Ask the Dust

Ask the Dust

Ask the Dust

Ask the Dust. In den Staub geschrieben – Originaltitel: Ask the Dust – Regie: Robert Towne – Drehbuch: Robert Towne nach dem Roman "Ask the Dust" von John Fante – Kamera: Caleb Deschanel – Schnitt: Robert K. Lambert – Musik: Ramin Djawadi, Heitor Pereira – Darsteller: Colin Farrell, Salma Hayek, Donald Sutherland, Eileen Atkins, Idina Menzel, Justin Kirk, Jeremy Crutchley u.a. – 2006; 115 Minuten

Inhaltsangabe

Im Frühjahr 1932 kommt der angehende Schriftsteller Arturo Bandini nach Los Angeles und mietet ein bescheidenes Zimmer. Das Honorar für seine einzige veröffentlichte Kurzgeschichte ist aufgebraucht, und mit der Arbeit am geplanten Roman kommt er nicht voran. Bald verbindet ihn eine Hassliebe mit der jungen Mexikanerin Camilla, einer von den meisten Leuten verachteten illegalen Immigrantin, die sich als Bedienung durchschlägt ...
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Kritik

Bei "Ask the Dust" bzw. "In den Staub geschrieben" – der Verfilmung eines Romans von John Fante durch Robert Towne – handelt es sich um ein während der Depression in Kalifornien spielendes Melodram nach dem Muster "Was sich liebt, das neckt sich".
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Im Frühjahr 1932 kommt der angehende Schriftsteller Arturo Bandini (Colin Farrell) aus Boulder/Colorado nach Los Angeles und mietet ein Zimmer in Mrs Hargraves‘ (Eileen Atkins) bescheidender Pension. Nebenan wohnt Hellfrick (Donald Sutherland), ein mittelloser Alkoholiker.

Arturo Bandini veröffentlichte zwar vor einiger Zeit die Kurzgeschichte „The Little Red Dog Laughed“, aber das Honorar, das er dafür bekam, hat er längst aufgebraucht, und weil er mit seiner Mietzahlung im Rückstand ist, droht Mrs Hargraves, ihn hinauszuwerfen. Mit dem Roman, den er schreiben möchte – „The Road to Los Angeles“ – kommt er nicht voran.

Als er nur noch einen Nickel in der Tasche hat, geht er in eine nahe Gaststätte. Der italienisch-stämmige Schriftsteller bestellt bei der mexikanischen Bedienung Camilla López (Salma Hayek) Kaffee. Weil die von ihr servierte Milch ausflockt, als Bandini sie in den Kaffee gießt, will er sich zunächst beschweren, aber am Ende kippt er die Tasse über dem Tisch aus, lässt den Nickel liegen und geht.

Am nächsten Tag schickt er Camilla ein Exemplar von „The Little Red Dog Laughed“. Und als Hellfrick seine Schulden bei Bandini zurückzahlt, hat dieser auch wieder Geld, um in die Gaststätte zu gehen. Auf seine Frage, wie ihr die Geschichte gefallen habe, antwortet Camilla, mit Ja, aber er merkt, dass sie „The Little Red Dog Laughed“ gar nicht gelesen hat und gießt verärgert das Bier, das sie ihm ausgab, in eine leere Vase. Daraufhin holt Camilla das Exemplar der Kurzgeschichte, das er ihr schenkte, reißt eine Seite heraus, zerknüllt sie und wirft sie ebenfalls in die Vase. Erst später erfährt Baldini, dass Camilla Analphabetin ist.

Als seine Kurzgeschichte „In Another Country“ in der Literaturzeitschrift „The American Mercury“ veröffentlicht wird, kommt er wieder zu Geld. Er bestellt deshalb bei Camilla in der Gaststätte eine Zigarre und ein Glas Whiskey. Sie meint dazu, bisher sei er nur gemein gewesen, jetzt sei er auch noch arrogant.

Eifersüchtig beobachtet Baldini, dass Camilla offenbar mit dem Barkeeper Sammy White (Justin Kirk), der ebenfalls Schriftsteller werden möchte, eine Liebesbeziehung hat. Dennoch kommt er ihr näher und lässt sich eines Abends von ihr zum Nacktbaden im Meer überreden. Aber dabei geraten sie erneut in Streit.

Unvermittelt taucht eine betrunkene Jüdin bei Baldini in der Pension auf. Sie heißt Vera Rivkin (Idina Menzel), hat ihren Mann verlassen und schlägt sich als Haushälterin einer jüdischen Familie in Long Beach durch. Sie hat „The Little Red Dog Laughed“ gelesen und bewundert Arturo Baldini. Der kann sie nicht davon abhalten, dass sie sich vor ihm auszieht und ihm ihren grässlich vernarbten Körper zeigt. Wegen ihrer jüdischen Herkunft und ihres entstellten Körpers fühlt sie sich ausgestoßen. Baldini geht mit ihr in Solomons (Jeremy Crutchley) Kneipe.

Camilla bringt ihm stolz das Trinkgeld, das er für sie in der Gaststätte liegen ließ. Sie provoziert ihn in seinem Zimmer, bis er sie zu vergewaltigen versucht, es jedoch nicht fertigbringt.

Er besucht Vera Rivkin in Long Beach. Als sie kurz darauf bei einem Erdbeben ums Leben kommt, beschließt Baldini, eine Erzählung über sie und Camilla zu schreiben. Die ersten Seiten gefallen dem Verleger so gut, dass er ihn auffordert, einen Roman daraus zu machen und ihm einen Vorschuss schickt.

Als er in Camillas Gesicht Hämatome entdeckt und herausfindet, dass der rassistische Macho Sammy sie geschlagen hat, mietet er von dem Vorschuss für den Roman ein Strandhaus in Laguna Beach und nimmt sie mit dorthin.

Sie schlafen miteinander und werden endlich ein Paar.

Er beschafft ihr Material, mit dem sie Lesen lernt und sich auf die Prüfung vorbereiten kann, die sie bestehen muss, wenn sie die US-Staatsbürgerschaft beantragen will. Camilla träumt davon, nicht länger als illegale Immigrantin verachtet zu werden.

Als er sie beim Rauchen eines Joints ertappt, verlangt er ihr den Schwur ab, keine Drogen mehr zu nehmen.

Camilla würde den Strand am liebsten gar nicht mehr verlassen, aber Baldini überredet sie, mit ihm in die Stadt zu fahren und ins Kino zu gehen. Dort unternimmt er nichts, als Leute aufstehen, weil sie nicht neben einer Mexikanerin sitzen wollen. Auf der Heimfahrt wirft sie ihm vor, nicht zu ihr gehalten zu haben. Während des Streits merkt er, dass sie nicht aufgehört hat, Joints zu rauchen. Sie trennen sich, und Baldini kehrt allein nach Los Angeles zurück.

Einige Zeit später erhält er eine Karte von Sammy. Ihm gehe es schlecht, schreibt er, und Camilla sei noch viel kränker als er.

Baldini findet Camilla in einer abgelegenen Blockhütte irgendwo in der Mojave-Wüste. Sammy ist nicht mehr bei ihr: Sie gab ihm Geld, damit er sie allein ließ. Durch ihre Schwindsucht ist sie bereits so geschwächt, dass sie das Bett nicht mehr verlassen kann. Camilla und Arturo Baldini gestehen sich ihre Liebe, aber gleich darauf stirbt die junge Mexikanerin in seinen Armen.

Er begräbt sie in der Nähe der Hütte.

Einige Zeit später – Arturo Baldini ist inzwischen ein erfolgreicher Schriftsteller – fährt er zu ihrem Grab. Er liest laut eine Passage aus seinem Roman „Ask the Dust“ und wirft dann das mitgebrachte Exemplar des Buches auf den Wüstenboden. „For Camilla Lopez with love Arturo Bandini“ hat er hineingeschrieben.

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1938 veröffentlichte der italienisch-stämmige Amerikaner John Fante (1909 – 1983) seinen ersten Roman: „Wait Until Spring, Bandini“ („Warte bis zum Frühling, Bandini“, Neuübersetzung: Alex Capus, München 2004, ISBN 3-442-54196-4). Ein Jahr später folgte die Fortsetzung „Ask the Dust“ („Ich – Arturo Bandini“, Neuübersetzung: Alex Capus, München 2003, ISBN 3-442-54185-9). „Ask the Dust“ wurde nun von Robert Towne verfilmt.

Es handelt sich um ein während der Depression in Kalifornien spielendes Melodram nach dem Muster „Was sich liebt, das neckt sich“. Die konfliktreiche Liebesgeschichte zwischen einem italienisch-stämmigen Amerikaner und einer illegal in Los Angeles lebenden Mexikanerin endet kitschig und vorhersehbar. „Ask the Dust“ zeichnet aber auch die Entwicklung des angehenden Schriftstellers nach, und Robert Towne prangert die Xenophobie der Amerikaner an.

Charaktere wie der alkoholkranke Hellfrick (Donald Sutherland) oder die Jüdin Vera Rivkin (Idina Menzel) machen neugierig, aber sie werden in „Ask the Dust“ nicht weiter entwickelt. Die beiden von Colin Farrell und Salma Hayek dargestellten Hauptfiguren sind auch nicht wirklich überzeugend.

Schön fotografierte Bilder können nicht verhindern, dass „Ask the Dust“ passagenweise langweilt.

Die deutsch synchronisierte Fassung kam nicht in die Kinos, sondern nur als DVD auf den Markt. Das ZDF strahlte den Film unter dem Titel „In den Staub geschrieben“ aus.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013

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