The Fall. Im Reich der Fantasie

The Fall. Im Reich der Fantasie

The Fall. Im Reich der Fantasie

The Fall. Im Reich der Fantasie – Originaltitel: The Fall – Regie: Tarsem Singh – Drehbuch: Dan Gilroy, Nico Soultanakis, Tarsem Singh, nach dem Drehbuch von Valeri Petrov für "Yo Ho Ho" – Kamera: Colin Watkinson – Schnitt: Robert Duffy – Musik: Krishna Levy – Darsteller: Catinca Untaru, Lee Pace, Justine Waddell, Kim Uylenbroek, Aiden Lithgow, Sean Gilder, Ronald France, Andrew Roussouw, Michael Huff, Grant Swanby, Emil Hostina, Robin Smith, Jeetu Verma, Leo Bill u.a. – 2006; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Die 5-jährige Landarbeiterin Alexandria, Tochter rumänischer Immigranten, bricht sich beim Orangenpflücken einen Arm und wird in ein Krankenhaus in Los Angeles gebracht. Dort erzählt ihr der seit einem missglückten Sprung von einer Eisenbahnbrücke gelähmte Stuntman Roy Walker eine fantasievolle Geschichte. Als es am spannendsten ist, verlangt er von Alexandria, dass sie ihm Morphium stiehlt, bevor er weitererzählt ...
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Kritik

Die im Krankenhaus spielende "reale" Handlungsebene von "The Fall" ist eher fad. Umso bunter wirken die opulenten Bilder der von Roy heraufbeschworenen Fantasiewelt.
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Los Angeles, 1915. Die fünfjährige Alexandria (Catinca Untaru), die aufgeweckte Tochter rumänischer Immigranten (Elvira Deatcu, Emil Hostina), hat sich beim Orangenpflücken den Arm gebrochen und befindet sich deshalb im Krankenhaus. Sie läuft dort herum und setzt sich schließlich zu dem Patienten Roy Walker (Lee Pace) ans Bett, einem Stuntman, dessen Beine seit einem missglückten Sprung von einer Eisenbahnbrücke für immer gelähmt sind. Seine reiche Geliebte hat ihn verlassen.

Roy erzählt seiner kleinen Mitpatientin von Alexander dem Großen (Kim Uylenbroek), und als er merkt, dass sie gern zuhört, beginnt er eine fantastische Geschichte für sie zu erfinden. Sie handelt von einem maskierten schwarzgekleideten Banditen (Lee Pace), dem entflohenen afrikanischen Sklaven Otta Benga (Marcus Wesely), einem Inder (Jeetu Verma), dem italienischen Sprengmeister Luigi (Robin Smith) und Charles Darwin (Leo Bill). Ihnen allen ist Unrecht widerfahren, und sie haben sich zusammengetan, um den tyrannischen Gouverneur Odious (Daniel Caltagirone) zu töten. Alexandria stellt sich die Figuren mit Gesichtszügen von Menschen vor, die sie hier im Krankenhaus sieht. Der schwarze Bandit, den Roy mit sich selbst identifiziert, verliebt sich in eine Prinzessin (Justine Waddell), die mit dem Gouverneur Odious verlobt ist, der in Roys Vorstellung die Züge seines Rivalen Sinclair (Daniel Caltagirone) trägt.

Alexandria ahnt nicht, dass Roy ihr die Geschichte mit einer bestimmten Absicht erzählt. An einer besonders spannenden Stelle hört er auf und verlangt vor ihr, dass sie ihm aus der Krankenhausapotheke ein Fläschchen mit der Aufschrift MORPHIUM stiehlt. Die Tabletten benötige er, um endlich schlafen zu können, behauptet er und will nicht weitererzählen, bevor Alexandria seinen Wunsch erfüllt hat. Sie bringt ihm das Fläschchen, aber es enthält nur drei Tabletten. Deshalb lässt Roy das Mädchen ein mit dem gleichen Medikament gefülltes Fläschchen aus dem Schrank seines Bettnachbarn stehlen. Nachdem er alle Tabletten auf einmal hinuntergewürgt hat, erzählt er weiter, kommt ins Stocken und schläft ein.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Aber die Ärzte merken rechtzeitig, was mit Roy los ist und vereiteln seinen Selbstmord.

In dem Glauben, Roy damit helfen zu können, schleicht Alexandria sich noch einmal in die Apotheke und klettert ein Stück weit am Regal hoch, um das Fläschchen mit dem Morphium erreichen zu können. Dabei rutscht sie ab und verletzt sich bei dem Sturz am Kopf.

Roy lässt sich im Rollstuhl zu ihrem Bett fahren, um ihr das Ende der Geschichte zu erzählen. Er ist jedoch so lebensmüde, dass er einen Helden nach dem anderen umkommen lässt, obwohl Alexandria um ein Happy End bettelt. Der schwarze Bandit, der noch als einziger lebt, wird vor den Augen der Prinzessin von Gouverneur Odious im Kampf besiegt und in einem künstlichen Teich mit dem Kopf unter Wasser gedrückt. Alexandria fleht darum, ihn am Leben zu lassen, und im letzten Augenblick folgt Roy schluchzend ihrem Wunsch: Der schwarze Bandit, in dem Roy sich selbst sieht, bäumt sich noch einmal auf und stößt Odious bzw. Sinclair zurück, der daraufhin in sein eigenes Schwert stürzt und stirbt.

Im letzten Bild schauen sich Roy und Alexandria zusammen mit anderen Patienten den Film an, der zuletzt mit dem Stuntman gedreht wurde. Sie sehen, wie Roy von der Eisenbahnbrücke springt und heil im Sattel des Pferdes landet.

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In dem Film „Yo Ho Ho“ erzählt ein gelähmter Schauspieler in einem Krankenhaus einem jungen Mitpatienten Geschichten, und allmählich durchmengen sich Wirklichkeit und Fantasie. Diese Idee faszinierte Tarsem Singh. Aber es dauerte länger als ein Jahrzehnt, bis er sie in „The Fall. Im Reich der Fantasie“ aufgreifen konnte. Dabei veränderte sich die Geschichte noch während der Dreharbeiten durch Einfälle von Catinca Untaru (* 1997), die das Ende zunächst nicht kannte.

Originaltitel: Yo Ho Ho – Regie: Zako Heskija – Drehbuch: Valeri Petrov – Kamera: Stefan Trifonov – Schnitt: Ventzeslava Karanesheva – Musik: Kiril Donchev – Darsteller: Kiril Variyski, Viktor Chouchkov, Iliya Penev, Anani Anev, Sonya Djulgerova, Kirill Kavadarkov, Georgi Bakhchevanov, Trifon Dzhonev u.a. – 1981; 95 Minuten

Die Handlung spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ist eine Hommage an die Zeit des Kinos, in der es noch keine Computereffekte gab und deshalb mit echten Stunts gearbeitet wurde. Die im Krankenhaus spielende „reale“ Handlungsebene von „The Fall“ ist eher fad, aber im Kontrast dazu steht die bunte Fantasiewelt der von Roy Walker erzählten Geschichten. In den opulenten Bildern leuchten die Farben, die Schauplätze sind exotisch und die Kostüme märchenhaft.

Gedreht wurde im Verlauf von vier Jahren in achtzehn Ländern, vor allem in Indien und Südafrika (Krankenhaus), aber auch am Butterfly Riff vor den Fidschi-Inseln, auf Bali und Sumatra, in China, Kambodscha, Nepal, Istanbul (Hagia Sophia), Rumänien, Prag, Paris, England, Rom, Ägypten, auf den Malediven, in Namibia, in Buenos Aires (Zoo, Jardín Botánico Carlos Thays), Bolivien und Los Angeles. Tarsem Singh verzichtete dabei ganz (nach anderen Angaben so gut wie ganz) auf Computereffekte.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

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