Das Ende desHeiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation


Schon Karl der Große hatte den Anspruch erhoben, das Römische Reich fortzusetzen. Daran hielten auch die Ottonen fest, die an seine Herrschaft anknüpften. 1157 bzw. 1254 tauchten die Bezeichnungen „Sacrum Imperium“ und „Sacrum Romanum Imperium“ erstmals in Urkunden auf. Im 15. Jahrhundert wurde es üblich, den Zusatz „Nationis Germanicæ“ hinzuzufügen: Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation. In der Zeit seiner größten Ausdehnung umfasste das Heilige Römische Reich Deutscher Nation fast ganz Mittel- und Südeuropa.

Dieses Reich war weder ein Nationalstaat noch ein Staatenbund. Eigentlich wurde es nur vom Kaiser zusammengehalten. Er verstand sich als Schirmherr der Christenheit, als weltliches Schwert neben dem Papst, dem kirchlichen Schwert (Zwei-Schwerter-Theorie). Grundlage seiner Herrschaft war das Treueverhältnis zwischen ihm und den Reichsfürsten aufgrund des Lehenswesens.

Das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Bayern verbündete sich am 25. August 1805 mit den Franzosen. Zwei Wochen später marschierten österreichische Truppen in Bayern ein, und Wien schloss sich der fünf Monate alten englisch-russischen Allianz an.

Am 21. Oktober vernichtete die britische Flotte die französisch-spanische Armada vor Trafalgar. Admiral Horatio Nelson, der mit seinem Flaggschiff „Victory“ das Feuer eröffnete und die feindlichen Linien durchbrach, fiel zwar in der Seeschlacht, aber der Sieg sicherte die britische Seeherrschaft.

Fast zur gleichen Zeit stießen französische Truppen zu Lande erfolgreich gegen Österreich vor. Im November erreichten sie Wien, und Napoleon richtete sich im Schloss Schönbrunn ein. Am ersten Jahrestag seiner Krönung (2. Dezember 1805) besiegte er Kaiser Franz II. und Zar Alexander I. in der Dreikaiserschlacht bei Austerlitz.

Im Friedensvertrag von Preßburg mussten die Habsburger am 26. Dezember 1805 beträchtliche Gebietsverluste hinnehmen – zugunsten der Fürsten von Bayern und Württemberg, die Napoleon am 1. Januar 1806 zu Königen erhob. Sechzehn deutsche Reichsstände schlossen sich am 12. Juli 1806 in Paris unter französischem Protektorat zum Rheinbund zusammen und kündigten ihre Zugehörigkeit zum Reich auf. Damit war es Napoleon gelungen, deutsche Satellitenstaaten gegen Österreich aufzubauen. Franz II. beugte sich dem Druck und erklärte am 6. August 1806, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sei erloschen. Da er sich zwei Jahre vorher zum „Kaiser von Österreich“ proklamiert hatte, verblieb ihm wenigstens dieser Titel.

© Dieter Wunderlich 2006

Das Zeitalter Napoleons

Napoleon Bonaparte (Kurzbiografie)

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"Auf Reisen nimmt man alles hin, die Empörung bleibt zu Haus. Man schaut, man hört, man ist über das Furchtbare begeistert, weil es neu ist. Gute Reisende sind herzlos."
(Elias Canetti: Die Rufe der Blinden. In: Die Stimmen von Marrakesch)
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