Frau fährt, Mann schläft

Frau fährt, Mann schläft

Frau fährt, Mann schläft

Originaltitel: Frau fährt, Mann schläft - Regie: Rudolf Thome - Drehbuch: Peter Lund und Rudolf Thome - Kamera: Michael Wiesweg - Schnitt: Dörte Völz-Mammarella - Musik: Katia Tschemberdji - Darsteller: Hannelore Elsner, Karl Kranzkowski, Hanns Zischler, Serpil Turhan, Markus Perschmann, Kathleen Fiedler, Kim Hartwich, Eva Herzig, Fiona Pinkall, Lynn Hoppe, Joya Thome, Nicolai Thome u.a. - 2003; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Der Berliner Philosophieprofessor Anton Bogenbauer, seine Ehefrau, die Zahnärztin Sue Süßmilch, und ihre vier Kinder werden bei einer Talkshow im Fernsehen als die "glücklichste Familie Deutschlands" gepriesen. In Wirklichkeit hat Anton eine Affäre mit einer Studentin, und Sue trifft sich heimlich mit ihrem Geliebten. Als der 18-jährige Sohn Thomas stirbt, bricht Sue zusammen, und die Fassade stürzt ein.
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Kritik

Auch "Frau fährt, Mann schläft", den zweiten Teil seiner Trilogie "Zeitreisen", inszenierte Rudolf Thome dialoglastig und sehr bedächtig.
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Anton Bogenbauer (Karl Kranzkowski), ein Philosophieprofessor an der Freien Universität Berlin, und seine Ehefrau, die Zahnärztin Sue Süßmilch (Hannelore Elsner), sind beide Mitte fünfzig. Sie bereiten sich mit ihren vier Kindern Thomas (18; Markus Perschmann), Susanne (17; Kathleen Fiedler), Martin (15; Nicolai Thome) und Laura (13; Joya Thome) auf den Umzug in eine größere Wohnung in der Innenstadt von Berlin vor. Als Sue klagt: „Ich kann mich nicht entscheiden, was ich wegschmeißen soll und was nicht“, rät Anton: „Ganz einfach: Was du in den letzten zwei Jahren nicht angefasst hast, kann weg.“ Er ahnt nicht, dass er damit auch selbst gemeint sein könnte.

Am Abend vor dem Umzug ist die Familie noch bei der Talkshow des Moderators Flickschuster, denn Laura pries sie in einer E-Mail an den Fernsehsender als die „glücklichste Familie Deutschlands“.

In Wirklichkeit kriselt es jedoch hinter der gutbürgerlichen Fassade: Während Anton nicht nur mit dem Hausmädchen Sirtali (Serpil Turhan) schläft, sondern auch eine Affäre mit einer Studentin hat, die ein Kind von ihm erwartet, trifft Sue sich heimlich mit ihrem Geliebten, dem Astronomen Sven Hedin (Hanns Zischler), der allerdings gerade für ein halbes Jahr nach Chile reist..

Als Thomas von seiner Freundin Jenny (Kim Hartwich) verlassen wird, schwer erkrankt und in der Intensivstation des Krankenhauses liegt, gesteht Sue ihrem Mann, dass sie einen Liebhaber hat und fährt fort: „Wir haben zu lang mit unseren Lügen gelebt. Vielleicht ist Thomas deshalb krank geworden.“ – Am Grab ihren Sohnes bricht Sue zusammen. Im Sanatorium begreift sie, dass sie sich endlich entscheiden muss und die Untreue ihres Ehemanns nicht länger erträgt.

Sie fahren mit dem Auto nach Sardinien: „Frau fährt, Mann schläft“. Am Strand beteuert Anton: „Ich liebe dich.“ Sue zieht ihren Ehering vom Finger, wirft ihn ins Meer und geht allein fort.

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„Frau fährt, Mann schläft“ ist der zweite Teil der Trilogie „Zeitreisen“ von Rudolf Thome und steht für die Gegenwart. Der Titel und die entsprechende Szene spielen möglicherweise auf einen Film von Roberto Rosselini mit Ingrid Bergman und George Sanders aus dem Jahr 1953 an: „Viaggio in Italia“. Rudolf Thome inszenierte die Geschichte dialoglastig und sehr bedächtig. Mit den langen Einstellungen, die mit unbewegter Kamera aufgenommen wurden, kontrastiert der theatralische Nervenzusammenbruch Sues am Grab ihres Sohnes Thomas.

Die Trilogie „Zeitreisen“ begann mit „Rot und Blau“. Der dritte Film trägt den Titel „Rauchzeichen“.

Originaltitel: Rauchzeichen – Regie: Rudolf Thome – Drehbuch: Rudolf Thome – Kamera: Ute Freund – Schnitt: Dörte Völz-Mammarella – Musik: Katia Tchemberdji – Darsteller: Hannelore Elsner, Karl Kranzkowski, Adriana Altaras, Serpil Turhan, Joya Thome, Nicolai Thome, Cornelius Schwalm, Hansa Czypionka, Nicole Becker, Stephan Korves, Sophie Marland, Claudio Maniscalco, Guntram Brattia u.a. – 2006; 125 Minuten

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004/2007

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