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Der aus dem jüdischen Bürgertum stammende französische Hauptmann Alfred Dreyfus (1859 - 1935) wurde 1894 wegen angeblichen Geheimnisverrats verurteilt und lebenslänglich auf die berüchtigte "Teufelsinsel" in Französisch-Guyana verbannt. Anatole France (1844 - 1924) und Émile Zola (1840 - 1902) setzten sich für die Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens und eine lückenlose Aufklärung der Dreyfus-Affäre ein. Zola wurde wegen seines offenen Briefes an den französischen Staatspräsidenten Faure in der Tageszeitung "Aurore" ("j'accuse") 1898 zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt
und floh vorübergehend nach England, um sie nicht verbüßen zu müssen. Die Auseinandersetzungen führten zu einer schweren innenpolitischen Krise der Dritten Republik. Schließlich verwarf der Kassationsgerichtshof das Urteil, und es musste neu verhandelt werden. Ein Gericht in Rennes fand Alfred Dreyfus 1899 zwar auch schuldig, setzte aber die Strafe auf zehn Jahre Festungshaft herab und begnadigte ihn zugleich. Dabei hatte der französische Geheimdienst 1896 festgestellt, dass es sich bei dem Beweismaterial gegen Dreyfus um Fälschungen gehandelt hatte. 1906 hob der Kassationsgerichtshof auch das zweite Urteil auf. Alfred Dreyfus wurde voll rehabilitiert und wieder in die französische Armee aufgenommen.
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