Krzysztof Kieslowski: Drei Farben. Blau
mit Juliette Binoche u.a.
     
Kritik:
Logisch und geradlinig, klar und kühl baut der polnische Regisseur seinen erlesenen Film auf, in dem es um die Freiheit des Einzelnen und ihre Gefährdung durch Besitz und Erinnerung geht: "Drei Farben: Blau". Filmkritik

 

Drei Farben. Blau

 
  Inhalt:
Bei einem Autounfall verliert die 33 Jahre alte Julie ihre Tochter Anna und ihren Mann Patrice, einen Komponisten. Sie selbst überlebt und versucht nach einem halbherzigen Selbstmordversuch im Krankenhaus alle Brücken hinter sich abzureißen. Sie nimmt wieder ihren Mädchennamen an und beauftragt einen Anwalt, ihren gesamten Besitz zu verkaufen ... Inhaltsangabe, Handlung

Drei Farben. Blau - Originaltitel: Trois couleurs. Bleu - Regie: Krzysztof Kieslowski - Drehbuch: Krzysztof Kieslowski und Krzysztof Piesiewicz, nach einer Story von Agnieszka Holland und Slawomir Idziak - Kamera: Slawomir Idziak - Schnitt: Jacques Witta - Musik: Zbigniew Preisner - Darsteller: Juliette Binoche, Benoît Régent, Helene Vincent, Florence Pernel, Charlotte Very, Emmanuelle Riva u.a. - 1993; 95 Minuten
   



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Krzysztof Kieslowski: Drei Farben. Blau

Inhaltsangabe:

Bei einem Autounfall verliert die 33 Jahre alte Julie (Juliette Binoche) ihre Tochter Anna und ihren Mann Patrice, einen Komponisten. Sie selbst überlebt und versucht nach einem halbherzigen Selbstmordversuch im Krankenhaus alle Brücken hinter sich abzureißen. Sie nimmt wieder ihren Mädchennamen an, wirft die unvollendete Komposition ihres Mannes zur Vereinigung Europas auf den Müll und beauftragt einen Anwalt, ihren gesamten Besitz zu verkaufen und mit dem Erlös für ihre Mutter, das Hausmädchen und den Gärtner zu sorgen. Nur ein Glasperlenspiel, dessen Steinchen blau funkeln, nimmt sie mit in die neue Mietwohnung. Julie wählt eine der extremsten Formen persönlicher Freiheit: die Einsamkeit.

Später begegnet sie einer jungen Anwältin, die von Patrice geschwängert wurde. Sie wird der Frau und dem Kind ihr Anwesen überschreiben. Wie neu geboren taucht sie nach einem Bad im Pool aus dem blauen Wasser auf. Jetzt ist sie auch in der Lage, Oliver (Benoît Régent), einen ehemaligen Assistenten des toten Komponisten, bei der Vollendung einiger Werke ihres Mannes zu unterstützen. Die Erinnerungen holen Julie ein, aber sie hat inzwischen Abstand dazu gewonnen und behält ein bestimmtes Maß an persönlicher Freiheit, auch wenn sie sich jetzt auf eine Beziehung mit Oliver einlässt.

Filmkritik:

"Drei Farben. Blau" ist der erste Teil einer Trilogie, in der sich Krzysztof Kieslowski mit den durch die Trikolore symbolisierten Werten der Französischen Revolution auseinandersetzt: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

In "Blau" geht es allerdings nicht um politische Freiheit, sondern um die Freiheit des Einzelnen und ihre Gefährdung durch Besitz und Erinnerung. Bücher von Dieter Wunderlich Der Tod geliebter Menschen wird hier auch als Chance eines neuen Anfangs gedeutet. Logisch und geradlinig, klar und kühl baut der polnische Regisseur seinen artifiziellen, erlesenen Film auf. Trotz oder gerade wegen der Gefühlsaskese Julies – und der schauspielerischen Leistung der Hauptdarstellerin Juliette Binoche – werden der Schmerz und der Wille zum Überleben unmittelbar nachvollziehbar.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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