Der Schrei der Eule

Der Schrei der Eule

Der Schrei der Eule

Der Schrei der Eule – Originaltitel: The Cry of the Owl – Regie: Jamie Thraves – Drehbuch: Jamie Thraves, nach dem Roman "Der Schrei der Eule" von Patricia Highsmith – Kamera: Luc Montpellier – Schnitt: David Charap – Musik: Jeff Danna – Darsteller: Paddy Considine, Julia Stiles, Karl Pruner, Phillip MacKenzie, Gord Rand, James Gilbert, R. D. Reid, Caroline Dhavernas, Alex Karzis, Marcia Laskowski, Krista Bridges, Charlotte Sullivan, Robbie Campbell, Jennifer Kydd, Dru Viergever u.a. – 2009; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Robert Forrester, dessen Ehe gerade geschieden werden soll, fühlt sich einsam und niedergeschlagen. Eines Abends fällt ihm ein abgelegenes Haus auf, in dem Licht brennt. Durchs Fenster beobachtet er Jenny Thierolf bei der Arbeit in der Küche. Auch an den folgenden Abenden schaut er ihr heimlich zu – bis sie ihn ertappt. Doch statt die Polizei anzurufen, lädt sie ihn zu einer Tasse Kaffee ein, trennt sich von ihrem Verlobten und weicht Robert nicht mehr von der Seite ...
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Kritik

Jamie Thraves beschränkt sich in seiner Verfilmung des Romans "Der Schrei der Eule" von Patricia Highsmith nicht auf die Thriller-Elemente, sondern konzentriert sich auf die Charaktere: labile, psychisch gestörte Personen.
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Der für ein Unternehmen in der amerikanischen Kleinstadt Langley arbeitende Industriedesigner Robert Forrester (Paddy Considine) und seine Ehefrau Nickie Grace (Caroline Dhavernas) lassen sich gerade scheiden und treffen sich mit ihren Anwälten (Alex Karzis, Marcia Laskowski). Obwohl Robert im Beruf erfolgreich und mit seinem Kollegen Jack Neilson (Gord Rand) und dessen Ehefrau Sally (Charlotte Sullivan) befreundet ist, fühlt er sich einsam und niedergeschlagen.

Eines Abends fällt ihm ein abgelegenes Haus auf, in dem Licht brennt. Durchs Fenster beobachtet er Jenny Thierolf (Julia Stiles) bei der Arbeit in der Küche. Jeden Abend, wenn er vom Büro nach Hause fährt, zieht es ihn zu der jungen Frau, und er schaut ihr zu. Einmal wird er beinahe von ihrem jähzornigen Verlobten Greg Wyncoop (James Gilbert) entdeckt, der mit einem Küchenmesser in der Hand aus dem Haus stürzt, nachdem Jenny ihm erzählte, sie fühle sich beobachtet.

Jack will seinen Freund auf einer Party mit der Ärztin Elaine (Krista Bridges) zusammenbringen, aber Robert schützt Kopfschmerzen vor und fährt wieder zu dem Haus.

Schließlich ertappt Jenny ihn. Er entschuldigt sich, nennt seinen Namen und will sich zurückziehen. Zu seiner Verwunderung ruft sie nicht die Polizei an, sondern lädt ihn zu einer Tasse Kaffee ein.

Ein paar Tage später passt Jenny ihn ab, als er mit Jack aus der Firma kommt. Sie gehen essen. Jenny äußert die Überzeugung, dass ihre Begegnung schicksalshaft sei und verrät ihm, dass sie sich von Greg getrennt habe. Robert findet Jenny zwar sympathisch, aber er liebt sie nicht, und es ist ihm unangenehm, dass sie ihn auf Schritt und Tritt verfolgt. Wenn sie im Büro anruft, lässt er sich von Jack verleugnen. Er erklärt ihr, er halte es für besser, wenn sie sich nicht mehr sehen würden, aber sie lässt sich nicht abschütteln und entgegnet, sie werde ihn mit seinen Depressionen nicht im Stich lassen.

Robert erfährt von seinem Chef, Mr Jaffe (Karl Pruner), dass er befördert und nach Philadelphia versetzt werden soll. Damit ist er schon deshalb einverstanden, weil er die Chance sieht, Jenny loszuwerden.

Bald darauf überholt Greg ihn bei einer nächtlichen Autofahrt, bremst ihn aus und stürzt sich auf ihn. Robert versucht vergeblich, ihn zu beruhigen. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich zu wehren. Bei der Rauferei stürzt Greg in den Crystal River und bleibt mit dem Gesicht nach unten im Wasser liegen. Robert zieht ihn heraus, und nachdem er sich vergewissert hat, dass Greg lebt, geht er zum Auto zurück und fährt nach Hause.

Jenny, die wenige Minuten später zu ihm kommt, ist bestürzt, als sie sein zerschlagenes Gesicht sieht. Sie fleht ihn an, sie für diese eine Nacht bei sich aufzunehmen, weil sie Angst vor Greg habe. Sie verspricht zwar, auf der Couch zu schlafen und ihn nicht zu belästigen, kriecht dann aber doch zu ihm ins Bett und versucht, ihn zu verführen.

Am nächsten Morgen stehen zwei Polizisten vor der Tür. Greg wird vermisst. Robert berichtet wahrheitsgemäß von der Schlägerei. Die Beamten vermuten, dass Greg doch noch einmal in den Fluss fiel oder sich aus Liebeskummer in selbstmörderischer Absicht ertränkte. Die Detectives Anderson und Lippenholtz (Arnold Pinnock, Bruce McFee), die die Ermittlungen leiten, halten es auch nicht für ausgeschlossen, dass Robert log und Greg entweder im Wasser liegen ließ oder ihn hineinstieß. Bestärkt werden sie in ihrem Argwohn, als Nickie aussagt, ihr Mann habe sie einmal mit einem Küchenmesser angegriffen und ermorden wollen. Freunde von Jenny geben zu Protokoll, die junge Frau habe Robert als Stalker ertappt und auf diese Weise erst kennengelernt.

Aufgrund der Gerüchte wirft der Vermieter Robert aus der Wohnung, und Mr Jaffe beurlaubt ihn zwangsweise, statt ihn nach Philadelphia zu schicken. Susie Escham (Jennifer Kydd) warnt ihre Freundin Jenny vor Robert, den sie für einen gefährlichen Psychopathen hält.

Zufällig treffen Jenny, Robert und Gregs Vater (Nicholas Campbell) vor einem Restaurant aufeinander. Mr Wyncoop erkennt Robert und attackiert ihn sofort. Der Angegriffene wehrt sich – und Mr Wyncoop geht zu Boden.

Nach Tagen wird eine aufgedunsene Leiche aus dem Crystal River geborgen. Die Identifizierung durch die Überprüfung des Zahnstatus und DNA-Vergleiche wird einige Zeit dauern. Aber es könnte Greg sein.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Jenny schneidet sich im Garten vor ihrem Haus die Pulsadern auf und verblutet.

Auf Robert wird geschossen, aber er bleibt unverletzt. Weil die Polizei es ablehnt, ihn unter Schutz zu stellen, nimmt sein Nachbar Mr Kolbe (R. D. Reid) ihn bei sich auf. Jemand schießt durchs Fenster. Die Kugel trifft Mr Kolbe in den Kopf und streift Robert an der Schulter.

Die Polizei entdeckt Greg zufällig auf der Straße und nimmt ihn fest. Er behauptet, Robert habe am Flussufer versucht, ihm mit einem Stein den Kopf zu zertrümmern. Obwohl Greg (zu Recht) verdächtigt wird, auf Robert und Mr Kolbe geschossen zu haben, gelingt es Mr Wyncoop durch seine Beziehungen in der Kleinstadt, seinen Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren.

Robert fährt noch einmal zu Jennys Haus. Dort überraschen ihn Greg und Nickie. Greg schlägt ihn nieder, und sie zerren ihn ins Gebäude. Greg erfährt durch einen Anruf seines Vaters auf dem Handy, dass Mr Kolbe in der Intensivstation seiner Schussverletzung erlag. Er muss damit rechnen, wegen Mordes verurteilt zu werden. Und das ist alles Roberts Schuld! Greg packt ein Küchenmesser und stürzt sich auf Robert. Es kommt zu einem Kampf auf Leben und Tod. Nickie versucht vergeblich, die beiden Männer zu trennen und ihnen das Messer abzunehmen. Schließlich schlägt Robert seinen Gegner nieder. Dann fällt sein Blick auf Nickie, die neben der Spüle auf dem Boden kauert. Offenbar wurde sie bei dem Getümmel vom Messer verletzt. Ihre linke Halsschlagader ist zerschnitten. Während Robert den Notarzt alarmiert, stirbt sie.

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1962 veröffentlichte Patricia Highsmith den Kriminalroman „The Cry of the Owl“ („Das Mädchen hinter dem Fenster“ bzw. „Der Schrei der Eule“, Übersetzung: Irene Rumler, Diogenes Verlag, Zürich 1964). Das Buch wurde bereits 1987 von Claude Chabrol und fürs deutsche Fernsehen verfilmt:

Der Schrei der Eule – Originaltitel: Le cri du hibou – Regie: Claude Chabrol – Drehbuch: Odile Barski, Claude Chabrol, nach dem Roman „Der Schrei der Eule“ von Patricia Highsmith – Kamera: Jean Rabier – Schnitt: Monique Fardoulis – Musik: Matthieu Chabrol – Darsteller: Christophe Malavoy, Mathilda May, Jacques Penot, Jean-Pierre Kalfon, Virginie Thévenet, Patrice Kerbrat, Jean-Claude Lecas, Agnès Denèfle u.a. – 1987; 100 Minuten

Originaltitel: Der Schrei der Eule – Regie: Tom Toelle – Drehbuch: Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich, nach dem Roman „Der Schrei der Eule“ von Patricia Highsmith – Kamera: Anton Peschke – Schnitt: Eva-Maria Grohmann – Musik: Wolfgang Dauner – Darsteller: Matthias Habich, Birgit Doll, Jacques Breuer, Fritz Lichtenhahn, Doris Kunstmann, Roger Fritz, Gernot Endemann, Hans Christian Blech u.a. – 1987; 135 Minuten

Jamie Thraves beschränkt sich in seiner Neuverfilmung von „Der Schrei der Eule“ nicht auf die Thriller-Elemente, sondern konzentriert sich auf die Charaktere, labile, psychisch gestörte Personen, und lässt sich viel Zeit, diese zu entwickeln.

In der Handlung gibt es einige Löcher. Beispielsweise erfahren wir nicht, wie Greg Wyncoop und Nickie Grace Forrester sich kennengelernt haben. Über Nickies Rachemotive können wir nur mutmaßen. Und die Trennung Jenny Thierolfs von ihrem Verlobten geschieht etwas unvermittelt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011

Patricia Highsmith (Kurzbiografie)

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