Arabeske

Arabeske

Arabeske

Originaltitel: Arabesque – Regie: Stanley Donen – Drehbuch: Julian Mitchell, Stanley Price, Peter Stone alias Pierre Marton, nach dem Roman "The Cypher" von Gordon Cotler – Kamera: Christopher Challis – Schnitt: Frederick Wilson – Musik: Henry Mancini – Darsteller: Gregory Peck, Sophia Loren, Alan Badel, Kieron Moore, Carl Duering, John Merivale, Duncan Lamont, George Coulouris, Ernest Clark, Harold Kasket u.a. – 1966; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Der arabische Premierminister Hassan Jena, der Terrorist Yussef Kasim, der Reeder Nejim Beshraavi und die ebenso schöne wie undurchschaubare Yasmin Azir sind aus unterschiedlichen Gründen hinter einem winzigen Stück Papier mit hethitischen Hieroglyphen her. Professor David Pollock soll die offenbar wichtige Nachricht entziffern. Dabei gerät er in lebensgefährliche Verwicklungen und wird schließlich nicht nur von Jena, Yussef, Beshraavi und Yasmin, sondern auch von der Polizei verfolgt ...
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Kritik

"Arabeske" ist eine turbulente, von Stanley Donen witzig, tempo- und einfallsreich inszenierte Thrillerkomödie, in der Sophia Loren für immer neue Überraschungen sorgt. Sehenswert ist "Arabeske" nicht zuletzt wegen der ausgefeilten Kameraführung.
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Als der Oxford-Professor Ragheeb (George Coulouris) seinen Augenarzt konsultieren möchte, heißt es, der Ophtalmologe sei an Grippe erkrankt, und ein angeblicher Vertreter empfängt Ragheeb. Tatsächlich handelt es sich bei dem Herrn im weißen Kittel um Major Sylvester Pennington Sloane (John Merivale). Der tötet Ragheeb mit Augentropfen, zerbricht dessen Brille und entnimmt ihr ein winziges mit hethitischen Hieroglyphen beschriebenes Stück Papier.

Kurz darauf spricht er den Amerikaner David Pollock (Gregory Peck) nach einer Vorlesung in Oxford an. Der Professor für alte Sprachen soll ihn zu seinem Auftraggeber, dem Reeder Nejim Beshraavi (Alan Badel), begleiten und die hethitischen Hieroglyphen entziffern. Obwohl Sloane viel Geld bietet, zieht Pollock es vor, an diesem Nachmittag zu joggen.

Der Jogger wird plötzlich in einen Rolls Royce mit abgedunkelten Scheiben gezerrt. Im Fond der Limousine erkennt er verblüfft Hassan Jena (Carl Duering), den von ihm hoch geschätzten Premierminister eines arabischen Staates, der sich heimlich in England aufhält. Jena, der befürchtet, dass Beshraavi ein Attentat auf ihn vorbereitet, ersucht Pollock, den Auftrag des reichen Reeders doch noch anzunehmen, die hethitischen Hieroglyphen zu entziffern und Beshraavis Pläne auszukundschaften.

Also begibt sich Pollock zu Beshraavis Villa in London und macht sich daran, die hethitischen Hieroglyphen für ein versprochenes Honorar in Höhe von 30 000 Dollar zu entziffern.

Während er damit in der Bibliothek beschäftigt ist, betritt eine schöne Frau im Negligee den Raum: Beshraavis Geliebte Yasmin Azir (Sophia Loren). Sie warnt Pollock davor, dass Beshraavi ihn nach der Entzifferung der hethitischen Hieroglyphen ebenso umbringen lassen werde wie Professor Ragheeb.

Von Yasmin unbemerkt, wickelt Pollock, der während der Arbeit Bonbons gegessen hat, das kleine Papierstück mit den hethitischen Hieroglyphen in ein Bonbonpapier und steckt es zusammen mit den anderen Bonbons ein. Dann drückt er Yasmin zum Schein die Spitze einer Schere an den Hals und hält auf diese Weise Beshraavi und dessen Bodyguards davon ab, ihn am Verlassen der Villa zu hindern.

Pollock und Yasmin fliehen in den Londoner Zoo. Beshraavis Männer verfolgen sie, aber ein Mann namens Webster (Duncan Lamont) rettet sie. Als Webster einen Wärter erschießt, begreift Pollock, dass es sich bei ihm nicht um einen Polizeiinspektor handelt, wie er zunächst annahm. Webster arbeitet für Yasmin und Beshraavis Gegner Yussef Kasim (Kieron Moore).

Auf der Ladefläche eines Lieferwagens setzen Yussef und Webster den Professor gewaltsam unter Drogen, damit er verrät, wo er das Papier mit den hethitischen Hieroglyphen versteckt hat. Als er das nicht tut, öffnen sie die Hecktür und werfen ihn aus dem Wagen.

Obwohl es sich um eine stark befahrene Schnellstraße handelt, bleibt der halluzinierende Experte für hethitischen Hieroglyphen unverletzt. Er nimmt ein herumliegendes Fahrrad und radelt nach Hause, ohne zu merken, dass er gegen Einbahnstraßen fährt und eine Serie von Unfällen verursacht.

Yasmin kehrt zu Beshraavi zurück und erzählt ihm, Yussef habe Pollock getötet, aber nicht herausgefunden, wo sich das Stück Papier mit den hethitischen Hieroglyphen befindet. Sie sei verschont worden, weil sie Yussef zum Schein versprochen habe, Beshraavi für ihn auszuspionieren.

In den Nachrichten hört Beshraavi, dass ein Unbekannter, der aus einem Lieferwagen geworfen wurde und offenbar unter Drogen stand, mit einem Fahrrad losgefahren sei und zahlreiche Verkehrsunfälle verursacht habe. Pollock lebt also noch.

Am anderen Morgen besucht ihn Yasmin, angeblich weil sie um ihn besorgt ist. Sie erzählt ihm, General Ali habe damit gedroht, ihrer Familie etwas anzutun, wenn sie nicht für Yussef arbeite, und in dessen Auftrag müsse sie Beshraavi observieren. Deshalb sei sie dessen Geliebte geworden. Mit dieser Erklärung gewinnt sie Pollocks Vertrauen zurück.

Bevor Yasmin und Pollock die im Lieferwagen zurückgelassenen Bonbons und Bonbonpapiere holen können, steckt Webster sie ein. Sie folgen ihm und beobachten, wie er das Papier mit den hethitischen Hieroglyphen findet. Doch statt es Yussef zu bringen, verabredet er sich telefonisch mit Beshraavi beim Pferderennen in Ascot.

Dort gelingt es Pollock, die Übergabe zu verhindern und das Papier wieder an sich zu bringen. Der Verräter Webster wird von Sloane erstochen.

Auf der Rückfahrt im Zug malt Pollock die hethitischen Hieroglyphen ab. Das Original steckt er in einen Umschlag, den er postlagernd an sich adressiert und nach der Ankunft im Bahnhof in einen Briefkasten wirft.

Aus der Zeitung erfährt Pollock, dass die Polizei nach ihm fahndet, weil man ihn für den Mörder von Ascot hält.

Trotzdem fährt er zu Ragheebs Witwe (Malya Nappi) und zeigt ihr eine Kopie der hethitischen Hieroglyphen. Ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen, zerreißt die Trauernde das Papier und wirft es ins Feuer. Sie klärt Pollock darüber auf, dass Yasmin keine Familie habe, sondern General Alis Tochter sei.

Daraufhin erzählt er Yasmin, er habe die hethitischen Hieroglyphen inzwischen entziffert. Der Text ergibt jedoch keinen Sinn. Yasmin fährt zu Yussef, um ihm zu berichten, was auf dem Papier stand. Vielleicht kann er sich einen Reim auf den Text machen. Pollock folgt ihr zu einer Baustelle – und kann gerade noch verhindern, dass sie von Yussef mit einer Abrissbirne umgebracht wird. Yussef greift nun auch Pollock an, bis er mit der Abrissbirne in eine Starkstromleitung gerät und dabei ums Leben kommt.

Yasmin gelingt es erneut, Pollocks Vertrauen zurückzugewinnen, indem sie behauptet, bei Ragheebs Witwe handele es sich um eine Geheimagentin, die Yussef gegen sie aufgehetzt habe.

Inzwischen hat Pollock begriffen, dass die Kopien wertlos sind. Die entscheidende Botschaft befindet sich offenbar nur auf dem Original. Er holt es vom Postamt und entdeckt einen Punkt mit Mikroschrift. Aus der Nachricht geht hervor, dass ein Attentat auf Premierminister Hassan Jena geplant ist, der an diesem Tag zu einem Staatsbesuch in London erwartet wird.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Pollock und Yasmin eilen nach Heathrow, wo Jena eine Pressekonferenz gibt. Als jemand auf den Mann am Mikrofon schießt, reißt Pollock ihn im letzten Augenblick aus der Schusslinie, aber er kann nicht verhindern, dass der Araber eine Minute später von anderen Attentätern umgebracht wird.

Yasmin weiß allerdings, dass es sich bei dem Getöteten nicht um Premierminister Jena handelte, denn der hätte sie erkannt: Sie arbeitet nämlich als Geheimagentin für ihn.

Den echten Regierungschef finden Yasmin und Pollock geknebelt und gefesselt in einer Kiste, die von Sloan in einem Lieferwagen zu Beshraavis Landsitz gebracht wird. Während der Fahrt befreien ihn Yasmin und Pollock unbemerkt. Nach der Ankunft fliehen sie zu dritt auf Pferden. Beshraavi verfolgt sie in einem Hubschrauber. Von einer Brücke aus wirft Pollock eine Leiter in den Rotor des darunter durchfliegenden Hubschraubers und bringt diesen zum Absturz.

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„Arabeske“ ist eine turbulente, von Stanley Donen witzig, tempo- und einfallsreich inszenierte Thrillerkomödie. Für immer neue Überraschungen sorgt Sophia Loren in der Rolle der undurchschaubaren Yasmin Azir. Sie und Gregory Peck als David Pollock wirken wie eine Parodie auf James Bond und ein Bond-Girl. „Arabeske“ ist unterhaltsam und wegen der ausgefeilten Kameraführung von Christopher Challis auch für Cineasten sehenswert. Viele der Aufnahmen entstanden aus ungewohnten Perspektiven, einige Szenen sehen wir in Spiegelbildern oder durch Aquarien hindurch, und bei Pollocks Fahrt mit dem Rad durch dichten Autoverkehr lösen sich die Bilder psychedelisch auf.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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