Claude Chabrol


Claude Chabrol wurde am 24. Juni 1930 als Sohn eines Apothekers in Paris geboren. Er studierte Literaturwissenschaften, Jura und Pharmazie und arbeitete dann als Filmkritiker bei den „Cahiers du Cinema“. Sein eigenes Kinofilmdebüt wurde beim Filmfestival in Locarno im August 1958 vorgestellt: „Die Enttäuschten“.

Immer wieder beschäftigte Claude Chabrol sich in seinen Filmen mit den Abgründen hinter den Fassaden gutbürgerlicher Familien. Inzwischen gilt er als einer der wegweisenden Regisseure der nouvelle vague, die er mit seinem Film „Die Enttäuschten“ begründete.

Ich bringe den Mut auf, keine mutigen Filme zu machen! Was ich möchte, ist unsere gegenwärtige Gesellschaft in ihrer totalen Verwesung zeigen. Da diese Verwesungserscheinungen jedoch luxuriös ausstaffiert sind, macht es richtig Spaß, sie zu filmen! (Claude Chabrol, zit.: Süddeutsche Zeitung, 24. Juli 2003)

Claude Chabrol führte nicht nur in zahlreichen Filmen Regie, sondern er schrieb auch einige Drehbücher, die von anderen Regisseuren inszeniert wurden. Zum Beispiel:

  • Michael Winner: Ein Mann sieht rot (Death wish, 1974)
  • Adrian Lyne: Untreu (Unfaithful, 2002)

Außerdem spielte Claude Chabrol in einem halben Dutzend Filmen anderer Regisseure mit, so zum Beispiel in:

  • Luc Moullet: Brigitte und Brigitte (Brigitte et Brigitte, 1966)
  • Jacques Bral: Polar. Unter der Schattenlinie (Polar, 1983)
  • Jean Curtelin: Ein Tag in Paris (Suivez mon regard, 1985)
  • Pierre Zucca: Alle Vöglein sind schon da (Alouette, je te plumerai, 1987)
  • Virginie Thévenet: La femme normale (Sam Suffit, 1991)

Claude Chabrol starb am 12. September 2010 im Alter von achtzig Jahren in Paris.

Claude Chabrol: Filmografie (Auswahl)

  • 1958: Die Enttäuschten (Le beau serge)
  • 1958: Schrei, wenn du kannst (Les cousins)
  • 1959: Schritte ohne Spur (A double tour)
  • 1960: Die Unbefriedigten (Les bonnes femmes)
  • 1960: Speisekarte der Liebe (Les godelureaux)
  • 1961: Das Auge des Bösen (L’œil du malin)
  • 1962: Die sieben Todsünden (Les sept péchés capitaux)
  • 1963: Der Frauenmörder von Paris (Landru)
  • 1963: Die Frauen sind an allem schuld (Les plus belles escroqueries du monde)
  • 1964: Der Tiger liebt nur frisches Fleisch (Le tigre aime la chair fraîche)
  • 1965: Der Tiger parfümiert sich mit Dynamit (Le tigre se parfume à la dynamite)
  • 1966: Champagner-Mörder (Le scandale)
  • 1967: Die Straße von Korinth (La route de Corinthe)
  • 1968: Zwei Freundinnen (Les biches)
  • 1968: Die untreue Frau (La femme infidèle)
  • 1969: Das Biest muß sterben (Que la bête meure)
  • 1970: Der Schlachter (Le boucher)
  • 1970: Der Riss (La rupture)
  • 1971: Vor Einbruch der Nacht (Juste avant la nuit)
  • 1972: Blutige Hochzeit (Les noces rouges)
  • 1972: Der zehnte Tag (Le décade prodigieuse)
  • 1972: Der Halunke (Docteur Popaul)
  • 1973: Nada (Nada)
  • 1974: Ein lustiges Leben (Une partie de plaisir)
  • 1974: Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen (Les innocents aux mains sales)
  • 1975: Die Schuldigen mit den sauberen Händen (Les magiciens)
  • 1976: Die verrückten Reichen (Folies bourgeoises)
  • 1976: Alice (Alice ou La dernière fugue)
  • 1977: Blutsverwandte (Blood relatives)
  • 1978: Violette Nozière (Violette Nozière)
  • 1979: Fantomas (Fantomas)
  • 1980: Traumpferd (Le cheval d’orgueil)
  • 1981: Die Wahlverwandtschaften (Les affinités électives)
  • 1982: Die Phantome des Hutmachers (Les fantômes du chapelier)
  • 1984: Das Blut der anderen (Le Sang des autres)
  • 1985: Hühnchen in Essig (Poulet au vinaigre)
  • 1986: Inspektor Lavardin oder die Gerechtigkeit (Inspecteur Lavardin)
  • 1986: Masken (Masques)
  • 1987: Der Schrei der Eule (Le cri di hibou)
  • 1988: Eine Frauensache (Une affaire des femmes)
  • 1988: Inspektor Lavardin. Die schwarze Schnecke
    (Les dossiers de l’inspecteur Lavardin. L’escargot noir)
  • 1988 Inspektor Lavardin. Tödliches Rätsel
    (Les dossiers de l’inspecteur Lavardin. Maux croisés)
  • 1990: Stille Tage in Clichy (Quiet days à Clichy)
  • 1991: Madame Bovary (Madame Bovary)
  • 1992: Das Auge von Vichy (L’œil de Vichy)
  • 1994: Die Hölle (L’enfer)
  • 1995: Biester (La cérémonie)
  • 1997: Das Leben ist ein Spiel (Rien ne va plus)
  • 1998: Die Farbe der Lüge (Au cœur du mensonge)
  • 2000: Süßes Gift (Merci pour le chocolat)
  • 2003: Die Blume des Bösen (La fleur du mal)
  • 2004: Die Brautjungfer (La demoiselle d’honneur)
  • 2006: Geheime Staatsaffären (L’ivresse du pouvoir)
  • 2007: Die zweigeteilte Frau (La Fille coupée en deux)
  • 2009: Kommissar Bellamy (Bellamy)

© Dieter Wunderlich 2006 / 2010

Claude Chabrol: Der Frauenmörder von Paris
Claude Chabrol: Zwei Freundinnen
Claude Chabrol: Der Schlachter
Claude Chabrol: Der zehnte Tag
Claude Chabrol: Nada
Claude Chabrol: Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen
Claude Chabrol: Violette Nozière
Claude Chabrol: Die Phantome des Hutmachers
Claude Chabrol: Eine Frauensache
Claude Chabrol: Madame Bovary
Claude Chabrol: Die Hölle
Claude Chabrol: Biester
Claude Chabrol: Süßes Gift
Claude Chabrol: Die Blume des Bösen
Claude Chabrol: Geheime Staatsaffären

Judith Perrignon - Kümmernisse
"Kümmernisse" ist nicht nur ein berührender und atmosphärisch dichter, sondern auch ein formal überzeugender Roman. Judith Perrignon hat ihn aus mehreren Stimmen kunstvoll komponiert.
Kümmernisse

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.