachmittage gemeinsam und übernachten in einem Zelt. Bei einem Fahrradrennen durch den Wald stürzt Leo und kann nicht mehr aufstehen. Statt sich um seinen schwer verletzten Freund zu kümmern und Hilfe zu holen, radelt Clemens panisch vor Schreck zurück und kauert sich ins Zelt, bis ihn seine Mutter (Ines Bartholomäus) nach Stunden sucht und einen Krankenwagen alarmiert, als sie erfährt, was geschehen ist. Leo befürchtete, zu sterben oder gelähmt zu bleiben, aber nach einigen Wochen kann er das Krankenhaus an Krücken gehend verlassen. Sein von Schuldkomplexen gepeinigter Freund Clemens hat inzwischen die Schule gewechselt und jeden Kontakt zu ihm abgebrochen. Dadurch wird Leo ein zweites Mal traumatisiert.

Fünfzehn oder sechzehn Jahre später ist aus Leo (jetzt: Lukas Gregorowicz) ein Neurotiker geworden, der sich aus Angst vor erneuter Zurückweisung emotional abkapselt und jede engere Bindung zu vermeiden versucht.

Sein älterer Bruder Frank (Bruno Cathomas), der inzwischen mit Clemens (jetzt: Hyun Wanner) zusammen in einer homosexuellen Beziehung lebt, versucht, Leo für eine Versöhnung zu gewinnen, wird jedoch aggressiv zurückgestoßen.

Dann lernt Leo Lena (Sabine Timoteo) kennen, eine junge Frau, die in einer Bäckerei als Verkäuferin arbeitet. Lena verliebt sich in ihn, und Leo fühlt sich zu ihr hingezogen, aber die aufkeimende Liebe wird immer wieder durch verstörende Erinnerungen an die Zeit mit „Captain Orange“ gefährdet. Leos Stimmungsschwankungen machen Lena schwer zu schaffen, und er ist nicht in der Lage, mit ihr über die Ursachen zu sprechen. Stattdessen packt er unvermittelt seine Sachen und reist fort.

Allein kommt er jedoch auch nicht mehr zurecht. Schließlich kehrt er zu Lena zurück. Doch bevor die Beziehung eine Chance hat, wird Leo erst sein Verhältnis mit Clemens klären, sein Trauma überwinden und die festgefahrenen Verhaltensweisen ablegen müssen …

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Andreas Struck erzählt die Geschichte nicht chronologisch, sondern aus der Sicht des erwachsenen Leo. Die Vorgeschichte holt er in Rückblenden nach, bis sich aus dem Puzzle ein Bild ergibt. „Sugar Orange“ ist das Gegenteil von einem geschwätzigen Film. Das unterstreicht die Unfähigkeit des Protagonisten zur Kommunikation. Lukas Gregorowicz und Sabine Timoteo gelingt es jedoch, mit kleinen Gesten sehr viel zu der dichten Atmosphäre des Films von Andreas Struck beizutragen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

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