Cannabis: Haschisch, Marihuana


Die Hanfpflanze wurde bereits vor fünftausend Jahren in China und Indien zur Fasergewinnung kultiviert. In der asiatischen Medizin kannte man Hanf darüber hinaus als Heilpflanze.

Cannabis, die lateinische Bezeichnung der Hanfpflanze (Cannabis sativa), wird als Oberbegriff für die daraus hergestellten Drogen Haschisch und Marihuana (Marijuana) verwendet.

Die getrockneten Blätter und Blüten der weiblichen Cannabis-Pflanze nennt man Marihuana (Jargon: „Gras“). Haschisch („Dope“, „Shit“) wird aus dem Harz der Blütenstände der weiblichen Hanf-Pflanze gewonnen und zu Platten gepresst.

Seltener und teurer ist Haschischöl. Damit die weiblichen Blüten keine unerwünschten Samen bilden, reißt man die männlichen Pflanzen vor dem Beginn der Blütezeit aus („Sensimilla“, spanisch: ohne Samen). Für medizinische Zwecke werden die Wirkstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) in möglichst reiner Form synthetisiert, aber als Medikament (Marinol, Dronabinol) spielt Cannabis keine bedeutende Rolle mehr. Züchter arbeiten daran, durch Kreuzungen den THC-Gehalt der Cannabis-Pflanzen weiter zu erhöhen und so genannte „Cups“ (Hanfpflanzen mit Rekord-THC-Gehalt) zu erzeugen.

Das Rauchen von Marihuana in Form eines Joints verbreitete sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Mexiko aus in den USA und von dort weiter nach Europa. Haschisch wird entweder ebenfalls geraucht oder zur Zubereitung von Tee oder Gebäck verwendet. Im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung für das Jahr 2006 heißt es, Cannabis sei die am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland.

Im Normalfall produziert der menschliche Körper selbst Endocannabinoide, die dem aus Hanf gewonnenen Cannabis ähneln. Diese Substanzen beeinflussen das Befinden und den Appetit. Haschisch und Marihuana wirken auf das vegetative Nervensystem. Die Einnahme geringer Mengen ruft ein Gefühl der Entspannung und einer leichten Euphorie hervor. Es handelt sich um ein Halluzinogen, das Sinneseindrücke selektiv verstärkt oder veränderte Farb- und Geräuschwahrnehmungen hervorruft. Da sich diese Intensivierung von Eindrücken auch zum Beispiel auf Angstzustände auswirken kann, kommt es mitunter zu Horrortrips.

Der Konsum von Cannabis kann sowohl die Konzentrationsfähigkeit als auch die Gedächtnisleistung für längere Zeit beeinträchtigen. Cannabis bewirkt zwar keine physische Abhängigkeit, aber zumindest bei labileren Personen kann der gewohnheitsmäßige Konsum zu psychischen Veränderungen führen und suchtartig werden.

In 20 Bundesstaaten der USA ist Cannabis als Medikament zugelassen und wird auch gegen leichte Gesundheitsstörungen wie Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit verordnet. Der Druck, den Anbau und Konsum von Cannabis bzw. Marihuana generell zu erlauben, ist beispielsweise in Kalifornien gewaltig, nicht nur, weil sich dadurch Kosten von Polizei und Justiz senken lassen, sondern vor allem wegen des riesigen, mit Steuereinnahmen verbundenen Geschäfts.

Literatur zum Thema „Cannabis“

  • Nicole Krumdiek: Die national- und internationalrechtliche Grundlage der Cannabisprohibition in Deutschland. Eine Untersuchung unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstandes hinsichtlich der gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen des Konsums von Cannabis (Dissertation, Bremen 2006, in: Bremer Forschungen zur Kriminalpolitik, Bd. 7, 464 Seiten, 39.90 € (D), ISBN 3-8258-9543-2)
Julia Franck - Rücken an Rücken
Julia Franck schildert das Leiden der beiden jungen Menschen in ihrem tragisch-düsteren Roman "Rücken an Rücken" zwar bildhaft, aber zugleich spröde und distanziert, obwohl sie deren Perspektive übernimmt und die Geschichte autobiografische Züge aufweist.
Rücken an Rücken

Julia Franck

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